Krefeld Pinguine: Ein Team mit Überraschungs-Potenzial

Krefeld Pinguine : Ein Team mit Überraschungs-Potenzial

Analyse: So früh wie selten zuvor ist das Team der Krefeld Pinguine für die neue DEL-Saison komplett. Im Sturm ist die Mannschaft besser besetzt als zuletzt. Die Abwehr lässt Fragen offen. Im Umfeld gibt es positive Zeichen für einen Aufschwung.

Noch bevor die Deutsche Eishockey-Liga die Lizenzen für die neue Saison vergeben hat, ist die Mannschaft der Krefeld Pinguine komplett. Mit dem russischen Stürmer Kirill Kabanov präsentierten die Schwarz-Gelben vor Beginn der Vorbereitung ihren vorerst letzten Neuzugang. Kann das neuformierte Team die vergangenen drei enttäuschenden Spielzeiten vergessen machen? Diese Frage wird erst nach den ersten zehn Punktspielen einigermaßen genau zu beantworten sein. Auf dem Papier ist durchaus zu erkennen, dass an der Westparkstraße endlich wieder sportlich erfolgreiche Zeiten anbrechen können. Angesichts der wirtschaftlichen Situation kann sich das Aufgebot sehen lassen, das Überraschungs-Potenzial besitzt.

TOR: Mit dem erfahrenen Dimitri Pätzold und dem jungen, aufstrebenden Patrick Klein sind die Pinguine gut aufgestellt und gehen ohne Risiko ins Rennen. Besonders Klein wird davon profitieren, dass der neue Assistenz-Coach Pierre Beaulieu auch die Aufgabe als Torwarttrainer übernimmt.

ABWEHR: Hier bleibt zunächst wie vor einem Jahr das große Fragezeichen stehen. Damals war klar, dass die Defensive die Achillesferse des Teams sein wird. Soll das jetzt nicht mehr so sein, müssen die drei neuen Kontingentspieler Martin Lefebvre, Phillip Bruggisser und Garrett Noonan sehr schnell ihre DEL-Tauglichkeit unter Beweis stellen und deutlich besser agieren als zum Beispiel zuletzt der Finne Mikko Vainonen. Der Rest der Abwehr ist solide. Da weiß man, was man erwarten kann. Besonders Lefebvre und Bruggieser werden die Fans begeistern. Davon ist jedenfalls der neue Trainer überzeugt, der beide aus Dänemark sehr gut kennt.

ANGRIFF: Hier ist in der Spitze und in der Tiefe eine Verbesserung zu erwarten. Die potenzielle erste Reihe Kabanov/Pietta/Caron weckt Erinnerungen an das „magische Dreieck“ oder den „Zirkus Krone“. Besonders Jordan Caron, der nach seiner Verletzung in der Heimat hart an seinem Comeback arbeitet, könnte zu den Stars der Liga gehören und den schmerzlichen Abgang von Marcel Müller schnell vergessen machen. Mehr Scoring-Qualität besitzt die zweite Sturmreihe. Greger Hanson, der in der Vorsaison spät zum Team kam, wird an der Seite seines ehemaligen Teamkollegen Chad Costello zulegen können. Und Jacob Berglund hat trotz seiner verlorenen Zeit in Ingolstadt früher bewiesen, dass er zu den besten Centern der Liga gehören kann. Von den Reihen drei und vier (siehe Infobox) ist mehr zu erwarten als die Pausenfüller für die beiden Topreihen. Philip Riefers und Arturs Kruminsch können die Abgänge von Matt Mackay, Kevin Orendorz oder Mike Mieszkowski kompensieren. Als 13. Stürmer heizt Philip Kuhnekath den Konkurrenzkampf um die 12 Stammplätze an. Dahinter ist der Kader noch nicht ausreichend besetzt, um bei größerem Verletzungspech Alternativen zu haben. Darren Mieszkowski besitzt zwar durchaus das Zeug für einen DEL-Spieler, muss sich seine Sporen aber noch in unteren Ligen verdienen. Als Ergänzungsstürmer gehört Louis Spitzner zum Kader

TRAINER: Die Erwartungshaltung der Fans ist angesichts der Vorschusslorbeeren, die Brandon Reid seit seinem Wechsel vom dänischen Meister Aalborg zu den Pinguinen erhielt, sehr groß. Wenn einer für eine Aufbruchstimmung sorgen kann, dann der ehemalige Stürmer der DEG und der Hamburg Freezers. Man darf gespannt sein, mit welcher Philosophie er seiner Mannschaft Taktik und System einimpft und den notwendigen Teamgeist entwickelt. Bei seiner Vorstellung in Krefeld betonte der Kanadier, dass alle fünf Spieler, die auf dem Eis stehen, eine Einheit bilden müssen und es für ihn keine One-Man-Show oder keine Top-Reihe, die alle Tore schießen muss, gibt. Er will immer vier Sturmreihen sowie sechs oder sieben Verteidiger einsetzen. Daher könnte es bei der Zusammenstellung seiner Reihen Überraschungen geben.

UMFELD: Nach wie vor ist die Doppelfunktion für Matthias Roos als Geschäftsführer und Sportdirektor alles andere als ideal. Darunter leitet die Außendarstellung. Bei der Vermarktung zahlte sich bisher, wenn gleich auch noch nicht im großen Stil, die Trennung von einer Agentur aus Berlin aus. Im Kleinsponsorenbereich konnten die Mitarbeiter der Geschäftsstelle deutlich zulegen.