Krefeld Pinguine bei 1:2-Niederlage gegen ERC Ingolstadt ohne Biss und Spielwitz

Enttäuschende Vorstellung gegen Ingolstadt : Pinguine ohne Biss und Spielwitz

Die Krefelder enttäuschten im Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt erneut und unterlagen mit 1:2. Das Überzahlspiel war erneut desolat. Ersatztorwart Dimitri Pätzold saß 60 Minuten in den Kabine.

Von H.-G. Schoofs

Eigentlich war der Tiefpunkt der Saison für die Pinguine schon nach dem Heimspiel gegen Wolfsburg und der neunten Niederlage in Folge erreicht. Doch es ging am Sonntagmittag noch tiefer. Die Krefelder boten in der Yayla-Arena vor 4489 Zuschauern eine überaus schwache Vorstellung und unterlagen dem ERC Ingolstadt völlig verdient mit 1:2. Dabei präsentierten sich auch die Panther nicht gerade von ihrer besten Seite. Alleine Torwart Jussi Rynnäs zeigte sich in Bestform und sorgte dafür, dass seine Vorderleute bis zur letzten Sekunde die Möglichkeit besaßen, das Blatt noch zu wenden. Doch sie agierten ohne Biss und Spielwitz. Völlig desolat war erneut das Überzahlspiel. Auch wenn die Pinguine am Donnerstag mit dem Sieg im kleinen Westderby bei den Iserlohn Roosters Werbung für das Heimspiel gegen die Panther von der Donau gemacht hatten, spiegelte sich das beim Krefelder Familien-Spieltag nicht unbedingt auf den Rängen wider. Die Mannschaft wollte ihren zweiten „Saison-Neustart“ mit einem Heimsieg fortsetzen. Verzichten mussten die Schwarz-Gelben auf den angeschlagenen Jeremy Welsh, für den Arturs Kruminsch ins Aufgebot rückte. Auf der Bank saß kein Ersatztorwart. Dimitri Pätzold hockte in voller Ausrüstung im Chilloutbereich der Kabine. Wegen einer Erkältung sollte er sich nicht den kühlen Temperaturen aussetzen.

Die Gäste bestätigten vom Auftaktbully weg ihre Auswärtsstärke. Sie gewannen vier ihrer bisher fünf Auftritte auf fremdem Eis. Nach wenigen Sekunden verhinderte Torwart Jussi Rynnäs gegen Collins das 0:1. Fast im Gegenzug hatte Chad Costello die Krefelder Führung auf dem Schläger, scheiterte bei seinem Solo aber an Torwart Reimer. Ingolstadt blieb das tonangebende Team. Als die Hausherren zum ersten Mal in Überzahl waren, starteten die Panther nach einem Fehler von Phillip Bruggisser einen Konter, den Collins mit einem unhaltbaren Treffer abschloss (11.). Dieser Unterzahltreffer war für die Pinguine pures Gift. Bis zur Pause lief nichts mehr zusammen. Auf den Rängen waren erste Pfiffe zu hören. Besonders bei zwei weiteren Überzahlspielen, die ohne Gefahr verpufften.

Das setzte sich gleich zu Beginn des Mitteldrittels bei zwei weiteren Überzahlsituationen fort. Besser machten es die Gäste, die bei einer Strafe gegen Garrett Noonan auf 2:0 erhöhten (28.). Trainer Reid nahm sofort seine Auszeit und faltete seine Schützlinge zusammen. Auch danach lief kaum was zusammen, was besonders eine Szene deutlich machte. Grant Besse ließ sich in Überzahl im eigenen Drittel von Simpson den Puck abluchsen. Zum Glück war Torwart Rynnäs zur Stelle. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel fiel dann fünf Sekunden vor der zweiten Pause der Anschlusstreffer. Philip Riefers zog von der blauen Linie einfach mal ab. Jacob Lagacé nahm Torwart Reimer etwas die Sicht und der Puck landete im Tor.

War dieser späte Treffer für die Pinguine psychologisch wertvoll? Danach sah es im Schlussdrittel zunächst nicht aus. Es waren die Panther, die auf den nächsten Treffer drängten. Dabei hielt Torwart Rynnäs sein Team mit zwei guten Saves im Spiel. Trainer Reid bündelte die Kräfte auf drei Reihen. Travis Ewanyk nahm im dritten Sturm den Platz von Niklas Postel ein. Costello und Besse tauschten die Reihen. Aber auch das verhalf dem Team nicht zu mehr Durchschlagskraft, im Gegenteil. Ingolstadt kontrollierte das Geschehen. Es dauerte bis zur 55. Minute, ehe die KEV-Fans den Torschrei auf den Lippen hatten. Aber Besse sprang der Puck am kurzen Pfosten über den Schläger, als Torwart Reimer in der anderen Ecke war. Die Panther starteten einen Konter. Dabei verhinderte Rynnäs gegen Detsch die Vorentscheidung. Drei Minuten vor dem Ende waren die Pinguine zum siebten Mal in Überzahl. Doch erneut geriet der Panther-Käfig nicht in Gefahr, auch nicht, als Torwart Rynnäs 60 Sekunden vor dem Ende seinen Arbeitsplatz verließ. Am Ende begleitete die Krefelder ein gellendes Pfeifkonzert und die Rufe „so eine Sch..... haben wir nicht verdient“ in die Kabine.

Krefeld - Ingolstadt 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)

Pinguine: Rynnäs - Ankert/Cundari, Noonan/Riefers, Trivellato/Bruggisser, M. Schmitz – Costello/Pietta/Saponari, Besse/Hodgman/Braun, Lagace/Hospelt/Postel, Ewanyk/Kruminsch/Kuhnekath.

Schiedsrichter: Kopitz (Iserlohn), Köttstorfer (Rosenheim).

Zuschauer: 4.489.

Tore: 0:1 (10:45) Collins (Olson - 4:5), 0:2 (27:37) Foucault (Koistinen - 5:4), 1:2 (39:55) Riefers.

Strafminuten: Krefeld 8, Ingolstadt 16.

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