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Krefeld Pinguine: Ehrhoff das Maß aller Dinge

Krefeld Pinguine : Ehrhoff das Maß aller Dinge

Der NHL-Star besitzt als Verteidiger der Krefeld Pinguine einen großen Anteil daran, dass die Schwarz-Gelben nach einem Viertel der DEL-Hauptrunde auf dem sechsten Tabellenplatz stehen.

"Ehrhoff, du A.....", schallte es Sonntag in der "TUI-Arena" von Hannover gegen Spielende aus dem Fanblock der Scorpions. Die Anhänger der Niedersachsen wussten genau, dass Christian Ehrhoff der Hauptverantwortliche für die 1:3-Heimniederlage ihres Teams war.

Die Behauptung, ohne Christian Ehrhoff wären die Pinguine ohne Punkte nach Hause gefahren, ist rein hypothetisch. Doch ohne Zweifel ist der 30-jährige NHL-Star von den Buffalo Sabres für das Krefelder Team das Maß aller Dinge. Auf dem Eis ragt er mit knallharten Pässen, glänzendem Stellungsspiel, effizienten Körpereinsatz und einer furchterregenden Schusskraft heraus. Und sogar noch als Torjäger. Bedauerlicherweise bestätigen seine sechs Treffer die chronische Ladehemmung im Angriff.

Auch außerhalb der Eisfläche übernimmt Ehrhoff Verantwortung und stellt sich ganz in den Dienst seines Interims-Arbeitgebers. Knapp 400 Fans kamen Samstag zum öffentlichen Training in den KöPa. Viele, die 20 Euro für die Versicherungssumme gespendet hatten, ließen sich mit dem NHL-Star vor der "Ehrhoff-Bande" ablichten.

Während seine Mannschaftskameraden gestern das herrliche Wetter genießen konnten, machte sich Ehrhoff auf den Weg nach Salzburg, wo er am Abend bei einer Talkrunde von "Servus-TV" zu Gast war. Heute um 10 Uhr will er pünktlich beim Training auf dem Eis stehen.

40 der bisher 410 Schüsse, die Krefeld nach einem Viertel der DEL-Hauptrunde auf des Gegners Tor abfeuerte, gehen auf das Konto von Ehrhoff, der elf der 13 Spiele absolvierte. Mit dieser Statistik ist er nicht zufrieden: "Bei unseren Gegnern werden oft Schüsse gezählt, die eigentlich keine waren, bei uns ist das genau anders." An seinen sechs Treffern gibt es natürlich nichts zu rütteln.

Auf die Frage, ob sein Trainer in Buffalo ihn künftig auch als Stürmer einsetzen werde, wenn Not am Mann ist, antwortete er am Sonntag in Hannover: "Hoffentlich nicht. Das ist nichts für mich." Wie lange er sich noch in Krefeld auch als Torjäger verdient machen kann, weiß er nicht: "So wie es seit Freitag aussieht, wird der Lockout noch länger dauern."

Dadurch schließt sich für Ehrhoff am kommenden Freitag im Heimspiel gegen Köln ein Kreis. Denn sein letztes DEL-Spiel gegen die Haie wird er in seinem Leben nie vergessen, als er mit den Pinguinen am 21. April 2003 im fünften und letzten Play-off-Finale Deutscher Meister wurde. "Ich freue mich riesig auf dieses Spiel und hoffe, dass wir uns endlich auch auf eigenem Eis für unsere zuletzt guten Leistungen belohnen können." Das hoffen auch die KEV-Fans, für die es nur ein schwacher Trost ist, dass die gegnerischen Trainer im König-Palast nach jeder Niederlage der Pinguine zugeben mussten, Krefeld war das bessere Team.

Bis zur Deutschland-Cup-Pause (4.-15.11.) wollen die Pinguine ihren ansehnlichen Tabellenplatz verteidigen, was angesichts der Gegner nicht leicht sein wird. Zu Hause geht es gegen Köln, Augsburg und Straubing. Zu Gast ist der KEV in Nürnberg und Ingolstadt. Mit einem Derbysieg über Spitzenreiter Köln ließe sich die bisherige schlechte Heimbilanz bestimmt besser verdauen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Christian Ehrhoff ist zurück in Krefeld

(RP/rl)