Red Bull München gegen Eisbären Berlin: DEL-Traumfinale verspricht Glanz

Titelverteidiger gegen Rekordmeister: DEL-Traumfinale verspricht Glanz

Titelverteidiger gegen Rekordmeister, Hauptrundenerster gegen -zweiter, Red Bull München gegen die Eisbären Berlin. Am Freitag beginnt das Traumfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft.

"King Don" gegen "King Kong", zehn Silber-Helden im Duell - aber auch Brausehersteller gegen Entertainmentgigant: Das Traumfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft zwischen Titelverteidiger Red Bull München und DEL-Rekordchampion Eisbären Berlin ist reich an Facetten und verspricht überdies sportlichen Glanz. "Wir hoffen, dass die Halle beben wird", sagte Münchens Nationalstürmer Dominik Kahun vor Spiel eins am Freitag (19.30 Uhr/Sport1 und Telekom Sport) auf eigenem Eis.

Der Meister der vergangenen beiden Jahre ist auf Hattrickjagd und trifft auf den einzigen Gegner neben Nürnberg, der über die ganze Saison hinweg nahezu auf Augenhöhe agierte. Von den vier Begegnungen in der Hauptrunde gewannen beide Mannschaften je zwei. "Man braucht sie nicht kleinzureden, wir wissen ganz genau, dass es eine große Aufgabe wird", sagte Münchens Patrick Hager, der zu den sieben Spielern beim Krösus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gehört, die in Südkorea olympisches Silber erkämpften.

Die Erinnerungen an Pyeongchang sind im Moment aber weit weg, "alles, was zählt, sind die Play-offs", sagte Kahun, der mit seiner individuellen Klasse ein entscheidender Faktor in der Finalserie werden könnte. Noch wichtiger ist jedoch die Frage, ob Uwe Krupp seinen Trainerkollegen Don Jackson vor unlösbare Aufgaben stellen kann. "Er hat großartig gearbeitet, wo immer er auch war", lobte Jackson sein Pendant.

Der Stoiker aus Kanada gewährt selbst kaum tiefe Einblicke in seine Arbeit, versteht es aber wie kein Zweiter, ein Team zu bauen und zu entwickeln. Immerhin ließ "King Don" Jackson (61) wissen, dass sein Herz noch an Berlin hängt, wo er die ersten fünf seiner inzwischen sieben DEL-Titel feierte. Doch jetzt will er den Eisbären die erste Meistersause unter "King Kong" Krupp verderben.

Der frühere Bundestrainer, der seinen Spitznamen einst aufgrund seiner hünenhaften Gestalt in Nordamerika erhielt, hofft dagegen auf das Ende seines Finaldilemmas. Krupp (52) scheiterte bereits zweimal mit den Kölner Haien (2013, 2014). Was Jackson und Krupp eint: Beide gewannen in der NHL je zweimal den berühmten Stanley Cup.

Jackson findet in München vergleichsweise paradiesische Verhältnisse vor, mit den Millionen aus dem Red-Bull-Konzern des Österreichers Dietrich Mateschitz lassen sich fast alle Wünsche erfüllen. Aber auch die Eisbären haben als Teil der kalifornischen Anschütz-Gruppe, die im amerikanischen Unterhaltungsgeschäft eine große Nummer ist, sehr gute Voraussetzungen und einen kaum geringeren Etat (12,5 zu 11,2 Millionen).

Am Freitag wird in der altehrwürdigen Olympia-Eishalle zunächst geklärt, wer das Momentum auf seine Seite ziehen kann und den ersten von vier nötigen Siegen einfährt. "Wir wollen gleich vorlegen, die ersten Duftmarken werden gesetzt", sagte Hager. Berlin aber will so einiges dagegensetzen. "Wir können München schlagen", versicherte Eisbären-Kapitän Andre Rankel, doch Olympia-Goalie Danny aus den Birken macht keine Hoffnung: "Es tut mir für Uwe Krupp leid, wenn's wieder nicht klappt", sagte er - und lächelte.

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(sid)
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