Krefeld Pinguine: Brandon Reid über harte Arbeit

Krefeld Pinguine : „Die harte Arbeit zahlt sich aus“

Die Krefeld Pinguine haben am Sonntag mit dem Sieg gegen Wolfsburg Platz eins der Heimtabelle erobert. Die beiden Erfolge vom Wochenende zeigen, dass die Mannschaft weiter Fortschritte macht, besonders in der Defensive.

Den Berufs-Kritikern - und Nörglern im Krefelder Eishockey verschlug es am Wochenende bestimmt die Sprache. Sie hatten wohl am wenigsten mit sechs Punkten aus den Duellen gegen München und Wolfsburg gerechnet. Damit katapultierten sich die Pinguine nach sechs Spieltagen auf Platz eins der DEL-Heimtabelle. In vier Begegnungen in Folge punktete das Team auf eigenem Eis. Das gab es zuletzt gegen Ende der Saison 2015/16.

Das alles ist zu diesem Zeitpunkt eine wunderschöne Momentaufnahme, die aber nach drei mageren Jahren überaus gut tut und weiter die Hoffnung auf bessere Zeiten nährt. Denn die Marschroute des neuen Trainers Brandon Reid, Schritt für Schritt Fortschritte machen zu müssen, bestätigte sich besonders im Duell mit dem Meister. Gegen ein Team, das deutlich mehr Talent zu bieten hat, gewann Krefeld verdient. München kam zu keiner Kontermöglichkeit und kaum mal gefährlich vor das Tor von Dimitri Pätzold. Auch alle drei Stürmer beteiligten sich an der Abwehrarbeit und bildeten eine Sperrzone vor dem eigenen Kasten. „Uns ist es nicht gelungen, in die gefährlich Zone vor das Tor zu kommen, wir hatten nur Torgelegenheiten von außen“, sagte Ex-Pinguin Patrick Hager.

Trainer Reid predigt den Spielern seit seinem Amtsantritt seine Philosophie. Für ihn zählt nur das Kollektiv. Teamgeist, Zusammenhalt und das Vertrauen untereinander sind für ihn Bedingung, damit die fünf Spieler auf dem Eis sein System erfolgreich umsetzen können. Das Spiel gegen Wolfsburg zeigte, dass die Mannschaft an das System glaubt, was Daniel Pietta hinterher bestätigte: „Drei Gegentore in zehn Minuten dürfen wir uns in Zukunft natürlich nicht wieder leisten. Aber jeder glaubt an unser System und jeder ist für jeden da, das ist der Grund für unseren Erfolg. Wir müssen immer zuerst defensiv denken, wir definieren uns über unsere Defensivleistung. In der vergangenen Saison hätten wir so Spiele wie jetzt in München und gegen Wolfsburg nicht gewonnen. In München wären wir vielleicht in die Overtime gekommen, aber den Rückstand gegen Wolfsburg hätten wir nicht mehr gedreht, weil wir da den Kopf verloren hätten und dann vogelwild übers Eis gelaufen wären.“ Trotz der kleinen Erfolgsserie sei das kein Grund, jetzt anzuheben. Das sieht auch Kapitän Phillip Bruggisser so: „Es ist noch sehr früh in der Saison, da kann man noch nicht sagen, wohin die Reise geht. Aber wir sind als Gruppe schnell und gut zusammengewachsen, das ist ein wichtiger Grund für unsere Erfolge.“ Für den Trainer ist auch das gewonnene Selbstvertrauen für die positive Entwicklung verantwortlich. „Das ist ein normaler Prozess. Ansonsten habe ich vor den beiden Spielen nicht viel geändert. Aber die harte Arbeit im Training zahlt sich natürlich auch aus.“

Für Matthias Roos steckt noch mehr Potenzial in der Mannschaft: „Der Entwicklungsprozess ist lange noch nicht abgeschlossen. Am ersten Spielwochenende haben wir noch zu viel zugelassen. In München wusste die Mannschaft, dass jeder 100 Prozent geben muss, um eine Klatsche zu verhindern. Durch das Vertrauen in unser System blieben die Köpfe auch nach dem 0:3-Rückstand gegen Wolfsburg oben. Dass wir in den ersten und letzten zehn Minuten nicht gut gespielt haben, ist Jammern auf hohem Niveau. Die sechs Punkte und Platz fünf in der Tabelle sind eine tolle Sache für Mannschaft, Trainer und auch für das Team in der Geschäftsstelle. Vom Zuschauerzuspruch am Sonntag bin ich natürlich etwas enttäuscht, überrascht hat es mich aber nicht. Wolfsburg ist ja auch nicht gerade ein Zuschauermagnet. Ich hoffe auf einen guten Besuch am Freitag gegen Straubing. Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns gegen einen direkten Konkurrenten um Platz 10, da brauchen wir unbedingt drei Punkte.“

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