Krefeld Pinguine: Die neue Eiszeit beginnt

Krefeld Pinguine : Die neue Eiszeit beginnt

Die Krefeld Pinguine starten am Freitag mit dem Spiel in Köln in die 19. Saison der Deutschen Eishockey-Liga. Das Gründungsmitglied der Liga kämpft sportlich und wirtschaftlich ums nackte Überleben.

Pleiten, Pech und Pannen! So lautete am 11. März 2012 das Saisonfazit der Pinguine, die sich an diesem Tag im letzten Heimspiel der Hauptrunde gegen Nürnberg mit einer grottenschlechten Leistung und einer 1:3-Niederlage von ihren sehr enttäuschten Fans verabschiedeten. Der Saisonhöhepunkt (Play-offs) fand ohne Krefeld statt. Besonders das Pech (Verletzungen) spielte den Schwarz-Gelben übel mit und riss ein großes Loch in die GmbH-Kasse.

Geringe Erwartungshaltung

Es war für die Verantwortlichen der KEV Pinguine Eishockey GmbH in diesem Sommer nicht einfach, den DEL-Standort Krefeld zu erhalten. In erster Linie ist es dem finanziellen Engagement der Alt-Gesellschafter zu verdanken, dass die Pinguine als Gründungsmitglied auch in der 19. DEL-Saison mitmischen. Die Erwartungshaltung der Fans sollte sich allerdings stark in Grenzen halten. Es geht diesmal sportlich und wirtschaftlich ums nackte Überleben.

Bei der Zusammenstellung des neuen Kaders wurden die Sparzwänge sehr deutlich. Sechs ausländische Akteure verließen die Westparkstraße. Mit Josh Meyers und Mark Voakes fanden dort nur zwei neue Ausländer ihre Heimat. Der quantitative Aderlass wurde mit sechs jungen Spielern, die 20 Jahre oder jünger sind, kompensiert. Und das nicht nur aus Kostengründen.

Die GmbH will langfristig dem Nachwuchs eine Chance geben. Grundlage ist das in Deutschland einmalige Dreieck (höchste Nachwuchsliga/DNL, Oberliga und DEL) an einem Standort. Die Förderung von Talenten braucht Zeit und Geduld. Und besonders Zuschauer, die dieses Konzept unterstützen. Die sind in Krefeld aber nur ausreichend vorhanden, wenn die Spieler beweisen, dass sie mit Herz und Leidenschaft kämpfen. Nur dann werden die Fans auch Niederlagen akzeptieren.

So ausgeglichen wie in den vergangenen beiden Spielzeiten wird es diesmal in der DEL sicher nicht mehr zugehen. Die Top-Sechs-Kandidaten dürften in der zu erwartenden Zweiklassen-Gesellschaft schnell feststehen. Die Pinguine werden in der Tabelle weiter unten erwartet.

Bleiben die Leistungsträger des Teams von schweren Verletzungen verschont, dann müssten sie im Kampf um einen Pre-Play-off-Platz ein ernstes Wörtchen mitreden können. Besonders Torwart Scott Langkow darf nicht lange ausfallen. Entscheidend wird auch sein, ob Trainer Rick Adduono die Last auf den Schultern aller Spieler verteilen wird. Denn seine Leistungsträger sind bis auf Daniel Pietta und Josh Meyers 30 Jahre oder älter. Da bleiben 30 Minuten Eiszeit pro Spiel nicht mehr in der Ausrüstung stecken.

Im Umfeld des Teams wird weiter eine Menge dafür getan, den Zuschauern das Produkt DEL-Eishockey in Krefeld schmackhaft zu machen. Geschäftsführer Robert Haake und sein Team sorgten vergangene Saison dafür, dass die Heimspiele im König-Palast den notwendigen Event-Charakter erhielten. Hier sind die Grenzen sicher noch nicht erreicht, wenn gleich finanziell kaum mehr möglich sein wird.

Fortschritte gab es auch bei der Vermarktung des Produkts Pinguine. Nur der ganz große Hauptsponsor lässt immer noch auf sich warten. Und gerade der wird dringend notwendig sein, wenn der DEL-Standort Krefeld in der 20. DEL-Saison ein Teil dieses Jubiläums sein soll. Denn sollte nochmal am Personal gespart werden müssen, reicht der Etat wohl nicht mal mehr dafür, in Liga zwei oben mitzumischen. Hier sollten schon jetzt alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt werden.

(RP/rl)
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