DEG: Sieg im Derby

DEG: Sieg im Derby

In der 187. Auflage des rheinischen Derbys wurde ziemlich schnell deutlich, dass die Kölner Haie in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) um ihr Überleben kämpfen. Anders ist das übermotivierte Auftreten der Hausherren im ersten Drittel, das selbst in einem naturgemäß emotionalen Nachbarschaftsduell ein wenig übertrieben war, kaum zu erklären. Die Gäste ließen sich indes nicht beeindrucken, Kapitän Daniel Kreutzer stellte mit zwei Toren binnen 16 Sekunden im Schlussdrittel die Weichen zum 4:3-Sieg.

Eine besondere Genugtuung für den gebürtigen Düsseldorfer. Für eine Kölner Identifikationsfigur war dagegen das Derby bereits nach 8:29 gespielten Minuten beendet gewesen: Stéphane Julien hatte DEG-Stürmer Craig MacDonald mit dem Kopf voran ins Torgestänge geschubst hatte, sodass dieser sich eine blutende Platzwunde zugezogen hatte. Die völlig berechtigte Strafe erregte Kölns Trainer Bill Stewart derart, dass er seinem Spitznamen "Kill Bill" mal wieder gerecht wurde.

Wie ein Derwisch gebärdete sich der Coach hinter der Bande, knallte die dort eingelassene Tür zu, warf seine Zettel auf den Boden. Während Julien völlig zu Recht das Eis verließ, warf ihm Marian Bazany noch ein paar unschöne Worte an den Kopf – die auffälligste Szene des DEG-Verteidigers, der sein 300. DEL-Spiel beging und dabei wie gewohnt durch solide Arbeit glänzte.

Ganz anders dagegen erneut Jason Holland. Erst spielte der Verteidiger einen Katastrophen-Pass, den Daniel Rudlstätt und Christoph Melischko fast zum 1:0 genutzt hätten, dann kassierte er zwei dumme Strafen, die Köln jeweils nutzte: Zum 1:0 und 3:3.

  • Fotos : Fotos: Pinguine besiegen Derby-Gegner DEG

Die ersten beiden Tore für die Haie hatte Martin Bartek geschossen, Adam Courchaine den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt, bei dem Kölns Torwart Lars Weibel zuvor seine Kelle verloren hatte. Dann drehte Kreutzer das Spiel, doch Ivan Ciernik glich zum 3:3 aus – zum zweiten Mal saß Holland bei einem Gegentreffer auf der Strafbank. Gut, dass Evan Kaufmann zum 4:3 traf – denn bei einer Niederlage wäre die DEG auf Rang fünf abgerutscht.

So konnte es sich die DEG sogar leisten, in Person von Courchaine einen Penalty zu verschießen. Sie bleibt nach einem am Ende packenden Derby Dritter, die Probleme der Haie werden durch die Niederlage indes nicht weniger. Vielleicht war es bereits der letzte Auftritt der Düsseldorfer in der Domstadt in dieser Saison. In der regulären Spielzeit in jedem Fall, doch wenn die Haie nun auch die Play-offs verpassen, möglicherweise noch länger.

(RP)