Krefeld Pinguine: Daniel Pietta schreibt Geschichte, Kuhnekath oben auf

Zwei Spieler der Pinguine im Blickpunkt : Pietta schreibt Geschichte, Kuhnekath oben auf

Die Krefeld Pinguine stoppten in Schwenningen den Abwärtstrend. Geschäftsführer Roos will so schnell wie möglich den Notartermin festlegen.

Ein Kapitel im Geschichtsbuch des Krefelder Eishockeys ist für Daniel Pietta schon lange reserviert. Schließlich ist er bisher das einzige Eigengewächs des KEV, das bei den Pinguinen den Sprung in die DEL schaffte und bis heute das schwarz-gelbe Trikot trägt. Wie sehr sein Herz für diese Farben schlägt, bewies er im Januar 2015, als er der erste Profi im Oberhaus des deutschen Eishockeys war, der einen Zehnjahresvertrag unterschrieb. Am Sonntag in Schwenningen kamen weitere Zeilen im Kapitel Pietta dazu. Zum ersten Mal in der DEL gelangen ihm vier Treffer in einem Spiel. Damit erreichte er die magische Marke vom 200 DEL-Treffern.

Ob Pietta seinen Vertrag bis 2025 erfüllen kann, ist seit 2015 so unklar wie nie zuvor. Als Identifikationsfigur der Pinguine leidet er genau so stark wie die KEV-Fans unter den Ereignissen im Umfeld. Gerade für ihn ist es sicher nicht einfach, auf dem Eis im Kopf das drohende Aus zu verdrängen. Vielleicht wirkte die Mannschaft am vergangenen Freitag beim Spiel gegen Berlin streckenweise wie gelähmt, weil Matthias Roos am Morgen die Mannschaft von den Ergebnissen der zweiten Gesellschafter-Versammlung informiert hatte. „Da war auch etwas Enttäuschung und Frustration zu spüren, da man immer noch nicht weiß, wie es jetzt weiter geht. Vielleicht fehlte dann auch der letzte Wille, weil die Köpfe nicht frei waren. Berlin ist aber auch schon eine richtig gute Mannschaft. Ich glaube, die hätten auch noch zulegen können“, sagte der Sportdirektor am Montag. Viele fragten sich, warum Roos mit seiner Info nicht hätte warten können. Doch die Spieler hatten ja bereits schon am Vorabend durch die Medien und die sozialen Netzwerke erfahren, wie der Stand der Dinge ist. Damit so schnell wie möglich Klarheit herrscht, wie es um den DEL-Standort Krefeld bestellt ist, würde Roos am liebsten noch diese Woche den notwendigen Notartermin zur geplanten Kapitalerhöhung festlegen. Normalerweise gilt eine zweiwöchige Einladungsfrist. Roos hofft, dass sich die Gesellschafter auch mit einem früheren Termin einverstanden erklären. Fraglich ist dabei, welche Auswirkung die Übertragung der GmbH-Anteile der Energy Consulting Europe an die Invest Consulting in Moskau hat und welche Rolle der Düsseldorfer Anwalt Wolfgang Peters weiter spielt.

Sportlich befinden sich die Pinguine zwar weiter auf Tuchfühlung zu den Pre-Play-off-Plätzen, doch auch in den Punktspielen 22 und 23 wurde deutlich, dass die Abwehrarbeit nach wie vor das Problem der Mannschaft ist. Verteidiger Alex Trivellato analysierte das Wochenende am Montag wie folgt: „Gegen Berlin, das war gar nix, da sind wir nicht als Team aufgetreten, hatten keinerlei Spielfluss und haben auch in der Höhe verdient verloren. Wir hatten dann am Samstag einige gute Gespräche und sind in Schwenningen als Team aufgetreten. Wir haben dort gut gespielt. Die vier Gegentore nerven mich als Verteidiger aber total. Es waren sicher auch einige unglückliche Sachen dabei. Vier Gegentore, das liegt aber nicht nur an der Abwehr. Das ist ein Problem der ganzen Mannschaft, was wir schleunigst abstellen müssen.“

Für Kapitän Torsten Ankert ist das größte Problem die „fehlende Konstanz“: „Die muss endlich besser werden. Gegen Berlin sind wir komplett von unserem Spielplan abgekommen und haben verdient verloren. In Schwenningen haben wir unsere Torchancen genutzt und unser Spiel gespielt. Wir haben uns nicht von unserem Plan abbringen und uns durch gar nichts verunsichern lassen, auch nicht, als wir die doppelte Überzahl nicht nutzen konnten. Am Schluss haben wir den Vorsprung gut über die Zeit gebracht.“

Konstant gute Leistungen bringt derzeit Philipp Kuhnekath nicht nur wegen seiner bisher vier Treffer. Gegen die Eisbären zielte er genauso oft aufs Tor wie Pietta und Costello. An der Seite der beiden erfahrenen Stürmer Kai Hospelt und Jacob Lagacé strotzt der 22-jährige Youngster nur so vor Selbstvertrauen. Dafür sorgt auch das Vertrauen des Trainers. Seine Entwicklung geht seit seinem ersten DEL-Einsatz 2016 und nach jetzt 81 Spielen deutlich nach oben.

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