Krefeld Pinguine: Die 1:2-Niederlage beim Meister Red Bull München macht Mut

1:2-Niederlage in München : Großer Kampf am Ende nicht belohnt

Die Krefeld Pinguine kassieren die neunte Niederlage in Folge. Aber der starke Auftritt bei der 1:2-Niederlage beim Meister Red Bull München nährt die Hoffnung, dass die schwarze Serie am Donnerstag in Iserlohn endet.

Es war ein schöner Tag. Der Himmel über München war weiß-blau, es war angenehme 24 Grad warm, die Blätter an den Bäumen bunt – Goldener Oktober wie aus dem Bilderbuch. Doch anstatt den Nachmittag im Biergarten zu genießen, waren 4.510 Zuschauer in die Eishalle gekommen, darunter 300 Krefelder. Die meisten von ihnen hatten das Wochenende in der Bayerischen Metropole verbracht und waren tags zuvor beim Fußball gewesen, wo die Gäste des KFC Uerdingen beim TSV 1860 München die Oberhand behalten hatten. Derartiges war von den Krefelder Eishockey-Cracks nicht zu erwarten, denn dazu hätte es eines wahren Husarenstücks bedurft. Denn Meister Red Bull München hat einen Traumstart hingelegt und mit elf Siegen in Folge einen neuen Rekord zum Saisonauftakt hingelegt. Die Serie war am Donnerstag in Straubing gerissen, jetzt wollte der Titelverteidiger zu einer neuen ansetzen. Bei dem Versuch stellten die Pinguine tabellarisch keine allzu große Hürde dar. Nach acht Niederlagen präsentierten sich die Gäste durchaus selbstbewusst und kampfstark, doch am Ende unterlagen sie den Münchnern mit 1:2 (1:0, 0:2, 0:0).

Trainer Brandon Reid war in den vergangenen Tagen unzufrieden. „Jeder in der Kabine weiß, dass das zu wenig ist“, hatte der Coach gesagt. „In solchen Situationen brauchen wir unsere Top Guys, die voran gehen. Sie müssen nicht unbedingt scoren, aber sie müssen die anderen mitziehen.“ Einer von den Führungsspielern fehlte in München: Daniel Pietta, der am Freitag gegen Wolfsburg (2:3) noch auf dem Eis stand, laboriert an einer Oberkörperverletzung. So musste Reid die Reihen geringfügig umbauen. Zudem beorderte er Dimitri Pätzold zwischen die Pfosten.

Die Kritik des Trainers schienen sich seine Schützlinge zu Herzen genommen zu haben, denn die Einstellung stimmte von Beginn an. Die Gastgeber setzten die Schwarz-Gelben anfangs gehörig unter Druck, doch er ließ nach. So kamen die Pinguine zu Möglichkeiten durch Kai Hospelt, Vincent Saponari und Jeremy Welsh, der nur durch ein Foul zu stoppen war. Das daraus resultierende Überzahlspiel nutzte Chad Costello zur nicht einmal unverdienten Führung.

Die war aber 112 Sekunden nach Wiederbeginn dahin, weil die Pinguine zu viel wollten und eiskalt ausgekontert wurden. Auch das Mitteldrittel war ziemlich ausgeglichen, doch trafen diesmal die Gastgeber kurz vor der Pause. Sie nutzten ein 5:3-Überzahlspiel zur Führung, wobei die Vergehen von Hospelt und Alex Trivellato gleichermaßen harmlos wie unnötig waren.

Im Schlussdrittel spitzte sich das Spiel zu. Die Krefelder boten dem Meister nicht nur Paroli, sondern drängten vehement auf den Ausgleich. Die Fans hatten den Torschrei mehrmals auf den Lippen, doch der zweite Krefelder Treffer wollte einfach nicht mehr fallen.

„Ein Punkt war heute drin, und das bei einem der besten Teams in Europa“, sagte Reid. „Dass wir das zweite Gegentor in doppelter Unterzahl kassiert haben, ist ärgerlich.“  Kollege Don Jackson meinet: „Wir bekommen nichts geschenkt und haben den Sieg hart erarbeitet. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen: Es war der zwölfte Sieg im 13. Spiel. Das ist großartig.“