Krefeld Pinguine: Achte Niederlage in Folge

Die sportliche Krise hält an : Pinguine kassieren achte Niederlage in Folge

Auch im Kellerduell gegen ide Grizzlys Wolfsburg haben die Krefelder ihre schwarze Serie nicht beendet. Sie agierten über weite Strecken ohne Selbstvertrauen und unterlagen mit 2:3. Wolfgang Schulz traf sich mit dem Mannschaftsrat.

Wie wollen die Pinguine aus ihrer sportlichen Krise herauskommen? Diese Frage stellten sich am Freitagabend die KEV-Fans nach der 2:3-Niederlage gegen die Grizzlys Wolfsburg. Jetzt wartet die Mannschaft von Trainer Brandon Reid schon seit acht Spielen auf ein Erfolgserlebnis. Genauso eine schwarze Serie gab es im Januar, als die Mannschaft ihre Teilnahme an den Pre-Play-offs verspielte. Nach einem schwachen ersten Drittel kamen die Gastgeber vor 3523 Zuschauern, darunter sechs Fans aus der Autostadt, besser ins Spiel, mussten aber ständig einem Eintore-Rückstand hinterherlaufen. Wie sehr die vielen Niederlagen zuvor an ihrem Selbstvertrauen genagt haben, wurde auf dem Eis sehr deutlich.

Selbst ganz erfahrenen Spielern klebte das Pech förmlich am Schläger. Alleine Torwart Jussi Rynnäs behielt klaren Kopf. Der Finne sorgte besonders im ersten Drittel dafür, dass sein Team noch eine Siegchance besaß. Ob die Negativserie ausgerechnet am Sonntag im Auswärtsspiel beim EHC München reißt, ist unwahrscheinlich. Aber vielleicht wirkt sich die Tatsache, dass es beim Tabellenführer nichts zu verlieren gibt, befreiend auf die Mannschaft aus.

Mit der Last von sieben Niederlagen auf einen Streich gingen beide Teams in das Match. Entsprechend angespannt war die Atmosphäre in beiden Lagern vor dem Spiel. Und die Aussagen von Trainern und Spielern waren nahezu gleich. Man habe im Training intensiv gearbeitet und die Fehler analysiert. Bei den Pinguinen kam dazu noch die Unruhe im Umfeld. Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz hatte sich diese Woche mit dem Mannschaftsrat getroffen und die Lage besprochen. Seitdem herrschte bei den Spielern deutlich mehr Zuversicht als noch vor dem Spiel gegen Köln.

Nach intensiver Arbeit im Training und einer genauen Fehleranalyse sah es nach dem Auftaktbully zunächst bei den Wolfsburgern gut aus. Bereits nach wenigen Sekunden tauchte Fauser frei vor Torwart Jussi Rynnäs auf, zielte aber am Tor vorbei. Die Krefelder bekamen das Spiel nicht in den Griff, auch nicht, als sie in Überzahl waren. Die Gäste hatten weiter mehr vom Spiel und gingen nicht unverdient in Führung, weil gleich vier Pinguine vor dem eigenen Tor zu passiv waren (9.). Der Rückstand war pures Gift für die Gastgeber. Das letzte Quäntchen Selbstvertrauen ging verloren. Das war besonders bei der zweiten Überzahl zu sehen. als die Grizzlys bei einer Großchance an Torwart Rynnäs scheiterten (16.). Alleine beim Finnen konnten sich seine Vorderleute bedanken, dass es bis zur Pause beim 0:1 blieb.

Viel besser lief es für die Pinguine ab dem zweiten Drittel. Endlich bekamen sie Puck und Gegner vielversprechend unter Kontrolle. Mark Cundari (22.) und Daniel Pietta (24.) scheiterten an Torwart Brückmann. Der sah kurz darauf schlecht aus, als Vinny Saponari den Puck am kurzen Pfosten über die Linie drückte. Nach der Hälfte des Spiels überstanden die Hausherren zwei Unterzahlspiele. Doch wenig später schauten sie tatenlos bei einem Solo von Bergmann zu, der die Gäste wieder in Führung brachte (34.) Dann erhitzten sich die Gemüter. Cundari und Latte ließen die Fäuste fliegen. Durch eine weitere Strafe gegen die Gäste waren die Pinguine für 62 Sekunden in doppelter Überzahl. Dabei traf Phillip Bruggisser den Pfosten.

Torwart Rynnäs verhinderte zu Beginn des Schlussdrittels gegen Fauser den dritten Gegentreffer. Dann musste Saponari nach einem Bandencheck von Jones mit einer Nackenverletzung behandelt werden, kehrte aber wieder aufs Eis zurück. Bei der fälligen Überzahl sorgte Chad Costello, der DEL-Spieler des Monats September, mit einem Solo aus der eigenen Hälfte heraus für den Ausgleich. Die Pinguine überstanden eine Strafe gegen Jeremy Welsh, mussten dann aber erneut einen Treffer hinnehmen. Bergmann traf mit einem verdeckten Schlagschuss, den Rynnäs nicht sehen konnte (51.). Das nahm den Pinguine den letzten Glauben, das Spiel noch gewinnen zu können. Sie holten zwar noch die Brechstange heraus, doch es herrschte mehr Krampf als Kampf. Auch als Torwart Rynnäs 70 Sekunden vor dem Ende seinen Arbeitsplatz verließ, gerieten die Grizzlys nicht mehr in Gefahr.

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