Krefeld Pinguine - Blitz-Transfer: Ankert jetzt ein Pinguin

Eishockey: Blitz-Transfer: Ankert jetzt ein Pinguin

Mit dem 30-jährigen Verteidiger von den Grizzlys Wolfsburg verstärkten die Krefelder gestern ihre Abwehr. Der Ex-Nationalspieler gibt morgen im Heimspiel gegen Berlin mit der Trikotnummer 81 sein Debüt bei den Schwarz-Gelben.

Und plötzlich ging alles ganz schnell! Vor vier Wochen hatte Matthias Roos Kontakt zu Torsten Ankert, der seinen Vertrag in Wolfsburg auflösen wollte, aufgenommen. Als die Grizzlys am Dienstag den in Berlin aussortierten Center Jason Jaspers unter Vertrag nahmen, war der Weg von der Autostadt an die Westparkstraße für den Verteidiger frei. Der Krefelder Sportdirektor machte sofort Nägel mit Köpfen und verpflichtete den Ex-Nationalspieler, an dem die Pinguine schon vor 18 Monaten  stark interessiert waren. Damals entschied er sich aber für einen Wechsel von Köln nach Wolfsburg. Am Donnerstag trainiert Ankert zum ersten Mal mit seinem neuen Team und soll am Freitag im Heimspiel gegen die Eisbären Berlin mit der Trikotnummer 81 sein Debüt geben.

„Torsten ist ein zuverlässiger und taktisch disziplinierter Verteidiger, von dessen Erfahrung unsere junge Defensivabteilung profitieren wird. Ich habe zwischen 2007 und 2010 in einigen Derbys gegen ihn gespielt und freue mich, dass er nun in unserem Team ist“, sagt Chef-Trainer Brandon Reid am Mittwoch über den 188 cm großen und 93 kg schweren Neuzugang, der über viel internationale Erfahrung verfügt und für die deutsche Mannschaft bei drei Weltmeisterschaften zum Einsatz kam.

Ankert wechselte 2003 aus Essen nach Köln in das DNL-Team der Haie und gab sein Debüt in der DEL in der Saison 2005/06 im Alter von 17 Jahren. Insgesamt hat der Defensivspezialist für Köln 504 Hauptrundenspiele bestritten und dabei zehn Tore, 63 Vorlagen, 388 Strafminuten und einen Wert von + 30 in der +/- Statistik vorzuweisen. Hinzu kommen 90 Spiele in den Play-offs (3/8(+9). „In Köln habe ich mein halbes Leben verbracht, weshalb der Umzug nach Wolfsburg vor einem guten Jahr auch nicht einfach gewesen ist. Mir haben das Rheinland und natürlich auch die Derbys gefehlt. Im König-Palast bin ich immer von der Atmosphäre beeindruckt gewesen. Nach drei schwierigen Jahren ist in Krefeld Aufbruchsstimmung angesagt. Hier wächst etwas Neues zusammen. Ich wollte zu den Pinguinen wechseln und freue mich, dass Wolfsburg der Vertragsauflösung nun zugestimmt hat“, so die Worte von Torsten Ankert, der am Mittwochabend eintraf, in der Pressemitteilung der Pinguine.

In der Vorsaison kam Ankert in Wolfsburg aufgrund von Verletzungen nur auf 16 Hauptrunden- und sieben Play-off-Einsätze. In dieser Spielzeit stand er sieben Mal für die Grizzlys auf dem Eis, darunter auch beim Auswärtsspiel in Krefeld. Für Insider in Wolfsburg hatte sich der Abschied schon länger abgezeichnet. Er sei eigentlich  nie so richtig bei den Grizzlys angekommen. Und auch aus privaten Gründen habe er sich dort nie so richtig wohl gefühlt, weil seine Lebensgefährtin mit Kind in Köln lebt.

Bei den Pinguinen soll er nun den körperbetonten Faktor in der Abwehr übernehmen. Trainer Reid möchte durch diese Verpflichtung und nach dem Comeback von Patrick Seifert, mit dem am übernächsten Wochenende gerechnet wird, Martin Lefebvre und Phillip Bruggisser entlasten. „Beide sollen weniger Eiszeit bekommen, damit sie über mehr Energie für offensive Aktionen verfügen“, sagt der Coach.

Durch Ankert und nach der Rückkehr von Seifert steigt der Konkurrenzkampf in der Abwehr deutlich an. Am Mittwoch im Training wurde James Bettauer zum Stürmer umfunktioniert und ging in der vierten Reihe aufs Eis. Trainer Reid ist mit der Statistik seiner bisherigen vierten Formation nicht zufrieden: „Minus 14 nach acht Spielen kann ich nicht akzeptieren. In der NHL wird so eine Reihe komplett in die AHL geschickt.“ Für das Spiel gegen die Eisbären will er die dritte und vierte Reihe umbauen. Vermutlich wird es einen Stürmer erwischen, der neben Joel Keussen auf der Tribüne Platz nehmen muss.

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