Krefeld Pinguine: Ein Schützenfest am Nikolaus-Abend

Bittere Heimniederlage : Ein Schützenfest am Nikolaus-Abend

Die Krefeld Pinguine mussten sich am Freitag in der Yayla-Arena dem Tabellenführer mit 5:8 geschlagen geben. Vor 4145 Zuschauern boten die Schwarz-Gelben eine schwache Abwehrleistung. Sonntag geht die Reise nach Wolfsburg.

Eine so große Chance, gegen Tabellenführer EHC München zu punkten, werden die Pinguine in dieser Saison wahrscheinlich nicht mehr bekommen. Gegen stark ersatzgeschwächte Gäste von der Isar spielten die Schwarz-Gelben am Nikolausabend aufgrund ihrer schwachen Abwehrleistung selber den Knecht Ruprecht und unterlagen mit 5:8. Bei diesem Schützenfest vor 4145 Zuschauern ließen die Krefelder insgesamt 39 Schüsse des Gegners auf ihr Tor zu und bestätigten damit erneut, dass mit dieser Abwehr die Pre-Play-offs kaum zu erreichen sind. Am Sonntag geht die Reise nach Wolfsburg, das am Freitag in Iserlohn gewann.

Als die Pinguine um 18.45 Uhr das Eis zum Warm-Up betraten, staunten viele KEV-Fans nicht schlecht. Denn Martin Schymainski war zum ersten Mal nach seinem Achillessehnenriss dabei. Sein vorzeitiges Comeback hatte sich diese Woche im Training angedeutet, weil einige Spieler grippegeschwächt waren. Als sich dann Jacob Lagacé am Donnerstag nach dem Training weiter schlecht fühlte, bot sich Schimmi seinem Trainer als Ersatz an. Nach dem Abschlusstraining am Freitagmorgen entschied sich Brandon Reid zum Leidwesen von Arturs Kruminsch für Schymainski. Der wurde vor dem Auftaktbully lautstark gefeiert und gehörte sogar zur Starting-Six. Die Gäste aus Bayern waren mit dem letzten Aufgebot angereist. Neben den beiden Stammtorhütern Aus den Birken und Reich fehlten weitere sechs Stammkräfte.

„Die ersten zehn Minuten könnten entscheidend sein“, hatte Trainer Reid am Mittwoch gesagt. Die sprachen zunächst für München. Denn nach 50 Sekunden musste Daniel Pietta auf die Strafbank, kurz darauf auch Mark Cundari. Die Pinguine hielten sich schadlos und gingen mit ihren ersten Torschuss in Führung. Grant Besse stand nach einem Aufbaufehler der Gäste plötzlich frei vor dem Tor und ließ sich die Großchance nicht nehmen (7.). Nur 32 Sekunden später war die Abwehr des Tabellenführers nicht im Bilde. Diesmal kam Jeremy Welsh ungehindert zum Schuss und erzielte mit einem ersten Saisontreffer das 2:0. Das war natürlich ganz nach dem Geschmack der Krefelder Fans. Doch dann spielten die Pinguine den Nikolaus. Die Schuhe der Gäste wurden vor dem eigenen Tor gut gefüllt. Erst stocherte Garrett Noonan in Unterzahl bei einem Gewühl vor Torwart Dimitri Pätzold selber über die Linie. Dann ließ sich Phillip Bruggisser hinter dem eigenen Tor von Hager abkochen. Der bediente Gogulla, der die Scheibe ohne Mühe in die Maschen beförderte. Die Pinguine vergaben bis zur ersten Pause zweimal die erneute Führung. Erst scheiterte Chad Costello an Torwart Fießinger, dann Besse mit einem Penalty.

Auch zu Beginn des zweiten Drittels waren die Schwarz-Gelben, bei denen Saponari angeschlagen in der Kabine geblieben war, der Führung sehr nahe. Besse, der jetzt in der Pietta-Reihe auflief, zielte über den Kasten, Pietta und Braun scheiterten am Torwart. Besser machten es die Gäste, die innerhalb von 37 Sekunden auf 4:2 davonzogen. Kurz darauf kamen die Pinguine zu ihrer zweiten Überzahl, die Noonan zum Anschlusstreffer nutzte (27.). Doch erneut schlugen die Roten Bullen zurück, als die Pinguine den Puck erneut nicht aus der Gefahrenzone bekamen (31.). Und als Pätzold am kurzen Pfosten patzte, erhöhte Gogulla auf 6:3. Das muntere Toreschießen setzte sich auf der anderen Seite fort, als Braun mit einem verdeckten Fernschuss traf (39.).

Die Hoffnung der KEV-Fans auf einen schnellen Anschlusstreffer im Schlussdrittel erfüllte sich. Costello schloss einen schönen Spielzug zum 5:6 ab (43.). Trainer Reid begnügte sich nur noch mit drei Sturmreihen. Hodgman und Postel blieben auf der Bank. Doch die Hoffnung auf den Ausgleich erfüllte sich nicht. Stattdessen zogen die Gäste bei einem schnellen Angriff auf 7:5 davon. Dabei sah Pätzold unglücklich aus (47.). Den Vorsprung ließ sich der Tabellenführer nicht mehr nehmen und machte drei Minuten vor dem Ende mit dem achten Treffer den Sack des Nikolaus endgültig zu.