Krefeld Pinguine: Daniel Pietta findet zwei von sechs Punkten zu wenig

Pinguine-Stürmer Pietta : „Zwei von sechs Punkten viel zu wenig“

Für den erfahrenen Stürmer der Krefeld Pinguine gibt es verschiedene Gründe für die beiden Niederlagen in Straubing und gegen Augsburg. Torwart Rynnäs erhielt Sonntag von den Rängen reichlich Szenen-Applaus.

Das DEL-Auftakt-Wochenende der Pinguine war so ganz nach dem Geschmack der Berufskritiker im Krefelder Eishockey. „Das ist ja derselbe Mist wie im Vorjahr“, schimpfte ein Fan nach der 3:4-Niederlage nach Verlängerung gegen Augsburg beim Verlassen der Sparkassen-Tribüne. Kritik muss sein und ist auch angebracht, weil sich die Mannschaft nach Straubing zum zweiten Mal die Butter vom Brot nehmen ließ. Allerdings wäre die Mannschaft vor einem Jahr wahrscheinlich nach diesen beiden Begegnungen ohne Punkte geblieben. Denn mit Jussi Rynnäs steht jetzt wieder eine „echte“ Nummer 1 im Tor. Der Finne erhielt reichlich Szenen-Applaus. Aufgrund seiner Erfahrung mag er keine Probleme damit haben, dass die Augsburger 45 Mal auf sein Tor zielen konnten, denn sein Trainer hatte ihm im Sommer im Höchstfall lediglich zwischen 20 und 25 Schüsse pro Spiel versprochen. In Straubing waren es 36 Schüsse.

„Wir haben am Wochenende die Punkte verschenkt. Wir haben so gespielt wie es die Ergebnisse ausdrücken. Ich weiß auch nicht woran es lag, vielleicht waren wir etwas zu nervös oder es war auch etwas Pech“, sagte Kapitän Torsten Ankert am Sonntag nach dem Spiel.

Daniel Pietta war zu diesem Zeitpunkt schon etwas schneller mit seiner Analyse: „So wie die Spiele gelaufen sind, sind zwei von sechs Punkten viel zu wenig. In Straubing waren wir zu passiv. Gegen Augsburg mussten wir im zweiten Drittel zuerst leiden, sind dann aber am Ende mit dem 3:1 gut rausgekommen. Dann kassieren wir bei angezeigter Strafe das 2:3. Etwas nervös waren wir vielleicht am Freitag. In Straubing hatten wir aber bis zum 3:2 alles unter Kontrolle. Wir haben nicht das gespielt, was wir uns vorgenommen haben. Wir waren zu hektisch und haben immer den Pass in den Verkehr gewählt. Häufig kam der Pass auch aus dem eigenen Drittel nicht an. Augsburg ist keine schlechte Mannschaft. Durch die Spiele in der CHL waren sie auch etwas im Vorteil. Aber einen 3:1-Vorsprung musst du einfach mitnehmen.“

Für die Berufskritiker steht schon jetzt fest, dass die Pinguine erneut die Pre-Play-offs verpassen werden. Als Hauptgrund fehlt für sie ein zusätzlicher Verteidiger, der hinten aufräumen kann, wenn es brenzlig wird. Nun fehlte am Sonntag mit Mark Cundari ein Abwehrmann, der hinten und im Spiel nach vorne eine wichtige Rolle übernehmen kann. Im Angriff war Grant Besse in beiden Spielen ein Aktivposten und hat jetzt schon genau so viele Treffer (2) auf dem Konto wie der vor einem Jahr so hoch vorgewettete Kirill Kabanov am Ende der Saison. Bei den übrigen Kontingentspielern im Sturm besteht noch Luft nach oben. Während Jacob Lagace und Justin Hodgman noch nicht in Topform sind, müsste Jeremy Welsh schon jetzt auffälliger agieren.

Sportdirektor Matthias Roos zeigte sich am Montag „sehr zufrieden“ mit der Zuschauerzahl (5142): „Organisatorisch lief alles rund. Wir haben an der Tageskasse etwa 650 Karten verkauft. Selber nicht mehr mit an der Bande zu stehen, ist schon eine Umstellung. Ich bin jetzt weiter von der Mannschaft weg und in der Rolle des Zuschauers. Ich kann mich dadurch aber auch um meine eigentliche Aufgabe kümmern und mit unseren Partnern im Business-Club sprechen. So wie die Spiele am Wochenende gelaufen sind, tut mir das für die Mannschaft und für die Fans leid. Das tut sehr weh. Es gibt in dieser Woche einiges aufzuarbeiten, auch mental. Zweimal einen 3:1-Vorsprung nicht ins Ziel zu bringen, das muss schnellstens aus den Köpfen. Sechs Punkte waren möglich, jetzt sind es nur zwei. Im vergangenen Jahr hatten wir nach zwei Spielen nur einen Punkt. Am Freitag in Ingolstadt wird es schwer, aber am Sonntag gegen Iserlohn muss ein Heimsieg her. Gegen Augsburg haben wir 45 Schüsse auf unser Tor zugelassen, das ist einfach zu viel, dann ist es meistens nur eine Frage der Zeit, bis einer reinfällt.“

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