Krefeld Pinguine: Ab heute wartet sehr viel Arbeit

Krefeld Pinguine : Ab heute wartet sehr viel Arbeit

Die Krefeld Pinguine verpassten ihr Ziel, wenigstens über die Pre-Play-offs ins Viertelfinale einzuziehen. Platz sechs war für die Verantwortlichen nach der glänzenden Vorsaison das Wunschziel, Platz zehn das Minimalziel. Viel mehr konnte man angesichts der unglücklichen Personalpolitik, des Verletzungspechs und des ständigen Gerangels um den Mietvertrag auch nicht erwarten.

Dass die Berg- und Talfahrt durch die Hauptrunde überhaupt noch in die "best-of-three-Serie" gegen Wolfsburg führte, können die Pinguine unterm Strich dem Spielplan verdanken. Denn auf der Zielgeraden ging es für die meisten Gegner um nichts mehr.

Bei ihrer Saison-Analyse müssen die Verantwortlichen sehr akribisch vorgehen. Denn es stehen wichtige Entscheidungen an. Vor allem die Trainerfrage ist von besonderer Bedeutung. Rick Adduonos Verdienste um den Krefelder DEL-Standort sind unumstritten. In fünf Jahren erreichte er drei Mal trotz eines geringen Etats die direkte Play-off-Qualifikation. Menschlich ist er ein wahrer Glücksgriff. Was dem Kanadier fehlt, ist ein erkennbares Konzept und Spielsystem. Das Coaching an der Bande ist seine größte Schwäche. Umstritten ist sein Umgang mit jungen Spielern. Vorzüglich sind seine Motivationskünste. Die sind nach fünf Jahren abgenutzt. Daher täte der Mannschaft ein frischer Wind an der Bande sicher gut.

Denn ein großer Umbruch ist nicht zu erwarten. Von den Kontingentspielern werden Beechey, Perrault, Meyers und wohl auch Long Krefeld verlassen. Hagos sollte gehalten werden. Die deutsche Fraktion steht so gut wie fest. Die Weiterverpflichtung von Müller wäre nach dem Super-Deal mit Pietta ein zusätzlicher Meilenstein für die Zukunft. Aber nicht nur von der Zusammenstellung der neuen Mannschaft wird eine vielversprechende Zukunft abhängen.

Der neue Mietvertrag stellt die Verantwortlichen vor eine große Herausforderung. Denn nur mit einer effektiven Vermarktung der Logen kann ein finanzieller Kollaps verhindert werden. Die Verantwortlichen haben strukturelle Veränderungen angekündigt. Damit muss schon heute begonnen werden. Denn es wartet sehr viel Arbeit. H.-G. SCHOOFS

(RP)
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