DEL: Krefeld Pinguine verlieren gegen Nürnberg Ice Tigers

4:5 gegen Nürnberg Ice Tigers : Bitteres Ende für die Krefeld Pinguine

Die Krefeld Pinguine mussten sich am Donnerstag im Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers nach einem sehenswerten Duell mit 4:5 geschlagen geben. Nach dem Spiel waren Fans und Mannschaft sauer auf die Schiedsrichter.

Kaum vorstellbar, dass es in der kommenden Saison solche DEL-Spiele wie das am Donnerstagabend zwischen Krefeld und Nürnberg in der Yayla-Arena nicht mehr geben wird. In einem packenden und sehenswerten Match lieferten sich beide Teams vor 3264 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch mit teilweise sehr schön herausgespielten Treffern. Das Ende war aus Sicht der Schwarz-Gelben überaus bitter, denn die Gäste erzielten 107 Sekunden vor dem Ende in Überzahl den Siegtreffer. Nach dem Spiel beschwerte sich Daniel Pietta im Kabinengang lautstark bei den Hauptschiedsrichtern.

Für den ungeliebten Donnerstag war die Arena einigermaßen gut gefüllt. Aus Gelsenkirchen war sogar Schalkes Trainer David Wagner angereist. „Ich gehe gerne zum Eishockey und war früher häufig bei Spielen der Frankfurt Lions“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Die weiteste Anreise hatte aber Hauptschiedsrichter Jamie Koharski aus den USA, der für sechs DEL-Spiele in Deutschland ist. Das ist der Sohn der NHL-Schiri-Legende Don Koharski.

Viel Applaus gab es schon vor dem ersten Bully. Denn Kai Hospelt wurde für sein 900. DEL Spiel, das er beim Kantersieg gegen Augsburg bestritten hatte, geehrt. Auf Verteidiger Mark Cundari mussten die Pinguine verzichten, der sich am Mittwoch im Training verletzt hatte und auch am Sonntag in Köln fehlen wird. Für ihn rückte Tom Bappert als siebter Verteidiger ins Aufgebot, der aber keine Eiszeit bekam. Die Gastgeber hatten gleich durch Vinny Saponari die Führung auf dem Schläger. Doch der Puck landete gegen den Außenpfosten. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Match. Die Krefelder überstanden eine Strafe gegen Philip Riefers und machten es dann bei ihrer ersten Überzahl deutlich besser als die Ice Tigers. Saponari fälschte einen Schlagschuss von Hospelt unhaltbar für Torwart Treutle ab. Der verhinderte bis zur Pause zweimal gegen Daniel Pietta das 2:0. Stattdessen glichen die Gäste bei einem schnellen Konter durch Alanov aus (19.).

Die Pinguine eröffneten das zweite Drittel in Überzahl, die allerdings ohne Druck verpuffte. Viel besser kamen die Nürnberger aus der Kabine. Torjäger Reimer traf den Pfosten und scheiterte Sekunden später an Torwart Jussi Rynnäs. Machtlos war der Finne in der 25. Minute, als ihm Buck mit einem herrlichen Schlenzer über die Schulter keine Abwehrchance ließ. Spätestens danach wachten die Hausherren auf. Für den Ausgleich sorgte Arturs Kruminsch mit seinem ersten DEL-Treffer, den Travis Ewanky super vorbereitet hatte. Und nur 13 Sekunden später kurvte Saponari um den Tigers-Käfig und bediente Chad Costello, der am langen Pfosten ohne Mühe die Führung erzielen konnte.

Dieser Ausgleich verhalf den Tigers zu neuem Biss. Kurz nach Wiederbeginn gerieten Torsten Ankert und Acton aneinander. Zum Leidwesen der KEV-Fans musste der Krefelder Kapitän zwei Minuten länger auf die Strafbank als sein Kontrahent. Die Pinguine hielten sich schadlos und gingen nach einem Spielzug wie aus dem Lehrbuch durch Grant Besse erneut in Führung (44.). Zwei Minuten später verpassten die Schwarz-Gelben in Überzahl, zum ersten Mal mit einem Zweitore-Vorsprung in die Schlussphase zu gehen. Saponari war bei einer guten Einschussmöglichkeit zu uneigennützig, als sein Zuspiel auf Pietta beim Gegner hängen blieb. So blieb es weiter spannend . Und als Krefelds vierter Block nicht aus dem eigenen Drittel herauskam und schon viel zu lange auf dem Eis war, glichen die Tigers wieder aus (53.). Beide Teams drängten auf die Entscheidung. Phillip Bruggisser traf den Außenpfosten. Als dann ein Spieler beider Mannschaften auf der Strafbank saß und auch noch Saponari in die Kühlbox musste, brachte Reimer die Tigers in Führung. „Ohne Schiri habt ihr kieine Chance“, skandierten die KEV-Fans. 28 Sekunden vor dem Ende verließ Torwart Rynnäs seinen Kasten, doch Torchancen zum Ausgleich ergaben sich für die Pinguine nicht mehr. Sie wurden trotzdem von den Fans für eine tolle Vorstellung gefeiert.