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Eishockey, DEL: Krefeld Pinguine planen auch für Geisterspiele

Eishockey : Krefeld Pinguine planen auch für Geisterspiele

Am Donnerstag soll sich entscheiden, ob überhaupt oder wie viele Zuschauer Freitag beim Heimspiel gegen Ingolstadt in die Arena dürfen. Experten rechnen mit 30 Prozent der Kapazität. Diskussion über Stimmung im Stadion entfacht.

Mit Spannung warten die Profi-Sportvereine am Donnertag auf die Entscheidung der Politik, ob die Spiele wegen der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie nur noch vor einer reduzierten Zuschauerzahl oder gar wieder als Geisterspiele stattfinden dürfen. „Wir haben die Pläne A, B und C und müssen abwarten, was entschieden wird. Entweder es bleibt so wie bisher, wir dürfen weniger Zuschauer reinlassen oder gar keine. Für alles haben wir eine Strategie“, sagte Sergey Saveljev am Mittwoch.

Ausgerechnet jetzt, wo der tolle Derbysieg am Sonntag gegen die DEG beste Werbung für das Heimspiel gegen Ingolstadt mit dem ersten DEL-Auftritt von Daniel Pietta in Krefeld vor Zuschauern war, würde eine Auslastungs-Beschränkung auf 30 Prozent (2400) die Pinguine hart treffen.

Das Stimmungsbild wurde am Sonntag aus zwei Gründen vor dem Spiel getrübt. Die Gesänge auf der Nordtribüne einiger Fans während der Chanukka-Zeremonie warfen ein schlechtes Bild auf die gesamte Fanszene. Dann bekam Stadionsprecher Kristian Peters-Lach einen „Schlag ins Gesicht“, als er vor dem ersten Bully alle Zuschauer mit dem KEV-Echo auf das Derby einstimmen wollte, aber die Nordtribüne stumm blieb. In einem Eintrag bei Facebook, der nicht von Peters-Lach ist, drückt der Stadionsprecher seine Enttäuschung aus: „Das war ein ganz trauriges Bild, das wir da abgegeben haben. Ich habe mich dazu nur im geschlossenen Fanforum geäußert und weiß nicht, wer das Posting bei Facebook reingestellt hat.“

Durch den Eintrag wurde deutlich, dass die KEV-Fangruppen in Sachen Unterstützung für die Mannschaft unterschiedlicher Meinung sind. Peters-Lach hat mit seinem Eintrag im Fan-Forum eine Diskussion entfacht: „Da sind die Multiplikatoren, die ich brauche. Zwei Fanclubs haben sich direkt bei mir gemeldet und gesagt, lass uns ins Gespräch gehen. Das sollte kein Affront gegen mich sein, was schon mal eine gute Botschaft ist. Mein erster Gedanke war, habe ich was falsch gemacht?“

Es soll jetzt einen aktiven Dialog mit den Fans geben: „Daran habe ich großes Interesse, gegebenenfalls auch mit einem Vertreter des Vereins. Man muss darüber reden, was wird überhaupt gewollt, wo drückt der Schuh, wo fühlen sich Fangruppen falsch verstanden oder wo gibt es Missverständnisse.“ Auch das Fanprojekt und die Supporters nimmt Peters-Lach in Pflicht, sich dem Problem anzunehmen: „Wir müssen mehr miteinander als übereinander reden. Diese Hand wollte ich mit meinen Äußerungen im Forum reichen, mehr nicht.“

Seine Hand zum Gruß reichen darf jetzt wieder Boris Blank, der seine Corona-Quarantäne nach seinem Einsatz bei der U18-Nationalmannschaft beendet hat und seit Dienstag wieder mit der Mannschaft auf dem Eis steht. Auch Igor Gross arbeitet bei den Pinguinen wieder als Torwarttrainer. Der 59j-Jährige war in der Saisonvorbereitung von dieser Aufgabe entbunden worden, weil Saveljev selber die Arbeit mit den Torhütern übernommen hatte. Jetzt will sich der Multifunktionär vorrangig seiner Arbeit als Geschäftsführer und Sportdirektor widmen. Bis Weihnachten will er die personellen Planungen für die Saison 2022/23 vorantreiben und Entscheidungen bekanntgeben.

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Ein junger Nachwuchstorhüter des KEV, wahrscheinlich Matthias Bittner, soll jetzt schon mit einer DEL-Lizenz für die Pinguine ausgestattet werden. Saveljev rechnet fest damit, dass Nikita Quapp ab Mitte Dezember wegen der Vorbereitung auf die U20-WM in Kanada nicht zur Verfügung steht. So müssen nicht zwei Kontingentspieler auf die Tribüne, wenn Oleg Shilin im Tor steht und Bittner statt Sergei Belov auf der Bank sitzt.