Wer stoppt die Eisbären?: Die DEL sucht neuen Meister

Wer stoppt die Eisbären?: Die DEL sucht neuen Meister

Düsseldorf (RPO). Eine nahezu ewig andauernde Vorrunde mit 56 Spieltagen ist überstanden, die letzten zwei Kandidaten in den Pre-Play-offs gefunden. Am Dienstag 19.30 Uhr (im <a href="http://del-live-ticker.eishockey.net/" target="_blank">Live-Ticker</a>) beginnt für Deutschlands Eishockey-Fans die fünfte Jahreszeit. Die DEG Metro Stars müssen zunächst nach Wolfsburg.

Der ERC Ingolstadt hat am Sonntag als achte und letzte Mannschaft mit einem 6:3 über die Kölner Haie sein Play-off-Ticket gelöst. Die Ausscheidungsrunde wird in diesem Jahr komplett im Modus Best-of-five ausgetragen, der neue Meister soll spätestens am 30. April, eine Woche vor Beginn der WM im eigenen Land, feststehen.

Die Aufmerksamkeit in Eishockey-Deutschland gehörte am Wochenende vor Play-off-Beginn aber einem anderen Thema. Die Gerüchte um die Einführung einer Europaliga zur Saison 2012/13 unter dem Projekttitel "Big Bang" (Urknall) und die Abspaltung der Topklubs Eisbären Berlin und Adler Mannheim sorgten in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zwar für rege Diskussionen, doch Angst um die Zukunft herrschte nicht.

DEL gibt wegen Europaliga Entwarnung

"Dass ausgerechnet jetzt diese Spekulationen ins Kraut schießen, ist nicht glücklich für uns", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke: "Aber ich mache mir keine Sorgen, denn das meiste davon ist Wunschdenken. Die Zeit ist noch nicht reif für eine vernünftige, überregionale Liga. Das sieht man auch daran, dass die Champions League nicht auf die Beine kommt."

Gerüchte über eine Liga der besten europäischen Teams gibt es schon lange. Die "Bild am Sonntag" berichtete nun von einer angeblichen Einigung der Top-Klubs mit dem Projekt-Initiator und ehemaligen schwedischen NHL-Star Hakan Loob. Das am Montag bestätigte Vorbereitungsturnier "European Trophy", bei dem sich im Sommer 18 europäischen Spitzenklubs, darunter Berlin und Mannheim, duellieren, soll angeblich nur der Wegbereiter für eine ständige Europaliga ab 2012 sein.

Wie dem auch sei, das Tagesgeschäft der Eisbären lautet DEL-Play-offs und im Viertelfinale zunächst Augsburger Panther. Nach den errungenen Meisterschaften in den Jahren 2005, 2006, 2008 und 2009 führt auch in diesem Jahr der Titel nur über Berlin. Die Vorrunde wurde mit 123 Punkten abgeschlossen, unangefochtener Rekord in einer DEL-Vorrunde.

Auf heimischem Eis wurde der Vorrundenprimus nur viermal geschlagen, zuletzt am 10. Januar 2010 von Hannover (3:4). Bei 209 erzielten Treffern verfügen die Eisbären über den torgefährlichsten Angriff, das beste Überzahlspiel (22,03 Prozent), die drittbeste Verteidigung. Sieben der vergangenen neun Spiele wurden gewonnen.

Augsburg fordert Eisbären

Doch ein Selbstgänger dürfte die Serie gegen Augsburg für den haushohen Favoriten nicht werden. Nach Mannheim, vor der Saison als großer Meisterkandidat gehandelt, in den Pre-Play-offs macht sich die alljährliche Außenseitertruppe aus der Fuggerstadt auf, den nächsten Ligakrösus zu eliminieren. Die Schwaben reisen jedenfalls mit breiter Brust und acht Siegen in Serie im Gepäck zum ersten Duell in die Hauptstadt.

In der Hauptrunde gelangen den Panthern gegen Berlin immerhin zwei Siege, in allen vier Duellen setzte sich jeweils die Heimmannschaft durch. Knackpunkt könnte gegen die Scharfschützen von der Spree allerdings die wackelige Unterzahl des AEV werden.

Die mit einem Endspurt von acht Erfolgen aus neun Partien noch auf Rang zwei gesprungenen Frankfurt Lions bekommen es zum Auftakt mit dem ERC Ingolstadt zu tun. Während die Hessen, die in Jeff Ulmer mit 74 Punkten den DEL-Top-Scorer stellen, noch einmal ausspannen konnten, stehen die Oberbayern nach einer aufreibenden Best-of-three-Serie gegen Köln bereits voll im Saft. Ingolstadt, für die Lions sicherlich nicht der Lieblingsgegner. Das Team um Ex-Lion Pat Kavanagh konnte in der Vorrunde zehn von zwölf möglichen Punkten einfahren, gilt gerade im Heimspielen als sehr stürmisch.

DEG muss Bock umstoßen

Sehr eng könnte die Serie der Grizzly Adams Wolfsburg gegen die DEG Metro Stars werden. Beide Teams gelten als sehr laufstark, entschieden in dieser Saison jeweils die beiden Heimspiele für sich. Vor dem letzten Saisonviertel hätte man dieses Duell frühestens im Halbfinale vermutet, doch mit zehn Niederlagen aus den jüngsten 13 Spielen sackten die Rheinländer noch auf Position sechs ab. Wer Schützenfeste erwartet, könnte möglicherweise enttäuscht werden: Wolfsburg gegen Düsseldorf ist nämlich aus das Duell der zweitbesten gegen die beste Defensive des 56-ründigen Vorlaufs.

Die Paarung der wohl beiden größten Überraschungen im Play-off-Feld rundet das Viertelfinale ab. In den Hannover Scorpions und den Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg stehen sich zwei Teams gegenüber, die in der Sommerpause finanziell enorm abspecken und wichtige Leistungsträger ziehen lassen mussten.

Hannover gegen Nürnberg ist auch das Tölzer Duell der Trainergenerationen zwischen dem scheidenden Altmeister Hans Zach und zu DEG-Zeiten seinem ehemaligen Schützling Andreas Brockmann. Im Viertelfinale von 2007 setzten sich die Ice Tigers gegen Hannover mit 4:2 durch. Kurios: Von allen Play-off-Startern stellen beide Teams mit 169 bzw. 152 Toren die schwächste Abteilung Attacke und schlossen die Vorrunde mit einer negativen Tordifferenz ab.

Wir haben die wichtigsten Fakten zu den Play-offs hier noch einmal für Sie zusammengetragen und wagen eine Prognose.

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