1. Sport
  2. Eishockey
  3. DEL

Kölner Haie: Uwe Krupp löst den Knoten - Negativrekord bleibt dem KEC erspart

Negativrekord bleibt den Haien erspart : „Haben gezeigt, dass wir doch Eishockey spielen können“

Start geglückt, Negativrekord verhindert: Die Kölner Haie haben unter Rückkehrer Uwe Krupp beim 5:0 gegen Wolfsburg in der Deutschen Eishockey Liga den ersten Sieg seit Weihnachten geholt.

Auf dem Weg zur Kabine verzog Uwe Krupp keine Miene, umso ausgelassener feierten die Fans der Kölner Haie auf den Tribünen und sangen den Karnevalsklassiker. "Kölle Alaaf" dröhnte am Veilchendienstag zum Mitmachen durch die Hallenboxen, nachdem der Krisenklub bei der Premiere mit dem Rückkehrer hinter der Bande ein erlösendes 5:0 (1:0, 2:0, 2:0) gegen die Grizzlys Wolfsburg geholt hatte. Dem KEC blieb der unrühmliche Negativrekord erspart.

"Das ist ein geiles Gefühl", sagte Stürmer Marcel Müller zum selten gewordenen Erfolgserlebnis bei MagentaSport. Der Stein, der ihm nach 17 aufeinanderfolgenden Niederlagen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vom Herzen fiel, sei "riesig" gewesen. "Wir haben gezeigt, dass wir doch ein bisschen Eishockey spielen können. Wir hatten nichts zu verlieren." 2003 war Schwenningen 18-mal nacheinander sieglos geblieben.

Krupp hat in Köln blitzschnell den Knoten gelöst. Am Rosenmontag war der 54-Jährige in seiner Heimatstadt eingetroffen und hatte Stunden vor dem Spiel als Nachfolger des glücklosen Mike Stewart das Vormittagstraining in der Arena geleitet. Dass sein Einstand derart gut laufen würde, konnte der frühere Bundestrainer kaum ahnen.

"Insgesamt hat die Mannschaft die Herausforderung angenommen und mit viel Energie gespielt. Darauf können wir aufbauen", sagte Krupp nach dem Traumstart in seine zweite Amtszeit. Vor etwas mehr als sechs Jahren hatte der frühere Verteidiger, als Profi jeweils zweimal NHL-Champion und Meister mit Köln, die Haie verlassen müssen.

Unter Krupp blieben die Haie erstmals in dieser Saison ohne Gegentor und schlugen Wolfsburg zum vierten Mal im vierten Duell. Den dritten Sieg hatte Köln am 26. Dezember geholt, danach gelang keiner mehr. Die Pleitenserie endete erst gegen die Lieblingsgegner.

In der Lanxess Arena trafen Benjamin Hanowski (17.), Frederik Tiffels (26.), Alexander Oblinger (40.), Müller (41.) und Jason Akeson (53.) für die Haie, die wie ausgewechselt auftraten - und das nach nur einer Einheit mit dem neuen Cheftrainer. Da darf der Charakter der zuletzt so enttäuschenden Mannschaft schon angezweifelt werden.

Durch den neunten Heimsieg der Spielzeit ist das Rennen um die Play-offs theoretisch noch nicht (endgültig) verloren. Allerdings beträgt der Rückstand zu den zehntplatzierten Augsburger Panthern bei vier ausstehenden Hauptrundenspielen neun Punkte. Selbst wenn die Haie alle Spiele gewinnen, müssen die Augsburger ausrutschen, damit es klappt. Und das ist unrealistisch.

Weiter geht es am Freitag bei den Iserlohn Roosters (19.30 Uhr/MagentaSport), dann könnten die letzten Play-off-Hoffnungen platzen, in diesem Fall würde zum dritten Mal die Meisterrunde ohne Köln über die Bühne gehen. Aber Krupp, der bis 2022 unterschrieben hat, richtet den Blick ohnehin schon auf den Sommer.

Es gehe in den kommenden Wochen darum, "die komplette Organisation zu testen, zu bewerten, um dann nach vorne zu schauen", sagte Krupp bei seiner Vorstellung. All das sei wichtig für die "Ausgangsposition für die nächste Saison". Denn Krupp machte unmissverständlich klar: "Ich möchte natürlich versuchen, mit den Kölner Haien wieder etwas zu reißen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Uwe Krupp

(sid/old)