Wildes Spektakel im Dome MacAulay schießt die DEG mit Hattrick zum 5:4-Sieg

Düsseldorf · Mehr als 12.000 Fans sehen ein wildes Spiel zwischen der Düsseldorfer EG und den Augsburger Panthern. Obwohl die DEG im letzten Drittel schon mit zwei Treffern zurückliegt, gewinnt sie noch mit 5:4.

 Stephen Harper (DEG/Mitte) setzt sich gegen Terry Broadhurst (l.) und Samuel Soramies (beide Augsburg) durch.

Stephen Harper (DEG/Mitte) setzt sich gegen Terry Broadhurst (l.) und Samuel Soramies (beide Augsburg) durch.

Foto: Ja/Ralph-Derek Schröder

Es gibt wohl keinen anderen Mannschaftssport, bei dem Einzelne so wenig Gewese um sich machen, wie im Eishockey. In Kanada, im Mutterland der Sportart, ist sogar besonders emotionaler Torjubel verpönt – man soll sich halt selbst nicht in den Mittelpunkt stellen. Und dennoch gibt es hin und wieder Abende, da ist eine Reihe mehr oder weniger alleine dafür verantwortlich, dass ihr Team punktet. An diesem Freitagabend gegen die Augsburger Panther war das der nominell erste Sturm der Düsseldorfer EG mit Stephen MacAulay, Philip Gogulla und Stephen Harper. Also der, bei dem zuletzt eher wenig funktioniert hatte. Seit Anfang des Monats war der erste Sturm bei Fünf-gegen-Fünf ohne eigenen Treffer geblieben. Doch nun drehte er auf: An allen fünf Toren waren Spieler der ersten Reihe beteiligt, am Ende gewann die DEG ein wildes Spiel mit 5:4 nach Verlängerung. Was für laute Jubelstürme unter den 12.117 Fans im Dome sorgte, weil die DEG im letzten Drittel bereits mit zwei Treffern zurückgelegen hatte. Aber gegen den Vorletzten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) war das trotzdem irgendwie zu wenig.

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Foto: dpa/David Inderlied

So sah das auch MacAulay; „Es war nicht immer schön, aber im dritten Drittel haben wir unser Spiel gefunden“, sagte der Mann des Tages, der drei Treffer erzielte – auch das 5:4 in der Verlängerung. Hinterher durfte er zunächst alleine vor die Fankurve fahren und die Welle machen. Gefeiert wurde er mit lauten Sprechchören. Denn sein Team hatte damit den 24. Sieg im 44. Saisonspiel eingefahren. Vor der schweren Aufgabe am Sonntag (14 Uhr) beim Tabellenführer aus München steht die DEG auf Rang sechs der Deutschen Eishockey-Liga.

Da war die Aufgabe auf dem Papier am Freitag eine ganz andere. Da war der Vorletzte aus Augsburg zu Gast, der den Abstieg in die DEL 2 kaum noch aus eigener Kraft verhindern kann. Dass das trotzdem kein Selbstläufer wird, wusste Manager Niki Mondt aber schon vorher. Und so kam es dann auch. Aber nicht nur deswegen war das ein durchwachsener Abend für die DEG. Das begann schon damit, dass der dieser Tage verstorbene Ex-Manager Rolf van Hauten keine Erwähnung im Rahmenprogramm fand. Keine Schweigeminute, keine Durchsage. Nun ist dessen Amtszeit durchaus kritisch zu sehen, nicht umsonst endete sie mit Untersuchungshaft, aber van Hauten war immerhin Manager in der erfolgreichsten Zeit der Vereinsgeschichte mit fünf Meisterschaften von 1990 bis 1996. So gab es lediglich ein Plakat der Fans in der Westkurve: „Mach et joot, Rolly“, stand drauf.

Danach legte die DEG auch auf dem Eis einen merkwürdigen Auftritt hin. Denn der war weder durchgehend gut noch schlecht, viel mehr bewegte es sich in Wellen. Immer wieder gab es ansprechende Phasen mit viel Druck zum Tor. Aber ebenso oft brach die DEG dann für Minuten ein, lief fast nur hinterher und ließ Tempo und Körperspiel vermissen. Das war bereits im ersten Drittel so: Die DEG kam gut aus der Kabine und hatte die ersten Chancen, ehe plötzlich gar nichts mehr ging und sie sich das verdiente 0:1 fing. Es brauchte erst einen beherzten Antritt des ganz starken Philip Gogulla, der am Ende auf ein Tor und drei Vorlagen schauen durfte. Per Nachschuss besorgte er erst den Ausgleich, ehe er zu Beginn des zweiten Drittels das 2:1 durch MacAulay auflegte. Da schien alles seinen gewohnten Gang zu nehmen, wenn ein Team aus dem oberen Tabellendrittel auf einen Abstiegskandidaten trifft.

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Foto: Birgit Häfner

Doch es kam dann ganz anders. Ab Mitte des zweiten Drittels ging kaum noch etwas. Augsburg glich erst aus, ging dann in Führung und schoss zu Beginn des letzten Drittels sogar das 2:4. Da gab es lange Gesichter auf den Tribünen, vor allem bei den vielen Kindern, die wegen des „Schools Day“ da waren. Doch als alles dachte, das werde heute nichts mehr, kam die DEG zurück. 44. Minute: 3:4 MacAulay. 49. Minute: 4:4 Tobias Eder. So stand es auch nach der regulären Spielzeit. Da wurde es wieder richtig laut in der Halle. Aber das war noch nichts gegen den Jubel in der Verlängerung, als MacAulay seinen Hattrick und den Heimsieg perfekt machte.

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