Eishockey-Nationalmannschaft: "Es geht nur um das Spiel des Jahres"

Eishockey-Nationalmannschaft: "Es geht nur um das Spiel des Jahres"

Landshut/München (RPO). Das Unternehmen Klassenerhalt hat sich gut angelassen. "Wir sind froh, dass wir mit zwei Siegen gestartet sind", sagte Bundestrainer Uwe Krupp. Für ihn und die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft waren jene beiden Siege gegen Österreich (7:0, 4:2) freilich nur der Auftakt zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in der Slowakei. Es bleiben noch knapp dreieinhalb Wochen und sieben Länderspiele gegen hochkarätige Gegner bis zur ersten Turnierpartie, und dann, sagt Krupp immer wieder, "sollten wir das wichtigste Spiel des Jahres für uns gewinnen".

Das wichtigste Spiel des Jahres ist erst das dritte in der Vorrunde, am 3. Mai in Bratislava gegen Slowenien. Niederlagen gegen Russland (29. April) und die Slowakei (1. Mai) müssen einkalkuliert werden, dann aber entscheidet sich, ob Deutschland in der zweiten Phase der WM gegen den Abstieg kämpfen muss. Im vergangenen Mai belegte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bei der WM im eigenen Land sensationell Rang vier, doch das war ziemlich abnormal. "Realistisch betrachtet sind wir weiter zwischen Rang acht und zwölf", sagt DEB-Sportdirektor Franz Reindl unwidersprochen.

Damit sich der Weltranglisten-Neunte Deutschland mindestens auf seinem derzeitigen Niveau stabilisiert, ist Reindl ein Freund der sogenannten Euro Hockey Challenge. Im Rahmen dieser inoffiziellen Europameisterschaft hat die DEB-Auswahl nun zweimal gegen Österreich gewonnen, laut Reindl eine Gegner aus der Kategorie "auf Augenhöhe", gegen den "du gewinnen musst". Jetzt folgen je zwei Spiele gegen die Hochkaräter Schweden (6./8. April in Halmstad/Göteborg) und Finnland (14./15. April in Bremerhaven/Nordhorn). Der endgültige WM-Kader wird dann am 25. April in Köln gegen Weißrussland testen können.

Auf das wichtigste Spiel des Jahres richtet Krupp seine Vorbereitung aus, das heißt: Die Mannschaft soll in der ersten WM-Woche Höchstleistung bringen. Die Spieler der Finalisten der Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) betrachtet er deshalb wie gewohnt mit Argwohn, und so haben all jene eine gute Chance auf einen Platz im WM-Kader, die am Montag für eine Woche nach Schweden fliegen. Nach den Spielen gegen Österreich hat Krupp Platz gemacht für Akteure aus Köln und Mannheim, doch sie alle wissen, dass der Bundestrainer nicht nach Namen geht: "Wir suchen die Spieler mit den besten Leistungen für die WM."

Die Spieler, die von Beginn der Vorbereitung an dabei sind, die nun nach Schweden fahren, "sind immer Kandidaten" für die WM, betont Krupp. Und jene, die neu hinzukämen, "müssen an diesen Jungs erst mal vorbeikommen". Einen wie den Nürnberger Angreifer Adrian Grygiel, der im ersten Spiel gegen Österreich drei Treffer erzielte, will Krupp deshalb "klar im Auge behalten, denn sonst verliere ich auch meine Glaubwürdigkeit als Trainer". Die Zusammenstellung des Kaders nach Leistungskriterien und der Fähigkeit der Spieler, eine festgelegte Rolle in seinem System spielen zu können, nennt Krupp einen "heißen Tanz".

Sportdirektor Reindl aber wird fast ein bisschen wehmütig, wenn er daran denkt, dass Krupp zum letzten Mal einen WM-Kader zusammenstellt. "Hut ab, wie schnell sich Uwe und die Mannschaft ein Einheit präsentiert haben", sagte er nach dem zweiten Spiel gegen Österreich am Freitagabend in Landshut: "Es ist wirklich schade, dass er es nicht mehr lange macht."

(SID/spo)