Eishockey-WM 2019: Toni Söderholm wartet noch auf Draisaitls Zusage

Kader für Eishockey-WM : Deutschland wartet noch auf Draisaitls Zusage

Der erste Teil des WM-Castings hat gezeigt: Auf Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm kommen schwierige Personalentscheidungen zu - erst recht, wenn die NHL-Spieler um Topstar Leon Draisaitl zum Team stoßen.

Das ungeduldige Warten auf die WM-Zusage von Leon Draisaitl geht weiter, auch wenn sich Bundestrainer Toni Söderholm für seinen aktuellen Kader noch "ein bisschen Ruhe" wünscht. "Sie machen sich eh Gedanken, wohin die Reise geht. Alle wissen, wer frei ist, und ihr müsst uns vertrauen, dass wir hoffentlich richtig entscheiden", sagte der finnische Nachfolger von Marco Sturm nach dem vielversprechenden 3:1-Sieg im zweiten WM-Härtetest gegen die Slowakei.

Ende kommender Woche wird sich Söderholm zu den bevorstehenden Personaländerungen äußern, zuvor sollen die Spieler im derzeitigen 25er-Aufgebot bei den Vergleichen im tschechischen Karlsbad gegen den zwölfmaligen Weltmeister am Mittwoch und Donnerstag (beide 17.30 Uhr/Magenta Sport) für sich werben können. "Wir geben den Jungs noch Zeit, sich zu zeigen", sagte Söderholm, der am Sonntag seinen 41. Geburtstag feierte.

Erwartet wird gleichwohl eine Bestätigung der WM-Teilnahme des NHL-Topstars von den Edmonton Oilers. Draisaitls Zusage zeichnet sich ebenso ab wie jene von Dominik Kahun (Chicago Blackhawks) und Korbinian Holzer (Anaheim Ducks). Bei Tobias Rieder (Edmonton Oilers) ist die Situation offen, bei Nico Sturm (Minnesota Wild), der noch Uniprüfungen vor sich hat, wird an einer Lösung gearbeitet. "Ich verstehe hundertprozentig, dass man viel spekulieren will. Ich kann nur sagen, dass die Spieler positiv sind", betonte der DEB-Coach.

Schon die Eindrücke der beiden siegreichen Tests gegen den Gastgeber des WM-Turniers (10. bis 26. Mai) legten nahe, dass das Casting um die Kaderplätze vermutlich so knifflig wie selten zuvor werden wird. Zusätzlich zu den Nordamerika-Legionären sind noch eine Reihe von WM-Kandidaten unter den Nationalspielern der DEL-Halbfinalisten Köln, Augsburg, München und Mannheim zu finden - von einer Absagenflut ist nicht auszugehen.

"Es ist ein harter Kampf, aber das ist ein positives Problem für uns. Man braucht kein Einstein zu sein, um zu sehen, dass es auch in der Liga noch Spieler gibt, die für uns interessant sind", sagte Söderholm.

In den Fokus spielte sich am Donnerstag in Kaufbeuren (2:1) und am Samstag in Garmisch nicht zuletzt die junge Sturmreihe mit Ausnahmetalent Dominik Bokk (19) sowie den College-Spielern Marc Michaelis (23) und Parker Tuomie (23). Auch der künftige Mannheimer Lean Bergmann (20) punktete für sich.

"Die Jungen machen einen guten Eindruck - aber das macht jeder, das ist das Schwierige", sagte Söderholm, der in den Tschechen einen "härteren Gegner" erwartet, als es die Slowaken waren. Seine Mannschaft, führte Söderholm aus, sei "vielleicht ein bisschen weiter, als ich dachte".

Falls sich der Trend fortsetzt, ist die vorzeitige Qualifikation für Olympia 2022 in Peking ein realistisches Unterfangen. Aktuell belegt das DEB-Team den achten Platz in der Weltrangliste, dieser Rang muss dafür in der Slowakei erfolgreich verteidigt werden - wahrscheinlich mit Draisaitls Unterstützung. "Er ist einer der besten Spieler der Welt. Wir würden uns freuen", sagte Tuomie.

(sef/sid)
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