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Berliner Eisbär Marcel Noebels drückt Krefeld Pinguine die Daumen

Krefeld in akuter Abstiegsgefahr : Darum drückt Marcel Noebels den Pinguinen die Daumen

Der Topscorer der Eisbären Berlin, dessen Eishockey-Wiege in Krefeld steht, bedauert die Entwicklung bei den Pinguinen und hofft, dass die Mannschaft nicht absteigt. Sergey Saveljev bittet die KEV-Fans um Verständnis.

Die Rote Laterne der Deutschen Eishockey-Liga leuchtet an der Krefelder Westparkstraße ziemlich hell. Auch im dritten Spiel nach der Olympia-Pause blieben die Pinguine ohne Zähler. Da die Konkurrenz im Abstiegskampf teilweise überraschend kräftig punktete, ist der Absturz in Liga zwei ein Stück näher gerückt. Noch in 15 Punktspielen besteht die Chance, das rettende Ufer zu erreichen. Die erste bietet sich gleich am Mittwoch beim Gastspiel in Ingolstadt. Dort herrscht derzeit auch nicht eitel Sonnenschein.

Sergey Saveljevs sorgte nach der 2:6-Niederlage in Berlin auf der Pressekonferenz für Staunen. „Für mich ist eine Nachricht an unsere Fans wichtig. Unsere Spieler haben in den beiden letzten Spielen richtig hart gearbeitet, um zu punkten. Wir haben heute alles gegeben was wir konnten. Individuelle Fehler haben im letzten Drittel zu den Gegentreffern geführt. Leider fiel Alex Weiß Mitte des zweiten Drittels aus.“ Er bat alle, die das Team regelmäßig verfolgen, um Verständnis: „Durch die vielen Ausfälle müssen Spieler eine Rolle übernehmen, für die sie nicht eingeplant waren. Sie brauchen Zeit, sich daran zu gewöhnen. Die Fans sollen nicht die Köpfe hängen lassen. Wir haben noch 15 Spiele und können genug Punkte holen.“ Man habe heute auch einige positive Dinge gesehen: „Aber in der Offensive müssen wir uns verbessern.“

Das gilt besonders in Überzahl. Seit fünf Spielen gelang mit einem oder zwei Mann mehr kein Treffer mehr. „Mit Alex Bergström und Jesper Jensen Aabo fehlen in Überzahl zwei wichtige Spieler, sagte Saveljev. Dem Trainer gelang es in der Olympia-Pause aber nicht, die beiden Ausfälle zu kompensieren. Jetzt wird noch mehr deutlich, dass die Kaderplanung alles andere als optimal war. So viele Ausländerlizenzen so früh zu vergeben, war ein Fehler. Das Duo Olson/Lucenius als Nachverpflichtung gilt nicht als Verstärkung. Der Norweger kam in Berlin erst im letzten Drittel auf knapp fünf Minuten Eiszeit. Dazu hinkt Robert Sabolic mittlerweile hinter den Erwartungen weit hinterher. Über eine gefährliche erste Sturmreihe, wie zum Beispiel Bietigheim, hat Krefeld ohne Bergström nicht mehr.“ Jeremy Braccos Leistungskurve schwankt zu sehr. Ob ein Trainerwechsel wie in Iserlohn oder Schwenningen noch was bringen würde, ist sehr fraglich.

Als die Pinguine am Sonntag schon lange auf der Heimreise waren, stand Marcel Noebels immer noch in der Mixedzone der Mercedes-Benz-Arena und sprach mit den Medienvertretern über das Duell. „Wir hatten ein sehr gutes erstes Drittel, haben nach dem 2:0 aufgehört zu spielen und Krefeld unnötig zurück ins Spiel gebracht. Zum Glück war das Ende wieder gut. Grundsätzlich ist es nicht einfach, gegen eine Mannschaft zu spielen, die um Leben und Tod kämpft. Wir müssen lernen, solche Spiele zu gewinnen, das haben wir heute getan“, sagt der Topscorer der Eisbären.

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So sehr sich der Nationalspieler und gebürtige Tönisvorster über den Sieg freute, so sehr sorgt er sich als Eigengewächs des KEV um die Zukunft des DEL-Standortes Krefeld: „Ich wünsche mir persönlich, dass Krefeld den Weg findet, da unten herauszukommen. Dafür drücke ich dem Team die Daumen.“ Daumendrücken alleine wird nichts nutzen. Die Spieler müssen jetzt ganz eng zusammenrücken und beweisen, dass sie den Abstieg verhindern wollen.