Krefeld Pinguine: KEV geht zuversichtlich in die Saison

Krefeld Pinguine : KEV geht zuversichtlich in die Saison

Krefelds Traditionsverein konzentriert sich nach einer sportlich schwierigen Saison und erheblichen finanziellen Problemen nur noch auf die Nachwuchsarbeit. Die Zusammenarbeit mit den Pinguinen funktioniert gut.

Das Projekt Oberliga ist tot, es lebe der Nachwuchs! Dieses Motto gilt in der neuen Eiszeit für den Krefelder EV. Der Versuch, den Talenten der Schwarz-Gelben im Drittliga-Team an der Westparkstraße den Sprung ins Profilager der Pinguine zu erleichtern, ist gescheitert. Allerdings nicht aus sportlicher Sicht. Es fehlten einfach die notwendigen finanziellen Mittel. Die eine Saison unter alleiniger Regie des KEV hätte den Verein fast in die Insolvenz getrieben. "Wir können uns die Oberliga-Mannschaft zusammen mit den Pinguinen einfach nicht mehr leisten", sagte gestern der 1. Vorsitzende Jörg Hellwig.

Die finanzielle Lage des KEV ist nach wie vor angespannt. "Wir sind noch nicht gerettet. Es bestehen Altlasten. Wir brauchen zwei bis drei Jahre zur Konsolidierung", erklärte Hellwig, der gemeinsam mit anderen Vorstandsmitgliedern den Verein im Winter mit Privatgeld vor dem Kollaps bewahrt hatte. Den Sparmaßnahmen für die neue Eiszeit fiel das DNL-Trainerduo Hoja/Schaub zum Opfer. Die Trennung habe nichts mit dem enttäuschenden Abschneiden des DNL-Teams zu tun: "Vom Potenzial her hätten wir oben mitspielen können. Aber es ist einfach nicht gelaufen", sagte Obmann Achim Staudt.

Trotz des Sparkonzepts soll sich nichts am erfolgreichen Nachwuchskonzept der vergangenen Jahre ändern: "Wir dürfen uns nicht noch weiter einschränken. Das wäre eine Katastrophe für das Krefelder Eishockey", sagt Hellwig. 400 000 bis 500 000 Euro beträgt der Etat für die Spielzeit 2013/14. Je erfolgreicher die Teams sind, um so höher sind die Kosten. 60 000 Euro steuert die KEV Pinguine Eishockey GmbH dazu. So sehen es die DEL-Statuten vor. Zusätzliche Unterstützung erhält der KEV von den Aufsichtsratsmitgliedern Wolfgang Schulz, Dieter Berten und Helmut Borgmann, deren Firmen sich auf dem neuen KEV-Trikot wiederfinden. Als Hauptsponsor konnte das Krefelder Unternehmen "Silbud" gewonnen werden. "Wir benötigen aber noch weitere finanzielle Unterstützung. Der Ritter auf dem weißen Pferd, der uns eine sechsstellige Summe gibt, wird bei uns nicht vorbeikommen. Die privaten Spenden sind fast ganz weggefallen. Im Bereich der Kleinsponsoren grasen die Pinguine viel ab", erklärte der 1. Vorsitzende, der sich auch mehr Bereitschaft für ehrenamtliche Unterstützung wünscht.

Zufrieden ist der KEV mit der Zusammenarbeit mit den Pinguinen. "Durch das Projekt Oberliga sind wir im sportlichen Bereich enger zusammengerückt. Elmar Schmitz und Rick Adduono tauschen sich ständig aus", sagte Hellwig. Auch Rüdiger Noack von den Pinguinen betonte gestern, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert: "Die Basis beim KEV stimmt. Die Abstimmung mit Elmar Schmitz ist gut. Die kurzen Wege sind ein Vorteil." Allerdings sei das gemeinsame Ziel, die besten Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu halten, schwer umzusetzen. "Durch den Einstieg von Red-Bull in München werden künftig viele Spieler dorthin gehen. Uns bleibt vielleicht nur noch die vierte Wahl, die wir dann zu einer höheren Qualität ausbilden müssen. Gute Beispiele dafür sind Spieler wie Endraß, Kovacic, Akdag oder Hager", erklärte Noack.

(RP)