Krefeld Pinguine: Grausames Saisonende für die Pinguine

Krefeld Pinguine : Grausames Saisonende für die Pinguine

Die Krefelder waren im dritten Pre-Play-off-Spiel gegen Wolfsburg das bessere Team, mussten sich aber wie am Mittwoch unglücklich mit 2:3 geschlagen geben. Der Einzug ins Viertelfinale wurde in Überzahl verpasst.

Grausamer hätte die Eiszeit für die Pinguine und ihre Fans nicht enden können. Wie schon am Mittwoch im ersten Duell waren die Schwarz-Gelben dem Sieg viel näher als die Wolfsburger, doch unterlagen sie erneut, diesmal mit 2:3. Mit einer großartigen kämpferischen Leistung machten sie die Ausfälle der gesperrten Spieler Nick St. Pierre und Istvan Sofron prima wett, wurden am Ende aber Opfer ihrer Überzahlschwäche und eines individuellen Fehlers. Trotzdem können sie nach dieser packenden Serie gegen die Niedersachsen mit erhobenem Haupt in den Urlaub gehen. Morgen trifft sich das Team wieder in der Kabine. In dieser Woche folgen medizinische Tests für alle Spieler, die einen Vertrag für die neue Saison besitzen. Für Samstag ist eine eine Verabschiedung von den Fans geplant. In welcher Form, ist noch offen.

Die Pinguine waren am frühen Samstagabend in der Autostadt eingetroffen, und das mit ziemlich viel Wut im Bauch. Denn auf der Hinfahrt hatten sie von den Sperren für Nick St. Pierre und Istvan Sofron erfahren. Nach dem Motto "Jetzt erst recht!" sorgte die Schwächung des Teams für zusätzliche Motivation. Das galt auch für die KEV-Fans, die gestern Vormittag auf der Autobahn für eine schwarz-gelbe Karawane sorgten. Beim Auftaktbully füllten fast 1000 Anhänger der Schwarz-Gelben die Steh-und Sitzplatzränge gegenüber der Haupttribüne.

Trainer Rick Adduono musste wegen den Sperren sein Team leicht umbauen. Oliver Mebus, der seit dem Auswärtsspiel in Straubing keine Eiszeit mehr bekommen hatte, nahm den Platz von St. Pierre ein. Andi Driendl rückte für Sofron in die erste Reihe und half zusätzlich in der vierten Reihe aus.

Die Pinguine erwischten einen traumhaften Start. Nach super Vorarbeit von Yared Hagos erzielte Mike Mieszkowski nach 92 Sekunden die Führung. Dabei war sein Einsatz wegen einer Verletzung aus dem Freitagsspiel sehr fraglich gewesen. "Mike wollte unbedingt spielen", sagte Adduono. Der Treffer gab der Mannschaft sehr viel Sicherheit. Die Wolfsburger fanden kaum ihren Rhythmus und kamen nur bei ihrer ersten Überzahl zu einer Chance. Dabei verhinderte Torwart Tomas Duba gegen Aubin den Ausgleich. Danach waren die Gäste bis zur Pause dem zweiten Treffer näher als die Hausherren dem Ausgleich. Doch Martin Schymainski, Joel Perrault und in Überzahl zweimal Mieszkowski vergaben gute Einschussmöglichkeiten.

Die Wolfsburger kehrten mit sehr viel Biss aus der Kabine zurück. Oliver Mebus konnte Haskins nur per Foul am Ausgleich hindern. Hauptschiedsrichter Rohatsch entschied auf Penalty, den der Grizzly-Kapitän eiskalt verwandelte. Nicht mal zwei Minuten später klärte Robin Weihager gegen Furchner. Diesmal entschied Brüggemann auf Penalty, den Torwart Duba glänzend meisterte. Danach gab es Torchancen auf beiden Seiten. Eine davon nutzte Dzieduszycki zur Führung, als er bei einem Zuspiel von Haskins, der von Josh Meyers nicht ausreichend attackiert wurde, am langen Pfosten schneller reagierte als Kyle Sonnenburg.

Die Krefelder schockte das nicht. Sie drängten mit aller Macht auf den Ausgleich, den Daniel Pietta kurz vor der Pause erzielte. Er fuhr vor die KEV-Fans und munterte sie zur Unterstützung auf. Die sahen im Schlussdrittel eine starke Vorstellung ihrer Mannschaft. Die Grizzlys hatten kaum noch was zu melden. Was fehlte, war der dritte Krefelder Treffer. Die Chance bot sich bei einer doppelten Überzahl, die 80 Sekunden dauerte. Doch wie schon so oft in dieser Saison ließ das Überzahlspiel Wünsche offen. Ausgerechnet Marcel Müller, dem es zum Großteil zu verdanken ist, dass die Pinguine überhaupt gestern noch auf dem Eis standen, leistete sich vor dem eigenen Tor einen Leichtsinnsfehler, den Haskins brutal mit dem Siegtreffer bestrafte. Er stocherte den Puck unter Dubas Schoner über die Linie

Nach Spielende verabschiedete sich das Team von seinen Fans und wurde dabei begeistert gefeiert. Trainer Adduono ging zu jedem seiner Schützlinge und spendete ihnen Trost. Tomas Duba hockte mit gesenktem Kopf auf dem Eis und konnte das unglückliche Aus nicht fassen. Gerade dem Tschechen hätten die Fans den Einzug ins Viertelfinale gegen den Meisterschaftsfavoriten gegönnt.

(RP)