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Eishockey: Düsseldorfer EG schlägt Adler Mannheim im Auswärtsspiel

Adler Mannheim gegen Düsseldorfer EG : Hinten kompakt, vorne O'Donnell

Die Düsseldorfer EG feiert beim 4:2 in Mannheim den vierten Auswärtssieg in Folge. Weil sie diszipliniert und leidenschaftlich verteidigt und einen überragenden Torjäger in ihren Reihen hat.

Man konnte in den vergangenen Monaten ja fast vergessen, was für ein lauter Sport Eishockey ist. Das Kratzen der Schlittschuhe. Körper oder Pucks, die gegen die Bande knallen. Die Kommandos auf dem Eis, wenn ein Gegner heranstürmt oder ein Mitspieler frei steht. Die Jubelschreie von der Bank, wenn der Torwart eine Glanzparade zeigt oder der Verteidiger einen Schuss blockt. Zuletzt wurde das meist übertönt, es waren ja wieder Zuschauer in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) erlaubt. Nun gibt es in Bayern und Baden-Württemberg erneut Geisterspiele. Und weil die Düsseldorfer EG am Freitagabend bei den Adlern aus Mannheim gefragt war, erlebte nun auch sie wieder eins.

Das war überaus schade. Nicht nur finanziell für die Gastgeber, sondern auch für die DEG selbst. Wurde die doch darum gebracht, einen Überraschungssieg mit ihren Fans zu feiern. Zwar ist der Titelfavorit derzeit ersatzgeschwächt, aber wie abgeklärt die DEG beim ihrem 4:2-Erfolg auftrat, das war so nicht zwingend zu erwarten. Andererseits war es schon der vierte Auswärtssieg in Folge und insgesamt der vierte Erfolg aus den vergangenen fünf Spielen. Folglich kletterte sie auf Rang sieben.

„Das war ein großer Sieg für uns“, sagte Matchwinner Brendan O'Donnell, dessen Team sich zunächst auf die Defensive konzentrierte. Denn auch ohne Publikum sind die ersten Minuten in Mannheim natürlich nicht einfach. Da spielte sich das Geschehen meist im Düsseldorfer Drittel ab, allerdings ohne die ganze großen Adler-Chancen, weil die DEG es gut verstand, wenig aus dem Bereich direkt vor dem Tor zuzulassen. Und als sie nach gut der Hälfte des Anfangsdrittels selbst zu ihrer ersten Chance kam, stand es auch gleich 0:1. Brendan O'Donnell schoss nach einem starken Pass von Alexander Ehl ein.

Dass es wieder mal der Kanadier war, der die DEG jubeln ließ, konnte weniger überraschen. Allein in den vergangenen drei Spielen schoss der teaminterne Topscorer vier Tore und bereitete zwei vor. Nun in Mannheim schoss er nicht nur das 0:1, nach dem Ausgleich zu Beginn des zweiten Drittels brachte er die DEG in Überzahl gleich wieder in Führung. Und als die Adler auch das egalisierten, tanzte O'Donnell im nächsten Powerplay einfach zwei Gegenspieler aus und legte auf Brett Olson rüber, der zum 2:3 einschoss.

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26 Scorerpunkte nach 25 Spielen, damit hatte wohl auch Manager Niki Mondt nicht gerechnet, als er O'Donnell kurz vor der Saison nachverpflichtete, weil er noch einen suchte, der Tore schießen kann. Es wurde dann ein 29-Jähriger aus der eher mittelguten slowakischen Liga, was nicht jeden Beobachter überzeugte. Mittlerweile ist das komplett anders, nun hofft jeder, dass Mondt es irgendwie hinbekommt, den Einjahresvertrag mit seinem Glücksgriff zu verlängern. Ausgeschlossen ist das nicht, sagt der Manager. O'Donnell selbst hält sich auf Nachfrage bedeckt, noch habe er sich keine Gedanken um die Zukunft gemacht, er konzentriere sich erst mal auf die aktuelle Saison. Was man halt so sagt.

In Mannheim konnte man ihm das ruhig glauben, da war er hochkonzentriert, schoss insgesamt achtmal aufs Tor. Mit dem nächsten Treffer kurz nach dem 2:3 hatte er aber nichts zu tun, der gelang Carter Proft in der 36. Minute im Nachschuss. So ging es mit einer Zwei-Tore-Führung ins letzte Drittel, in dem die Mannheimer weiter optisch überlegen waren, aber selten richtig durchkamen, weil sie es auch mal zu ungenau machten. Und vor allem, weil die DEG kompakt, leidenschaftlich sowie diszipliniert verteidigte und einen sicheren Mirko Pantkowski im Tor hatte. So blieb es beim 2:4. Ein rundum gelungener Abend für die DEG. Nur die Feier fiel aus. Fans waren ja keine da.

Adler Mannheim – Düsseldorfer EG 2:4 (0:1, 2:3, 0:0)

DEG: Tor: Pantkowski (Hane); Abwehr: Järvinen, Cumiskey – Heinzinger, Nowak – Trinkberger, Ebner; Angriff: O'Donnell, Barta, Ehl – Proft, MacAulay, Eder – D'Amigo, Svensson, Fischbuch – Bittner, Olson, Schiemenz

Schiedsrichter: Steingross/Wilk

Zuschauer: keine

Tore: 0:1 (9:26) O'Donnell (Ehl, Nowak), 1:1 (25:26) Szwarz (Melart, Dawes), 1:2 (28:20) O'Donnell (Fischbuch, Eder/5-4), 2:2 (31:39) Akdag (Lehtivuori, Krämmer), 2:3 (33:49) Olson (O'Donnell, MacAulay/5-4), 2:4 (35:35) Proft (Svensson)

Strafminuten: 4:2

Torschüsse: 31:20

(bs-)