DEL-Finale: Auftaktsieg der Eisbären Berlin lässt Trainer Uwe Krupp kalt

DEL-Finale: Auftaktsieg lässt Eisbären-Coach Krupp kalt

DEL-Rekordchampion Eisbären Berlin hat Titelverteidiger Red Bull München gleich zum Finalauftakt das Heimrecht geklaut. Eisbären-Coach Uwe Krupp reagierte fast schon gleichgültig.

Begeisterung hielt der Coach der Eisbären Berlin trotz des überzeugenden Starts in die Finalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft für unangebracht. Ein Sieg, was ist das schon? "Das einzig Wichtige ist, dass München immer noch viermal gegen uns gewinnen muss", sagte der frühere Bundestrainer nach dem Auftakterfolg seiner Mannschaft am Freitag beim Titelverteidiger. Er schmunzelte dabei nicht einmal.

Auch dass der Herausforderer aus der Hauptstadt dem Favoriten Red Bull München mit dem verdienten 4:3 das Heimrecht entführt hatte, kümmerte Krupp kaum. Das sei nur Statistik und ließe sich widerlegen, meinte er. Immerhin: Krupp war "stolz" auf die Leistung seiner Mannschaft. Für beide Teams aber galt, was Münchens Nationalspieler Yannic Seidenberg anmerkte: "Nach Siegen darfst du nicht zu euphorisch sein, nach Niederlagen aber auch nicht gleich den Kopf hängen lassen."

Sollten die Eisbären allerdings am Sonntag in Spiel zwei auf eigenem Eis (14.30 Uhr/Sport1 und Telekom Sport) nachlegen, dürften die Münchner auf ihrer Jagd nach dem Titelhattrick in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ernsthaft ins Grübeln kommen. "Druck ist Druck, wir können damit umgehen. Ich glaube nicht, dass das an unserem Selbstvertrauen nagt", sagte Red-Bull-Coach Don Jackson zur Heimniederlage in seiner gewohnt stoischen Art. Einen Fehlstart in eine Play-off-Serie haben die Münchner schon im Viertelfinale gegen Bremerhaven erlebt, es folgten vier Siege.

Jackson (61) wusste, dass seine Mannschaft ihr Maximum nicht erreicht hatte, und er vertraut auf deren Steigerungsfähigkeit. "Die gute Nachricht ist, dass wir besser spielen können. Wir werden sofort zurückkommen", sagte Jackson. Auch diese Aussicht begründete Krupps zurückhaltende Freude. Er weiß: "Wir dürfen den Fokus nicht verlieren, sonst sind die Münchner sofort da." Schon in Spiel eins war das so.

Die Tore von Jon Matsumoto (12.) und Nationalspieler Brooks Macek (28.) fielen, als die Berliner sich kleine Unachtsamkeiten leisteten und hielten das Duell trotz der Eisbären-Treffer von Jamie MacQueen (2.), Sean Backman (15.) und James Sheppard (25.) eng. Erst Topscorer Louis-Marc Aubry (55.) klärte die Verhältnisse, der nochmalige Anschluss von Keith Aucoin (60.) kam zu spät.

Am Sonntag bekommt die maximal sieben Spiele lange Finalserie eine besondere Komponente hinzu. Münchens Steve Pinizotto ist nach seinem brutalen Check gegen Mannheims Nationalspieler Matthias Plachta und der folgenden Fünf-Spiele-Sperre wieder einsatzberechtigt. Aber auch das imponierte Krupp kaum. "Er macht eine gute Mannschaft noch stärker", sagte der 52-Jährige mit einer Ruhe, die der seines Pendants Jackson in nichts nachstand.

Der Amerikaner hat es auf die Art zu sieben DEL-Meisterschaften gebracht. Krupp wartet noch auf seine erste.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Eisbären Berlin gewinnen Spiel eins in München

(sid)
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