Krefeld Pinguine: Carons Abschied der Anfang vom Ende

Sie Saisonanalyse der Krefeld Pinguine : Carons Abschied der Anfang vom Ende

Analyse Für die Krefeld Pinguine ist die DEL-Eiszeit  erneut nach der Hauptrunde zu Ende. Die greifbar nahe Teilnahme an den Pre-Play-offs wurde zu Jahresbeginn durch acht Niederlagen in Folge verspielt. Ein neuer Torwart aus Finnland soll bereits verpflichtet sein.

Zum vierten Mal in Folge endet am kommenden Sonntag mit dem Heimspiel der Pinguine gegen die Augsburger Panther die Krefelder DEL-Eiszeit nach der Hauptrunde. Dabei bestand lange die Hoffnung, dass die Mannschaft mal wieder am Höhepunkt der Saison teilnehmen kann. Die beiden neuen Trainer Brandon Reid und Pierre Beaulieu verhalfen dem Team zu einem modernen Spielsystem und schöpften das Leistungsvermögen der Spieler nahezu optimal aus. Dazu gesellten sich ein starker Zusammenhalt im Team, Laufbereitschaft und Kampfgeist. Schnell sorgten die „neuen Pinguine“ für Furore und erhielten von der Konkurrenz Respekt und Anerkennung. Von Woche zu Woche entpuppten sich die Schwarz-Gelben als Überraschungs-Mannschaft der Liga. Die KEV-Fans durften nach einer langen Durststrecke wieder von der Play-off-Teilnahme träumen.

Das alles spiegelte sich auch im Zuschauerzuspruch wider. Auch wenn die Punktausbeute am Ende nicht viel besser ist als in den drei Vorjahren, ging die Leistungskurve nach oben. Fast alle Heimspiele waren das Eintrittsgeld wert. Die Begeisterung auf den Rängen kannte besonders in einigen Spielen gegen die Topclubs keine Grenzen.

Ein Knackpunkt war Ende Oktober der Wechsel von Torjäger Jordan Caron in die russische KHL. Nach 12 Einsätzen für die Pinguine konnte der Kanadier dem Lockruf des Geldes nicht widerstehen. Ein gleichwertiger Ersatz war für Krefeld aus zwei Gründen nicht zu bekommen. Zum einen fehlten die finanziellen Mittel, zum anderen wechselt ein Spieler seiner Klasse zu diesem Zeitpunkt der Saison nur höchst selten den Verein. Ohne Caron war es für Trainer Reid sehr schwer, mehr als eine torgefährliche Reihe aufs Eis zu stellen. Letztendlich blieb ihm nichts anderes überig, nur auf das Trio Costello/Berglund/Pietta zu setzen. Für die Konkurrenten waren die Pinguine damit leichter auszurechen und konnten besonders in ihren Heimspielen die Top-Reihe der Liga ausschalten.

Auf der Suche nach einem neuen Stürmer taten sich die Krefelder sehr schwer. Das Anforderungsprofil des Trainers konnte nicht erfüllt werden. Statt des ersehnten großen und schussstarken Centers kam der kleine Außenstürmer Samson Mahbod aus der tschechischen Top-Liga, wo er aber nur acht Mal zum Einsatz gekommen war. Seine Verpflichtung entpuppte sich als krasser Fehlgriff. Das traf dann auch für den neuen Torwart Ilya Proskuryakov zu. Der Russe kam ohne Spielpraxis. Trotzdem warf der Coach ihn beim Auswärtsspiel in Berlin (3:5) nach einer Trainingswoche ins kalte Wasser. Dazu kamen beim 32-Jährigen zwischenmenschliche und sprachliche Problem. Seine Frau und seine drei Kinder mussten in der Heimat bleiben. Sportlich konnte er seine Klasse und Erfahrung aus 498 KHL-Spielen nicht unter Beweis stellen. Seine Rückkehr nach Russland steht schon fest. Als neue Nummer eins soll bereits ein finnischer Torwart verpflichtet worden sein, der auch schon mal in der NHL im Tor stand. Als Back-Up-Goalie soll Dimitri Pätzold in Krefeld bleiben. Die Verantwortlichen haben sich schon sehr lange damit beschäftigt, auf der Torwart-Position endlich mal wieder auf einen Klassemann bauen zu können und wollen dafür auch tiefer in die Tasche greifen.

Laut Sportdirektor Matthias Roos sind die Planungen für die neue Saison bereits weit fortgeschritten. Man darf gespannt sein, wer neben Daniel Pietta, Martin Schymainski, Chad Costello, Torsten Ankert, Alex Trivellato und Dimitri Pätzold noch bleiben wird. Für Garrett Noonan besitzen die Pinguine eine Option. Auch Phillip Bruggisser wird wohl bleiben. Torjäger Berglund könnte es zurück in seine schwedische Heimat ziehen. Allerdings soll ihm auch ein Angebot aus Mannheim vorliegen.

Wie aus Ingolstadt zu erfahren war, sollen die Pinguine Interesse an Laurin Braun haben. Der 28-jährige Stürmer aus dem Nachwuchs der Eisbären und der dort den Sprung in die DEL schaffte, saß bei den Panthern teilweise als überzähliger deutscher Spieler auf der Tribüne.

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