Der neue Pinguine-Torwart Jussi Rynnäs nimmt in Trainer Brandon Reids Planungen eine große Rolle ein.

Finne ist die Nummer eins : Rynnäs will Führungsspieler sein

Der neue finnische Hüne der Krefeld Pinguine nimmt in den Planungen eine wichtige Rolle ein. Er bringt sogar Erfahrungen aus der NHL mit und feierte zwei Titel.

Im Team der Pinguine fällt Jussi Rynnäs durchaus auf. Mit seinen 1,96 Metern Größe überragt der Finne einige seiner Mitspieler um knapp einen Kopf. Dabei würde kaum ein unbedarfter Beobachter bei dem zurückhaltenden Finnen auf Eishockeypsieler tippen. Er wirkt ohne Ausrüstung eher schlacksig und schüchtern.

Auf dem Eis aber ändert sich das Bild schnell. Mit der ausladenden Torwartausrüstung wird aus dem 32-Jährigen ein echter Hüne, der sich schnell und routiniert bewegt. „Ich habe früher versucht, immer überall zu sein und alles auf einmal zu machen“, erzählt er. „Heute glaube ich, kann ich immer noch sagen, dass ich schnell bin. Aber mit der Erfahrung mache ich mehr über Positionsspiel. Ich nehme den Schützen den Winkel und nutze meine Größe zu meinem Vorteil“, sagt die neue Nummer eins der Pinguine, die allerdings die Nummer 40 auf dem Trikot tragen wird.

Im Training zeigt er bereits, dass diese Aussage durchaus zutreffend ist und er das Potential hat, einer der besten Vertreter seines Faches in der kommenden DEL-Saison zu sein. Mit großer Ruhe und Abgeklärtheit hält er die Scheiben und lässt vor allem auffällig wenig Abpraller zu. Er verkürzt den Winkel gut und ist extrem schnell mit seinen großen Schonern. In dieser Hinsicht erinnert er stilistisch ein bisschen an den ehemaligen Pinguine-Torwart Eric Fichaud. Der hält übrigens noch heute den DEL-Rekord für den niedrigsten Gegentorschnitt in einer Saison.

Solche Statistiken aber sind dem ruhigen Skandinavier nicht wichtig, obschon er mit der Empfehlung eines beeindruckenden Wertes von 1,62 Gegentoren und 93 Prozent Fangquote vom finnischen Vizemeister Kärpät Oulu kommt. „Für mich zählt nur eine Statistik: Siege. Ich will dem Team jeden Abend die Chance geben, das Spiel zu gewinnen. Ich will in die Playoffs und ich will als verschworene Gemeinschaft viel erreichen“, sagt Rynnäs.

Dazu will er selbst auch neben dem Eis beitragen. „Wir hatten in Lasse Kukkonen und Mika Pyörälä zwei unglaubliche Leader bei Kärpät. Sie sind der Grund, warum das Team Jahr für Jahr erfolgreich ist. Ich hoffe, einige dieser Führungsqualität hat auf mich abgefärbt und ich kann sie in die Pinguine-Kabine bringen“, sagt er. Das Finale der finnischen Eliteklasse verlor das Team allerdings. „HPK war Vorrunden-Fünfter und hat als Team überragend gespielt. Wir waren individuell besser, aber sie waren die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen. So etwas will ich mit den Pinguinen erreichen“, sagt Rynnäs.

Solche Aussagen erfreuen Trainer Brandon Reid, der große Stücke auf seinen neuen Schlussmann hält. „In unseren Planungen spielt er eine große Rolle. Wir wollten einen großen Torwart haben, der auch noch etwas sieht, wenn Verkehr vor dem Tor herrscht. Das ist uns gelungen und Jussi soll uns die nötige Sicherheit geben. Mit ihm und Dimitri Pätzold haben wir ein sehr gutes, erfahrenes Duo, das sich gegenseitig antreiben wird“, ist der Kanadier überzeugt. Die KEV-Fans wird es freuen. Und vielleicht knüpft Rynnäs ja sogar auch statistisch an Vorgänger Fichaud an.

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