Deutsche Eishockey Liga: Hans Zach — zum Abschied Meister

Deutsche Eishockey Liga : Hans Zach — zum Abschied Meister

Düsseldorf (RP). In seinem vermutlich letzten Jahr als Trainer in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gewinnt Hans Zach mit Hannover den Titel. In der Finalserie setzt sich das Team mit 3:0-Siegen gegen Augsburg durch.

Hans Zach hat es ganz fest versprochen. Kein Eishockey mehr, hat der 61-Jährige gesagt. Nun steht seine Frau Slada neben ihm auf dem Eis in der Hannoveraner Tui-Arena, und Zach sagt: "Wir wollen jetzt nichts überstürzen. Abwarten, was die Zukunft bringt. Zunächst wird gefeiert, dann überlegt", verkündet er. Um die beiden herum ist die Party schon in vollem Gang. Die Scorpions sind zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Meister der Deutschen Eishockey Liga (DEL) geworden — und niemand hegt auch nur einen Zweifel daran, dass es vor allem der Triumph des Zachschen-Leistungsprinzips ist. Niemand zählt mehr als die Mannschaft.

Dementsprechend kompakt sind die Niedersachsen auch in der Finalserie gegen tapfere Panther aus Augsburg aufgetreten und konnten bereits nach dem dritten Aufeinandertreffen das Duell für sich entscheiden. Die Begegnung gestern endete 4:2 (0:0, 2:0, 2:2). "Es war", sagt der gebürtige Düsseldorfer Tino Boos, "ein langer Weg bis hierhin." Boos, 35, ist Kapitän in Hannover und steht stellvertretend für den von Zach favorisierten Spielertyp. Ein kerniger Bursche, hundertprozentig loyal gegenüber dem Arbeitgeber und vor allem dem Trainer. Ein Malocher, der den Erfolg des Kollektivs an die erste Stelle seines Schaffens stellt. Der Tölzer Zach hat in seiner seit 2006 währenden Amtszeit noch viele weitere solcher Spieler nach Hannover geholt.

Zach steht hierzulande nicht für das schöne Eishockey. Zach steht aber für das erfolgreiche Eishockey. Sein zuvor letzter Meistertitel (1993 mit der Düsseldorfer EG) war zwar schon eine Weile her, doch sein aktueller Triumph ist der erste eines deutschen Trainers seit dem damaligen Titelgewinn. Zach wirkte in Hannover als eine Art kollegialer Alleinherrscher. Die Verantwortlichen statteten ihn mit allen erdenklichen Freiheiten aus. "Alleine bist du aber überhaupt nichts", sagt er. "Für mich steht das Team über allem. So habe ich es immer gehalten und es hat sich bewährt." Noch vor einigen Wochen standen die Hannover Scorpions vor dem finanziellen Aus und auch Zach hatte mit seinem Rückzug gedroht. Klubbesitzer Günter Papenburg konnte ihn allerdings doch noch umstimmen.

Nun ist Zach im Vorruhestand. Wie auch immer das bei einem funktionieren soll, der seit mehr als 20 Jahren als Eishockeytrainer gearbeitet hat. Seit eben dieser Zeit wird er skizziert als Choleriker, Motivator, Alpenvulkan. Er ist das Gesicht des deutschen Eishockeys. Dieser Zach soll sich jetzt in die Berge zurückziehen und sich künftig nur noch aufs Fliegenfischen konzentrieren? "Ich kann von einem Tag auf den anderen mit dem Eishockey aufhören", hat Zach einmal gesagt. Vielleicht kommt er aber auch noch einmal zurück. Im Mai ist die Eishockey-WM im eigenen Land. Sollte die deutsche Nationalmannschaft schlecht abschneiden, würde der Posten des Bundestrainers frei. Zach hat seine Bewerbungsunterlagen mit dem Gewinn der Meisterschaft bereits abgeliefert.

(RP)
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