Rheinderby: DEG verliert nach Penaltyschießen gegen die Haie

Nervenkrimi im Rheinderby : DEG verliert nach Penaltyschießen gegen die Haie

Die Kölner Haie gewinnen im ISS Dome mit 4:3 nach Penaltyschießen und haben nun im Kampf um die bessere Ausgangsposition vor den Play-offs die besseren Karten. Die Gäste treffen bei allen drei Penalty-Versuchen.

Es hat sicherlich schon bessere rheinische Eishockey-Derbys gegeben als die 223. Auflage – aber auch schon deutlich langweiligere und vor allem weniger bedeutsame. Es ging um den dritten Platz zwischen der DEG und den Kölner Haien, doch den behielten am Ende die Augsburger Panther, da die Rhein-Teams in der regulären Spielzeit keinen Sieger ermittelten. Das bessere Ende hatte Köln mit 4:3 (1:1, 2:2, 0:0; 1:0) nach Penaltyschießen für sich, und das war nicht nur für die Tabelle wichtig, sondern auch für die mentale Seite – schließlich kann man sich ja durchaus in den Play-offs wiedersehen.

Das erste Pfeifkonzert des Abends holte sich Düsseldorfs derzeit wichtigste Karnevalistin ab. Venetia Sabine hatte es sicher gut gemeint – aber die Zuschauer im ISS Dome im Sinne rheinischer Gastfreundschaft zu einem lautstarken „Kölle alaaf“ aufzufordern, war nicht die beste Idee. Und das galt dann auch für das Abwehrverhalten der Gastgeber nach gerade fünf Spielminuten: Niemand hinderte Nationalstürmer Felix Schütz daran, im Gewühl nachzustochern, und so lief die DEG bereits frühzeitig einem Rückstand hinterher.

Die Defensive war diesmal ohnehin das größte Problem, zumindest rein zahlenmäßig. Denn gerade ist der lange verletzte Bernhard Ebner wieder zurück im Team, da meldete sich Alex Picard erkrankt ab, so dass Trainer Harold Kreis erneut nur fünf Abwehrspieler zur Verfügung standen. Daran lag es jedoch nicht allein, dass die DEG nur schwer in Tritt kam. Die Haie wirkten im ersten Abschnitt körperlich spritziger und auch gedankenschneller, oft liefen die Düsseldorfer nur hinterher. Grund zum Feiern bekamen ihre Fans dennoch bereits vor der ersten Drittelsirene, und dann sogar ganz besonderen: Calle Ridderwall beendete seine fast ein Vierteljahr währende Torflaute mit dem Abstauber zum 1:1, seinem ersten Treffer seit dem 30. November, damals beim 3:1 gegen München. Entsprechend enthusiastisch fiel auch der Jubel seiner Mitspieler aus.

Tatsächlich brachte der Schwede damit nicht nur neues Leben in seine Statistik, sondern auch ins Spiel seiner Mannschaft. Dieses wirkte im Mittelabschnitt deutlich inspirierter, vor allem temporeicher. Plötzlich lag das Momentum klar auf Seiten der Gastgeber, doch 74 schläfrige Sekunden durchkreuzten alles, was Philip Gogullas präziser Schuss und Kenny Olimbs Blitzreaktion scheinbar auf dem Weg gebracht hatten. Statt des Sekunden nach dem dritten Treffer durchaus möglichen 4:1, als Jaedon Descheneau den Puck ans Metallgestänge setzte, ging es mit einem 3:3 in die Kabinen. Genau diese Szenen, wie sie jetzt zum überflüssigen Kölner Ausgleich führten, meinte Kreis, als er tags zuvor von ärgerlichen Momenten fehlender Wachsamkeit gesprochen hatte.

Dass der Haie-Doppelschlag dem Spielfluss der Rot-Gelben nicht guttat, war nachvollziehbar. Vor allem in Überzahl war der Faden nun gerissen, was besonders bitter war, weil sich mit zunehmender Spieldauer immer wieder die Gelegenheit dazu auftat. Und weil die Kölner sich auch nicht geschickter anstellten, fiel die Entscheidung erst im Penaltyschießen, in dem Köln alle drei Schüsse versenkte.

DEG: M. Niederberger (Pettersson Wentzel) – McKiernan, Marshall; Nowak, Ebner; Torp – Henrion, Olimb, Ridderwall; Descheneau, Barta, Gogulla; Flaake, Buzas, Pimm; Reiter, Kretschmann, Strodel.

Schiedsrichter: Schrader, Schukies. - Zuschauer: 12.741. - Tore: 0:1 (5:46) Schütz, 1:1 (18:29) Ridderwall (Olimb, Descheneau), 2:1 (30:04) Gogulla (Torp), 3:1 (37:16) Olimb (McKiernan, Ridderwall – 5:4), 3:2 (38:26) Ellis (Pfohl), 3:3 (39:40) Hospelt (Schütz), 3:4 Tiffels (Penalty). - Strafminuten: DEG 10, Köln 16.

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