Krefeld Pinguine: Die Pardereihe ist wieder vereint

Krefeld Pinguine : Die Paradereihe ist wieder vereint

Dragan Umicevic absolvierte in dieser Woche die Trainingseinheiten ohne Probleme und steht nach seiner Adduktorenverletzung morgen im Derby gegen die DEG vor einem Comeback. Franz Fritzmeier bastelt am Spielsystem

Selten wurde ein Derby zwischen Krefeld und Düsseldorf mit einer so großen Spannung erwartet wie die morgige 54. DEL-Auflage zwischen den rheinischen Rivalen. Eigentlich müsste das Spiel im König-Palast schon ausverkauft sein. Doch in beiden Lagern herrscht derzeit eine Krisenstimmung. Die Pinguine stecken in einem Ergebnistief. Aus den vergangenen sieben Spielen holte sie nur ein winziges Pünktchen. Wenigstens die Leistungskurve ging zuletzt nach oben. Die DEG ist seit vier Begegnungen sieglos und präsentierte sich zudem weit unter Form. So steht das morgige Aufeinandertreffen unter dem Motto "Frustbewältigung."

Die Krefelder können zuversichtlich in das immer junge Duell der alten Rivalen gehen. Denn ihre letzten beiden Siege feierten sie in Düsseldorf und Köln. Auch beim ersten Saisongastspiel der DEG im KöPa waren sie die deutlich bessere Mannschaft, unterlagen aber unglücklich mit 2:3.

Die Trainingsleistungen in dieser Woche waren teilweise wieder beeindruckend. Hohes Tempo, Einsatzwillen und Spielwitz prägten die Übungseinheiten. Gestern wurde auf dem Eis auch viel geredet. Es deutete sich eine Systemumstellung an. Franz Fritzmeier bat seine Schützlingen häufiger als sonst an die Tafel und erklärte seine Vorstellungen. Zwischendurch gab es auch kurze Einzelgespräche zwischen Trainer und Spielern.

Für Zuversicht kann auch die Rückkehr von Dragan Umicevic sorgen. Der schwedische Stürmer wurde zuletzt besonders in Überzahl vermisst. Gestern gesellte er sich zu Daniel Pietta und Marcel Müller. Damit ist die Paradereihe wieder vereint. Da derzeit nur elf Stürmer zur Verfügung stehen, wurde gestern Mike Little statt Kyle Sonnenburg als Angreifer umfunktioniert. Wie lange Christian Kretschmann mit seinem Handwurzelbruch noch ausfällt, steht nicht fest. Gestern ließ er sich in Stuttgart eine Spezialmanschette anfertigen. Sollte er damit klarkommen, wird er schnell wieder aufs Eis zurückkehren.

Im Lager der DEG herrscht seit Sonntag eine gewisse Ratlosigkeit. Die Protagonisten litten nach der 0:3-Niederlage gegen Berlin unter Erklärungsnot. Die Fehlerquote war zuletzt viel zu hoch, selbst bei Torwart Andreas Niederberger. "Dafür bin ich natürlich verantwortlich", sagt er. "Mein Job ist es, kein Gegentor zu bekommen." Er werde die Szenen analysieren. Irgendwie sei der Wurm drin. "Aber irgendwann ist das Glück auch wieder auf unserer Seite. Wir geben nicht auf und lassen uns nicht beirren. Aber es gibt keinen Schalter, den man umlegen kann, es bedarf harter, ehrlicher Arbeit. Anders geht es nicht."

Torjäger Maximilian Kammerer blickt positiv in die Zukunft: "Jetzt haben wir die Derbys in Krefeld und in Köln - danach sieht die Welt wieder anders aus."

Genau wie in Krefeld ist das Fanlager derzeit auch beim Rivalen gespalten. DEG-Gesellschafter Peter Völkel hat die Fans beim Spiel gegen Berlin auf den Stehrängen besucht und nach ihrer Meinung gefragt. Patentlösungen gab es nicht. Den Kopf von Christoph Kreutzer fordern die DEG-Fans noch nicht. Sie glauben nach wie an ihren Trainer, dem sie viel zu verdanken haben.

(RP)