Düsseldorfer EG: Der Eishockey-Mythos DEG lebt weiter

Düsseldorfer EG : Der Eishockey-Mythos DEG lebt weiter

Die Düsseldorfer EG spielt auch in der kommenden Saison in der DEL. Der achtmalige deutsche Meister hat damit nach Wochen der Ungewissheit endlich Planungssicherheit und konnte ein drohendes Aus verhindern.

In den vergangenen Monaten hat man sich in der Landeshauptstadt ziemlich viel einfallen lassen. Die Kreativabteilung des Vereins beantragte, die Düsseldorfer Eislaufgemeinschaft von 1935 als Weltkulturerbe bei der Unesco anzumelden. Es gab Jahre, da hat man sich ausschließlich mit Eishockey beschäftigt und war damit voll ausgelastet. Doch vieles ist für den achtmaligen deutschen Meister in der Vergangenheit eher suboptimal gelaufen. Der Umzug von der alten Spielstätte an der Brehmstraße in eine moderne Arena im Stadtteil Rath war verbunden mit dramatischen Einbrüchen der Zuschauerzahlen. Der finanzielle Handlungsspielraum nach dem Rückzug des langjährigen Namenssponsors Metro schrumpfte zusammen. Und so geht es in der Gegenwart vor allem darum, den Eishockey-Mythos in der Stadt am Leben zu halten.

Am Gründonnerstag sickerte durch, dass mal wieder eine Teilzeit-Rettung geschafft wurde. Für die kommende Saison hat die DEG den Kostenplan gesichert. "Der Spieler-Etat kann gegenüber der abgelaufenen Spielzeit sogar leicht erhöht werden", heißt es in einer Mitteilung des Klubs. Eigentlich wollte man sich mit der Verkündung der frohen Botschaft noch ein paar Tage Zeit lassen. Doch Verträge mit einigen Spielern hätten nach Informationen unserer Redaktion ihre Wirksamkeit verloren, wenn man bis 1. April nicht nachgewiesen hätte, auch in der kommenden Spielzeit in der DEL anzutreten.

DEG verschweigt Details zum Rettungs-Paket

Wie ganz genau das Retter-Paket aussieht, darüber will die DEG noch nichts verraten. Man habe sich mit den Partnern darauf verständigt, erst nach den Osterferien mit Details an die Öffentlichkeit zu gehen. So viel ist schon jetzt klar: Es soll sich nicht um einen großen Geldgeber handeln. Viele Firmen aus der Region haben offenbar mitgeholfen, die DEG weiter im Spielbetrieb zu halten. Dabei geht es wohl nicht nur um direkte finanzielle Zuwendungen, möglicherweise bringen die beteiligten Firmen auch einfach ihr Know-how mit ein und helfen so, Kosten zu sparen. "Vieles ist möglich, vieles ist denkbar", sagt Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp zu derartigen Überlegungen. "Für uns ist klar, wir wollen den eingeschlagenen Weg des Neuaufbaus weiter konsequent bestreiten. Das ist wirklich kein leichtes Unterfangen."

Das mühsame Geschäft lässt sich an einer Zahl am besten ablesen. 1300 Unternehmen wurden in den vergangenen Monaten angesprochen, die Resonanz war mau. Kein einziger Betrieb entschied sich für ein größeres Engagement bei der DEG. "Unser Team hinter dem Team hat sich davon nicht unterkriegen lassen, wir haben alle immer den Blick nach vorne gerichtet und sind jetzt dafür belohnt worden", sagt Schmellenkamp (68), der mit eineinhalbjähriger Unterbrechung seit 2000 für die DEG in verantwortlicher Position arbeitet. "Wir wollen die Verbindung zwischen Team und Publikum weiter stärken und sportlich wieder überzeugen. Du kannst nicht ständig jubeln, obwohl du Letzter bist. Das macht dich irgendwann unglaubwürdig." Die DEG beendete die Saison abgeschlagen am Tabellenende. "Unser Anspruch ist ein anderer", sagt der Funktionär. Die Basis zur Umsetzung ist jetzt geschaffen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: DEL 12/13: DEG tanzt den "Harlem Shake"

(RP/seeg/url)