Krefeld Pinguine bei Adler Mannheim nur Außenseiter

Krefeld Pinguine : Pinguine in Mannheim Außenseiter

Für die Krefelder beginnt nach dem Derbysieg gegen die Düsseldorfer EG mit dem Gastspiel bei den Adlern in der Kurpfalz eine Serie von drei Auswärtsspielen. Trainer Rick Adduono denkt über einen Wechsel im Tor nach.

Viele der KEV-Fans unter den 5579 Zuschauern wussten am frühen Sonntagabend nicht genau, ob sie sich über den 4:2-Sieg gegen den rheinischen Rivalen DEG so richtig freuen sollen. Das 101. Derby erinnerte besonders im ersten Drittel mehr an einen Kindergeburtstag. Zum Glück hatten die Gäste reichlich Geschenke in Form von ausgelassenen Torchancen mitgebracht. Dass am Ende die drei Punkte in Krefeld blieben, täuscht über ein insgesamt emotionsloses und ziemlich Niveau armes Duell hinweg. Beide Teams bewarben sich eindrucksvoll für den Fair-Play-Preis der Liga. Nur eine einzige Strafzeit in 60 Minuten gab es in den 100 Duellen zuvor noch nie.

"Das erste Drittel war eine Katastrohe", sagte Marcel Müller gestern nach dem Training, das nicht auf dem Eis stattfand, sondern als lockere Regenerations-Einheit im Kraftraum. Der Torjäger, der jetzt mit acht Punkten (4/4) die interne Scorerliste anführt, begründete die schwache Leistung in den ersten 20 Minuten so: "Wir haben eine junge Mannschaft, die durch die vielen Zuschauer nervös war. Davon habe auch ich mich anstecken lassen." Dazu kam ein gewisser Druck, auch wenn es noch früh in der Saison ist. Denn die Vorgabe von Sportdirektor Matthias Roos, in den ersten fünf Heimspielen den verlorenen Kredit der Fans aus der Vorsaison zurück gewinnen zu müssen, steckte in den Köpfen der meisten Spieler.

Positiv wirkte sich Rick Adduonos personelle Umstellung aus. Martin Ness war für Christoph Gawlik als Center zwischen Martin Schymainski und Adrian Grygiel ein Aktivposten. "Schimmi versteht sich gut mit Martin", sagte der Trainer. Das bestätigte der dreifache Torschütze: "Das schönste Tor war sicher das zweite. Es war so abgesprochen, dass ich nach einem Bullygewinn von Martin Ness sofort abziehe. Wir hatten das schon zweimal vorher probiert, da hat es nicht geklappt. Hingeschaut habe ich bei meinem Schuss nicht mehr, aber das Tor steht ja zum Glück auch immer an der gleichen Stelle." Insgesamt sammelte der "doppelte Martin" (Schymainski/Ness) fünf der zehn Krefelder Scorerpunkte.

Ein Faustpfand für die Pinguine ist derzeit ihre körperliche Verfassung. Im letzten Drittel konnten sie auch am Sonntag wieder zulegen. Sicher war es ein kleiner Vorteil, dass sie einen Tag länger Pause hatten als die DEG. Doch nach dem Ausfall von Kevin Orendorz im zweiten Drittel stellte Adduono auf drei Reihen um, was zusätzlich Energie kostete. Zumal die erste Sturmreihe deutlich mehr Wechsel verbuchte als die zweite und dritte. "Nur mit drei Reihen zu spielen, das ist kein Problem, wir sind dafür Profi genug und haben uns im Sommer gut vorbereitet", sagt Christoph Gawlik.

Ob die Kräfte am Ende auch noch in den drei Auswärtsspiele reichen, die am Dienstag in Mannheim beginnen? "Der Spielplan ist nicht gerade clever aufgestellt. Man hätte besser die Spiele im Süden gebündelt, um sich lange Fahrten zu ersparen", sagte Marcel Müller. Besonders am kommenden Wochenende sitzen die Pinguine sehr lange im Bus. Nach dem Gastspiel am Freitag in Straubing würden sie am besten gleich zum Duell nach Wolfsburg fahren.

Auf dem Papier hängen die Trauben für Krefeld in Mannheim als Außenseiter ziemlich hoch. Allerdings sind die Adler noch nicht so richtig in Fahrt gekommen und weisen gerade Mal zwei Punkte mehr als die Schwarz-Gelben auf dem Konto auf. "Mannheim hat ein starkes Team. Wir müssen wie gegen die DEG diszipliniert spielen. Gegen das Powerplay der Adler ist kein Kraut gewachsen", erklärte Adduono. Er will heute entscheiden, ob er Torwart Andrew Engelage eine Pause gönnt und Patrick Klein zu Einsatz kommt. Eventuell wird auch Youngster Philipp Kuhnekath nach dem abschließenden Training und dem anschließenden Essen um 13 Uhr mit in den Mannschaftsbus steigen.

(RP)