Red Bull München verliert Spiel sechs gegen die Augsburger Panther

Play-off-Halbfinale : Meister München vergibt ersten Matchball

Wie alle bisherigen Playoff-Begegnungen zwischen München und Augsburg war auch das sechste DEL-Halbfinale hart umkämpft. Erst das siebte Duell wird darüber entscheiden, wer gegen die Adler Mannheim im Finale der Deutschen Eishockey Liga antreten darf.

Außenseiter Augsburger Panther hat Titelverteidiger EHC Red Bull München in ein entscheidendes siebtes Halbfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft gezwungen. Der Hauptrunden-Dritte gewann am Sonntag vor eigenem Publikum mit 2:0 (0:0, 1:0, 1:0). Die Entscheidung in der hart umkämpften Serie fällt am Dienstag (19.30 Uhr/Sport 1 und Magenta Sport) in München.

"Es geht schon die ganze Serie so, dass wir das Spiel machen und viele Chancen haben, aber keine Tore schießen", sagte DEL-Rekordtorjäger Michael Wolf bei Magenta Sport: "Das müssen wir abhaken und Spiel sieben gewinnen."

Schon seit einer Woche für das Finale qualifiziert ist der Hauptrundensieger Adler Mannheim. Die Endspielserie beginnt am Donnerstag (19.30 Uhr/Sport1 und Magenta Sport) in Mannheim. Die Adler hatten nur vier Spiele benötigt, um die Kölner Haie auszuschalten.

Die Tore für die Augsburger erzielte Adam Payerl (40. und 60.). Die Schwaben standen bislang nur einmal im Finale: 2010 unterlagen sie den Hannover Scorpions mit Trainerlegende Hans Zach.

"Der Spaß, den wir in der Kabine haben, der Zusammenhalt, die Geschlossenheit - das spiegelt sich auf dem Eis wider", sagte Christoph Ullmann, der ein überraschendes Comeback gab: "Es ist wunderschön, wieder dabei zu sein." 16 Tage nach seinem dramatischen K.o. im Viertelfinale gegen die Düsseldorfer EG lief der Ex-Nationalspieler wieder auf. "Es ist wichtig, dass er zurück ist", sagte Augsburgs Trainer Mike Stewart: "So haben wir frisches Blut, das wird uns gut tun."

Ullmann hatte nach einem harten Check seine Zunge verschluckt, der DEG-Mannschaftsarzt rettete ihm mit seinem beherzten Eingreifen das Leben. Nach eingehenden Untersuchungen pausierte der 35-Jährige wegen einer Gehirnerschütterung, am Sonntag feierten die Fans im Curt-Frenzel-Stadion seine Rückkehr euphorisch.

Die Münchner starteten aggressiv und ließen den Gastgebern im Spielaufbau keinen Platz. Doch erneut war Torhüter Olivier Roy ein starker Augsburger Rückhalt. Die beste Chance im ersten Durchgang hatte Andreas Eder (18.).

Im zweiten Drittel bekam Nationaltorwart Danny aus den Birken mehr Arbeit. Der Olympia-Silbermedaillengewinner stand Roy jedoch kaum nach. Die Intensität nahm weiter zu, die Strafzeiten häuften sich. Doch selbst eine 5:3-Überzahl konnte München nicht nutzten.

Auf der Gegenseite sorgte Payerl im Powerplay vier Sekunden vor Drittelende für die Augsburger Führung. Es war das erste Gegentor für aus den Birken nach 114:09 Minuten. Beim 1:0 am Freitag hatte der 34-Jährige alle 20 Schüsse auf sein Tor abgewehrt. Zu Beginn des Schlussabschnitts hielt der Olympiaheld die Gäste mit einigen Glanzparaden im Spiel. Sechs Sekunden vor Schluss traf Payerl ins leere Tor.

(sid/old)
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