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Krefeld Pinguine: Daniel Piettas Traum bleibt ein Albtraum

Zum fünften Mal in Folge : Darum haben die Pinguine die Pre-Play-offs verpasst

Die Krefeld Pinguine verpassen zum fünften Mal in Folge die Play-offs in der DEL. Aufgrund des geringen Etats waren die Chancen auf einen Platz unter den zehn besten Teams schwer zu erreichen. Das verpasste Saisonziel hat mehrere Gründe.

Urlaub statt Play-offs lautet für die Pinguine nun schon zum fünften Mal in Folge nach der DEL-Hauptrunde das Motto. Kein schönes Jubiläum für das Gründungsmitglied der Liga. Dabei war die Hoffnung auf sportlich bessere Zeiten vor dem ersten Punktspiel so groß gewesen wie schon lange nicht mehr. Doch am Ende sorgten viele Gründe für eine erneut enttäuschende Spielzeit. Eine Serie von neun Niederlagen in Folge warf die Mannschaft im Kampf um Platz zehn früh entscheidend zurück. Und immer dann, wenn wieder Tuchfühlung zu den Pre-Play-off-Plätzen bestand, wurde wie zum Beispiel kurz vor Weihnachten in Augsburg verloren. Dazu sammelte man in den acht Duellen, die nach Verlängerung oder Penalyschießen endeten, nur einen Zusatzpunkt ein.

Tor 26 Spiele für eine neue Nummer 1 sind zu wenig. Jussi Rynnäs erfüllte zwar mit Topleistungen seine in ihn gesetzten Erwartungen, fehlte allerdings aufgrund von Krankheit oder Verletzung zu oft. Dimitri Pätzold feierte bei seinen 18 Einsätzen nur zwei Siege. Trotzdem war er meist ein guter Rückhalt und bot der Mannschaft lange die Chance, eine Niederlage abzuwenden. Das gilt auch für Oskar Östlund.

Defensive Das ist zweifelsohne die Achillesferse der Mannschaft. Denn wenn trotz dreier guter Torhüter aktuell die zweitmeisten Gegentreffer (156) der Liga zu Buche stehen, sind die Probleme nicht von der Hand zu weisen. Bei der Zusammenstellung der Abwehr war die sportliche Leitung zu blauäugig. Die Meinung von Brandon Reid und Matthias Roos, die Verteidiger werden sich im Vergleich zur Vorsaison steigern, bestätigte sich nicht. Die Verteidiger leisteten sich zu viele individuelle Fehler. Dazu war Mark Cundari nie der angekündigte Top-Verteidiger. Auch die Defensivarbeit der Stürmer war nicht ausreichend, um viele Gegentreffer verhindern zu können. Erst unter der Regie von Trainer Pierre Beaulieu lief es durch eine kompaktere Spielphilosophie besser. Mit dieser taktischen Marschroute von Saisonbeginn an wären die Pre-Play-offs vielleicht noch in Reichweite.

Offensive Durch die Neuverpflichtungen sollte die Durchschlagskraft auf mehrere Schultern verteilt werden. Dazu kam es nicht. Nur die erste Sturmreihe mit den beiden Topscorern Daniel Pietta und Chad Costello sorgte bei den Gegnern für Furcht und Schrecken. Von den Import-Stürmern überraschte Grant Besse überaus positiv. Dagegen war der Rest eine große Enttäuschung. Jeremy Welsh konnte nicht mehr an seine beste DEL-Zeit anknüpfen. Jacob Lagacé ließ viel zu spät seine Qualität aufblitzen. Justin Hodgmann ist körperlich nicht mehr für die DEL zu gebrauchen.

Umfeld Der Streit innerhalb der KEV Pinguine GmbH sorgte in den vergangenen vier Monaten dafür, dass ein Nebenkriegsschauplatz das sportliche Geschehen sehr weit in den Hintergrund drängte und vielleicht sogar die Teilnahme an den Pre-Play-offs kostete. Das erschwert eine faire Bewertung des Personals und des sportlichen Verlaufs.

Ausblick Welchen Stellenwert die Pinguine in Krefeld und der Liga besitzen, zeigte sich beim Kampf der Fans für den Erhalt des DEL-Standortes an der Westparkstraße. Durch die angekündigte Strukturveränderung innerhalb der GmbH stehen die Pinguine vor einem Neustart, mit dem wieder sportlich erfolgreichere Zeiten beginnen sollen. Darauf hofft Daniel Pietta schon seit 2015, als er seinen Vertrag um zehn Jahre verlängerte und ihm damals in Aussicht gestellt wurde, mit den Pinguinen mal Meister werden zu können. Für das Gesicht der Pinguine blieb sein Traum vom Titel bisher ein Albtraum. Die Frage, wohin die Reise gehen wird, ist sicher so spannend wie eine Play-off-Teilnahme. Gibt es in der Führungsetage notwendige Veränderungen? Die Aufgaben der Geschäftsführung und der sportlichen Leitung müssen getrennt werden. Auch die Einbindung von ehemaligen Spielern, wie zum Beispiel von Christian Ehrhoff  wäre ein Schritt in die richtige Richtung.