Wintergame der DEL: Düsseldorfer EG schlägt Kölner Haie im Rheinenergie-Stadion

Im Kölner Rheinenergie-Stadion: DEG gewinnt Wintergame gegen die Kölner Haie

Die Düsseldorfer EG siegt vor 47.011 Zuschauern im Stadion des 1. FC Köln gegen lange Zeit schwache Kölner 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0) nach Verlängerung. Ex-Hai Gogulla trifft per Doppelpack.

Am Ende durften sie doch noch jubeln, die Spieler der Düsseldorfer EG. In der Verlängerung erlöste John Henrion die rund 6000 mitgereisten Düsseldorfer Fans im Wintergame gegen die Kölner Haie im Fußballstadion des 1. FC. Der Angreifer erzielte mit einem platzierten Schuss das 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0). Zur Verlängerung hätte es jedoch eigentlich gar nicht kommen dürfen. Denn die DEG dominierte die ersten beiden Drittel gegen die Haie. „Wir haben uns nach der 2:0-Führung vielleicht ein wenig zu sicher gefühlt“, sagte DEG-Kapitän Alex Barta. „Aber am Ende ist der Sieg schon ziemlich verdient.“ Vor allem Philipp Gogulla durfte jubeln: Der frühere Kölner wurde bei der Mannschaftsaufstellung von den Heimfans unter den 47.011 Zuschauern gnadenlos ausgepfiffen. Er rächte sich jedoch sportlich – mit zwei Toren auf dem Eis.

Die Haie hatten groß aufgefahren vor „ihrem“ Wintergame. Vor vier Jahren, bei der Auflage in Düsseldorf, siegte die DEG knapp 3:2. Jetzt sollte die Revanche gelingen. Mit Hilfe der alten Römer, unter deren Motto die Partie stand. Schauspieler in Römer-Rüstung, Brings als musikalische Unterstützung, eine 25.000 Euro teure Choreographie. Sogar Lukas Podolski wurde eingespannt, der Publikumsliebling führte das Eröffnungsbully aus.

Doch sobald der Puck erstmals auf die vom Regen mühsam zu bespielende Eisfläche geworfen wurde, war es mit Kölner Glanz für ganz lange Zeit vorbei. Die DEG dominierte das 222. Rheinische Derby von der ersten Minute an. Und nach 46 Sekunden jubelte Philipp Gogulla zum ersten Mal. Mit der Rückhand versenkte er den Puck im Nachschuss im Tor von Gustav Wesslau. Es sollte für lange Zeit jedoch das einzig Greifbare bleiben. Denn das Spiel hielt dem Rahmen kaum stand. Die ersten 20 Minuten plätscherten extrem ereignislos vor sich hin. Das „Erlebnis Wintergame“ war dem Niveau des Spiels deutlich überlegen.

Erstaunlich war, wie passiv die Haie agierten. Chancen waren zwar lange Zeit Mangelware, doch die Düsseldorfer unter Trainer Harold Kreis hatten das Geschehen im Griff. Und nachdem der Dauerregen endlich aufhörte, schlug sich das auch in großen Chancen nieder – allerdings nur für die DEG: Calle Ridderwall verpasste nach einem Querpass nur knapp, Lukas Laub vergab nach einem Drei-gegen-Ein-Konter. In Unterzahl stand Leon Niederberger völlig frei vor Wesslau und Alex Barta traf kurz darauf die Latte.

Und Köln? Ein paar Schüsschen musste Mathias Niederberger im DEG-Gehäuse entschärfen, doch wirklich Nennenswertes war nicht darunter. So war das 2:0 für die Düsseldorfer durch Philipp Gogulla die fast logische Konsequenz: In Überzahl dauerte es nur 18 Sekunden, ehe die Scheibe beim Angreifer landete, der Wesslau mit seinem platzierten Schuss keine Chance ließ. Die Haie-Fans hatten nun genug und skandierten lautstark „Wir wollen euch kämpfen sehen“.

Die DEG musste sich vorwerfen, nicht mehr aus den Chancen gemacht zu haben. Und das rächte sich: Keine fünf Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, da fälschte Colby Genoway einen präzisen Pass wunderschön zum Anschlusstreffer für die Kölner ab. Und nun war es endlich ein Eishockeyspiel – in dem die Düsseldorfer gleich zweimal Pech hatten mit dem Videobeweis. Manuel Strodel jubelte nämlich bereits nach einem Konter. Im Nachschuss hatte der DEG-Stürmer den Puck über die Linie bugsiert. Gleichzeitig war das Tor durch einen Kölner Abwehrspieler verschoben worden. Die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis und entschieden auf „kein Tor“- die Szene war wohl bereits abgepfiffen, bevor der Puck die Linie überquert hatte. Pech für die DEG. Vor allem, weil die Kölner tatsächlich noch zum Ausgleich kamen. Dieses Tor war extrem umstritten: Die Hate hatten bereits den Torhüter vom Eis genommen, Felix Schütz bugsierte den Puck über die Linie zum Ausgleich. Der Stürmer stand dabei jedoch – noch hinter Torhüter Niederberger – im Torraum. Die Schiedsrichter gaben den Treffer trotzdem.

In der Verlängerung hatten die Düsseldorfer dann zweimal richtig Glück: Zunächst rettete Niederberger stark, danach vergabe die Kölner zu zweit frei vor dem DEG-Keeper. Im direkten Gegenzug bewies John Henrion mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem Kölner Tor – er traf zum verdienten Siegtreffer für die Gäste.

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(asch)
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