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Krefeld: Phillip Bruggisser verlässt die Pinguine

Der erste Abgang : Phillip Bruggisser verlässt die Pinguine

Der dänische Verteidiger hat bei Grizzly Wolfsburg einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Geschäftsführer Matthias Roos hofft, dass bis zum Wochenende die neue Gesellschafterstruktur der GmbH steht.

Es ist sicher keine Überraschung mehr, dass Phillip Bruggisser die Pinguine verlassen hat. Bereits am 18. Februar meldete unsere Zeitung, dass der Däne in der kommenden Saison wahrscheinlich das Trikot der Grizzlys Wolfsburg tragen wird. Der 1,84 Meter große Offensiv-Verteidiger erzielte in 104 DEL-Partien 22 Treffer und gab 45 Vorlagen. Zur Saison 2018/19 war Bruggisser vom dänischen Club Esbjerg Energy, mit dem er 2016 den Meistertitel holte, nach Krefeld gewechselt. Zuvor spielte er bereits drei Saisons in Schweden. „Mit Phillip bekommen wir einen offensivorientierten Verteidiger, der in der DEL zu den torgefährlichsten Defensivspielern zählt. Er verfügt über einen sehr präzisen und harten Schlagschuss. Gerade in unseren Special-Teams wird ihm eine tragende Rolle zukommen. Dass er dort seine Qualitäten hat, hat er bereits zwei Jahre in Krefeld gezeigt“, so die Worte des Wolfsburger Sportdirektor und Geschäftsführer Karl-Heinz Fliegauf auf der Homepage des Klubs.

In Krefeld werden nicht viele Fans dem 28-jährige Blueliner eine Träne nachweinen. Dafür leistete er sich zu viele kapitale Fehler, die in der Regel auch zu Gegentoren führten. Ferner ging seine Leistungskurve nach dem ersten Eingewöhnungsjahr auch nicht entscheidend nach oben. Daher hatte ihn Sportdirektor Matthias Roos auch während der Deutschland-Cup-Pause öffentlich angezählt, was sich allerdings positiv auf seine Leistung auswirkte. Besonders unter der Regie von Trainer Pierre Beaulieu ging Bruggissers Leistungskurve nach oben. „Ich war mit Phillip nach dem Saisonende im Austausch. Ich bin auch nach meiner Kritik mit ihm gut klargekommen. Ich schätze ihn auch als Mensch. Aber es war für ihn nach zwei Jahren Krefeld auch klar, dass er eine neue Herausforderung suchte“, erklärte Roos. Natürlich wird auch das Angebot aus der Autostadt nicht so schlecht gewesen ein, wo er einen Zweijahresvertrag erhielt.

Für Roos hat so eine Entscheidung aber immer zwei Seiten: „Vor drei Jahren hieß es, wir brauchen unbedingt einen schussstarken Blueliner. Jetzt hatten wir einen, der aber wegen seines Defensivverhaltens kritisiert wurde. Wenn wir jetzt drei starke Defensivverteidiger verpflichten und wir keinen Blueliner haben, werde ich dafür kritisiert. Ich kann die Leute dann auch verstehen. Das Geld für einen defensivstarken Blueliner haben wir nicht.“

Der Sportdirektor spürt schon, dass sich durch die generelle Saisonabsage das Personalkarussell schneller dreht: „Aber es ist auch eine gewisse Vorsicht zu spüren. Alle wissen nicht, wie sich die Corona-Krise auf die wirtschaftliche Situation der Sponsoren auswirkt. Entscheidend ist, wie lange sich der aktuelle Zustand noch hinzieht.“ Die zahlreichen Spieler, die andere DEL-Klubs jetzt verlassen, sind für den Sportdirektor nur bedingt interessant: „Ich gehe davon aus, dass die meisten schon anderswo unterschrieben haben.“ Ich war vor der Saison ein Freund von Brett Findlay, bin aber überrascht, dass er in Iserlohn nicht besser gespielt hat. Seinem Vermittler habe ich gesagt, dass ich durchaus Interesse habe. Aber ich weiß nicht, ob er schon bei einem Klub unterschrieben hat.“

Nicht so lange hinziehen wie eventuell die Corona-Krise soll sich für Roos die Suche nach der endgültigen Gesellschafterstrukur, von der zum Beispiel auch die weiteren personellen Planungen und die Preisgestaltung der Dauer-und Tageskarten: „Ich hoffe, dass wir das bis zum Wochenende hinbekommen. Versprechen kann ich das natürlich nicht.“