DEL. Krefeld Pinguine verlieren deutlich beim ERC Ingolstadt

ERC Ingolstadt - Krefeld Pinguine 5:1: Krefeld Pinguine gehen in Ingolstadt unter

Die Krefeld Pinguine verkauften sich in Ingolstadt mit ihrem neuformierten Team nur bis zur 30. Minute recht teuer. Am Ende gab es mit 1:5 die erwartete Niederlage. Der Wechsel von Umicevic in die Schweiz ist geplatzt.

Es war zu befürchten, dass die Pinguine nach dem "Ausverkauf" ihrer besten Spieler leichte Beute für die Panther von der Donau sind. So kam es dann auch gestern Abend in der Ingolstädter Saturn-Arena.

Vor 3804 Zuschauern, darunter nur ein Dutzend KEV-Fans, kassierten die Pinguine eine 1:5-Niederlage. Dabei verkaufte sich die neuformierte Mannschaft vom Niederrhein bis zur 30. Minute besser als erwartet, ließ allerdings zu viele gute Torchancen aus. Nach dem Unterzahltreffer der Hausherren brachen bei den Schwarz-Gelben kurzfristig alle Dämme.

Danach bewiesen die Pinguine Moral und stemmten sich gegen ein drohendes Waterloo. Da Straubing überraschend in Wolfsburg gewann, rutschten die Krefelder auf den letzten Tabellenplatz ab.

Goalie Klein fehlte mit Grippe

Die Pinguine waren am Mittwoch nach knapp achtstündiger Busfahrt im Teamhotel gegenüber der Saturn-Arena eingetroffen. Bei der Abfahrt fehlte Torhüter Patrick Klein, der sich vorgestern Abend mit einer Grippe beim Trainer abgemeldet hatte. Somit rückte Dimitri Pätzold ins Tor. Michel Weidekamp vom Kooperationspartner Herner EV saß als Back-up-Goalie auf der Bank.

Neben sechs Verteidigern standen Coach Rick Adduono nur elf Stürmer zur Verfügung. Der junge Darren Mieszkowski musste ebenfalls mit einem grippalen Infekt passen. Damit wurde nichts aus seinem ersten gemeinsamen DEL-Auftritt mit seinem Bruder Mike, der gestern nach fünfmonatiger Verletzungspause sein Comeback feierte. "An der Seite von Louis Spitzner und Philipp Kuhnekath wird immer ein Stürmer aus den anderen Reihen eine Doppelschicht fahren. Wir müssen heute sehr gut kämpfen, schnell Schlittschuhlaufen und kurze Wechsel gegen das erfahrene Team der Panther fahren," sagte der Coach kurz vor dem Spiel im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auf Dragan Umicevic konnte er zurückgreifen. "Er sitzt mit im Bus. Ob es mit dem Wechsel zum HC Kloten noch klappt, weiß ich nicht", sagte Sportdirektor Matthias Roos am frühen Morgen. Dieses Thema hat sich nun erledigt, weil in der Schweiz gestern die Transferfrist endete.

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Presse kritisiert Pinguine

Warm anziehen war für die junge Krefelder Mannschaft nicht nur auf dem Eis angesagt. Außerhalb der Halle wehte den Spielern bei Temperaturen von minus 10 Grad am Tag und minus 15 in der Nacht ein eisiger Wind entgegen. In den lokalen Medien schlug den Pinguinen auch etwas Unverständnis ob des großen personellen Aderlasses in der Olympia-Pause entgegen. "Das ist Wettbewerbsverzerrung", hieß es unisono.

Die Gastgeber konnten bis auf Stürmer David Elsener mit ihrem kompletten Aufgebot antreten. Im Tor erhielt ihr Olympia-Held Timo Pielmeier den Vorzug vor Jochen Reimer. Pielmeier, der bei Olympia nur einen Einsatz hatte, war erst am Montag gegen 22.30 Uhr auf dem Flughafen in München eingetroffen, stand aber vorgestern bereits um 10 Uhr beim Training mit auf dem Eis, weil er unbedingt gegen Krefeld spielen wollte. Am Dienstagnachmittag hatte es für ihn noch eine Ehrung im Ingolstädter Rathaus gegeben. Vor dem Auftaktbully wurde er dann ebenfalls geehrt. Das übernahm der Alt-Internationale Ignaz Berndaner, der 1976 bei Olympia in Innsbruck mit Deutschland Bronze geholt hatte.

Gawlik an den Pfosten

Eishockey wurde natürlich auch noch gespielt. Von Wettbewerbsverzerrung war im ersten Drittel nichts zu sehen. Die Panther hatten zwar mehr vom Spiel, doch an die Wand wurden die Pinguine keineswegs gespielt. Vielleicht erinnerten sie sich daran, dass sie die einzige Mannschaft sind, die bis gestern noch nicht gegen Krefeld gewinnen konnten. Ihre 1:0-Führung bis zur Pause ging in Ordnung, weil Torwart Dimitri Pätzold einige gute Einschussmöglichkeiten zunichte machte. Sein Gegenüber Pielmeier hatte Glück, dass Christoph Gawlik bei einer Großchance nur den Pfosten traf (4.). Kurz darauf verhinderte er gegen Greger Hanson die Gäste-Führung.

Zu Beginn des Mitteldrittels war nicht zu erkennen, welches Team in der Olympia-Pause die besten Spieler abgegeben hat. Bis zur 28. Minute waren die Pinguine dem Ausgleich sehr nahe. Doch sie ließen gute Einschussmöglichkeiten aus. Das rächte sich dann, als die Panther bei einem ihrer wenigen Angriffe auf 2:0 erhöhten. Bei zwei Überzahlspielen verpassten die Schwarz-Gelben den Anschlusstreffer und mussten sogar einen Shorthander der Panther zum 3:0 hinnehmen. Als dann die Hausherren bei einer Strafe gegen Matt MacKay auf 4:0 und kurz darauf auf 5:0 davon zogen, war die Messe gelesen. Der Ex-Panther Gawlik sorgte mit seinem Treffer für den Höhepunkt des ziemlich ereignislosen Schlussdrittels (45.).