Krefeld Pinguine: Die Stunde der Wahrheit

Die Gesellschafter der GmbH tagen : Pinguine: Die Stunde der Wahrheit

Am Donnerstag treffen sich die Gesellschafter der KEV-Pinguine Eishockey GmbH erneut. Dabei soll die Zukunft des DEL-Standortes Krefeld gesichert werden. Eine Kapitalerhöhung soll möglich sein, wenn Mikhail Ponomarev mitspielt.

Schlägt den Pinguinen am Donnerstag die Stunde der Wahrheit? Selbst Krefelder, die sich nur beiläufig für Eishockey interessieren, warten gespannt auf das Ergebnis der zweiten Gesellschafter-Versammlung innerhalb von zehn Tagen und hoffen auf eine positive Entscheidung für das sportliche Aushängeschild der Seidenstadt. Auch weit über die Stadtgrenzen hinaus drücken viele Eishockey-Freunde die Daumen. Das beweisen seit Wochen besonders die vielen Sympathiebekundungen der Fans anderer Clubs aus der Deutschen Eishockey-Liga. Die Pinguine stehen in dieser Liga unter Artenschutz und dürfen nicht aussterben.

Seit der ersten Gesellschafter-Versammlung wird viel darüber spekuliert, wohin die Reise der Pinguine gehen wird. Eine Rettung zeichnet sich momentan eben so wenig ab wie das Ende. Nach wie vor bestehen drei Lösungsmöglichkeiten. Gibt Mit-Gesellschafter Mikhail Ponomarev seine Anteile (46 Prozent) ab wäre der Weg frei für neue Gesellschafter. Nach RP-Information soll der KFC-Chef dazu bereit sein, allerdings müssten die Pinguine dann schriftlich erklären, dass sie auf die von ihm geleisteten Zusagen, die 1,1 Millionen Euro betragen sollen, verzichten. Damit würde er diese im Raum stehenden Zusagen, die laut ihm gar nicht bestehen sollen, plötzlich selbst anerkennen.

Die zweite Lösung erscheint möglicher zu sein als vor zehn Tagen. Es soll eine Person geben, die zu einer Kapitalerhöhung um 750.000 Euro auf 1,5 Millionen Euro bereit ist. Dazu wird eine Dreiviertel-Mehrheit der GmbH-Anteile benötigt, also auch Ponomarevs Zustimmung, dessen Anteile sich dann halbieren würden. Lösung drei ist die Übernahme aller GmbH-Anteile durch den russischen Investor.

Schon länger nicht mehr im Gespräch ist SPD-Ratsherr Mustafa Ertürk. Beim Heimspiel der Pinguine gegen Ingolstadt war von vielen Seiten bekannt geworden, dass Ertürk bei den Pinguinen einsteigen wolle. „Das stimmt, allerdings erst zum 1.Juli 2020. Aber damit ist uns ja nicht geholfen. Wir müssen sehen, dass wir die Saison zu Ende spielen und im Februar die 100.000 Euro für den Lizenzantrag 2020/21 hinterlegen können“, sagt Matthias Roos. Daher sei er auch nicht Ertürks Wunsch nachgekommen, ihm Unterlagen zur wirtschaftlichen Lage der GmbH zur Verfügung zu stellen. Ertürks Vorwurf, die Pinguine hätte sich nicht an die Stillschweigepflicht gehalten, kann Roos nicht nachvollziehen: „Ich wurde beim Ingolstadt-Spiel von vielen Leuten angesprochen, die mir sagten, Herr Ertürk wolle bei uns einsteigen.“ Am Dienstag informierte Ertürk, der auch zum Aufsichtsrat des KFC gehört, die Pinguine, dass er nicht mehr zur Verfügung stehe.

Sollte es beim Meeting der Gesellschafter wie vor zehn Tagen keine Entscheidung geben, wird die Chance zur Rettung natürlich geringer. „Wenn wir keine Lösung haben, werden wir nicht mit der weißen Fahne wehen. Dann werden wir weiter nach einer Lösung suchen. Aber bei jeder Woche, die wir an Zeit verlieren, wird es unwahrscheinlicher, dass wir eine Lösung finden, damit die Pinguine in der nächsten Saison in der DEL spielen“, erklärte Roos. Normalerweise sei es jetzt seine Aufgabe, mit Spielern und Sponsoren zu sprechen: „Das liegt derzeit so lange auf Eis bis wir wissen, ob es weitergeht. Es gibt Spieler, die für andere Clubs interessant sind. Wenn die vorher anderswo unterschreiben, sind sie weg.“ Wie lange die liquiden Mittel noch reichen, kann Roos nicht sagen: „Es kommt darauf an, wie die Zuschauerzahlen sich entwickeln.“ Für das Derby gegen die DEG kurz vor Weihnachten (20.12.) sind bereits die Logen und Businessplätze ausverkauft. „Das hat es in der Vergangenheit so früh auch noch nicht gegeben und beeinflusst natürlich die Finanzplanung“, erklärte der Geschäftsführer.

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