Last-Minute-Wahnsinn O'Donnell schießt die DEG zum nächsten Sieg

Düsseldorf · Viele Lücken, zwei wackelige Torhüter und diverse Großchancen – das Spiel der Düsseldorfer EG gegen die Schwenninger Wild Wings war ein Spektakel. Mit dem besseren Ende für die DEG, die acht Sekunden vor Schluss zum 5:4 trifft.

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Foto: Birgit Häfner

Die Überraschung war nicht mehr ganz so groß. Schließlich hatte die Düsseldorfer EG im Vorfeld angekündigt, dass am Freitagabend beim Spiel gegen die Schwenninger Wild Wings ein „absoluter DEG-Held der 80er- und 90er-Jahre“ in der Halle sein werde. Einer, der „sogar einen eigenen Feiertag“ hat. Aber als Chris Valentine dann vorgestellt wurde, war der Jubel natürlich trotzdem groß. Immerhin ist der 62-Jährige einer der großen Namen der Vereinsgeschichte. Von 1984 bis 1996 schoss Valentine 381 Tore für die DEG. Hinzu kommen 636 Vorlagen, was den Kanadier zum einzigen DEG-Spieler macht, der mehr als 1000 Scorerpunkte für den Verein gesammelt hat. Am Ende standen fünf Meisterschaften.

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Foto: Ralph-Derek Schröder

Was waren das damals für Zeiten, wird sich manch älterer Fan am Freitag gedacht haben. Denn der Blick auf die Vergangenheit wird ja immer besonders wehmütig, wenn die Gegenwart eher trist ist. Das war sie in dieser 30. Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) lange, aber nun scheint sie sich für die DEG zum Guten zu wenden. Erst das 7:1 am Sonntag im Derby gegen Köln, am Freitag nun war es nicht minder emotional, als Brendan O‘Donnell acht Sekunden vor dem Ende das 5:4 erzielte. Weswegen die Düsseldorfer nur noch sieben Punkte von einem Play-off-Platz entfernt sind. Und wenn sie am Sonntag (14 Uhr) auch in Frankfurt gewinnen, sind sie nach genau der Hälfte der Saison wieder im Rennen.

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Foto: Imago

Damit war am Freitag lange nicht zu rechnen. Die DEG wirkte wackelig, ließ zu viel zu. Insgesamt war das ein ungewöhnlich wildes Spiel mit vielen Lücken und mit zwei Torhütern, die eigentlich zu den besten der Liga gehören, aber einen schwarzen Tag erwischten. Gleich mehrere Treffer schienen haltbar. Was so gar nicht zu den DEG-Spielen der vergangenen Wochen passen wollte. Denn seit sich Co-Trainer Mike Pellegrims um die Defensive kümmert, ist die mit nur knapp zwei Gegentoren pro Spiel eine der besten der Liga. Wobei es noch immer Luft nach oben gibt, auch bei Sinan Akdag, der am Freitag sein 900. DEL-Spiel erlebte und vor dem Spiel mit einem Sondertrikot geehrt wurde.

Im ersten Drittel ließen die Düsseldorfer einiges vermissen

Beflügeln konnte das ihn oder seine Kollegen zunächst aber nicht. Im ersten Drittel leistete sich Akdag mehrere Fehlpässe, genauso wie Torsten Ankert oder Moritz Wirth. Auch körperlich ließen die Düsseldorfer einiges vermissen. In der dritten Minute durfte Daniel Pfaffengut unbehelligt durchs DEG-Drittel laufen, als Henrik Haukeland den Puck dann nicht festmachen konnte, schauten seine Vorderleute nur zu.

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Foto: dpa/David Inderlied

Und weil das so weiterging, nahm Trainer Thomas Dolak schon in der vierten Minute seine Auszeit, um das Team wachzurütteln. Mit Erfolg: Wenig später holte Philip Gogulla eine Strafzeit heraus, in der Überzahl traf der starke Phil Varone zum Ausgleich. Doch auch die Schwenninger können es mit einem Mann mehr, Alexander Karachun machte nur vier Minuten später das 1:2. Was ein gerechtes Pausenergebnis gewesen wäre, doch dann stocherten sich die Gäste den Puck selbst zum 2:2 ins Tor. Weil er als letzter DEG-Spieler am Puck war, wurde das Tor Victor Svensson gutgeschrieben.

Anfang des zweiten Drittels ging die DEG in Führung. Was wieder an Varone lag, der Brendan O‘Donnell bediente, der lässig einschoss. Kurz danach vergab Kenny Agostino die Chance zum 4:2, im direkten Gegenzug machte Phil Hungerecker das verdiente 3:3. Es wäre sogar mehr drin gewesen, beide Seiten trafen mehrfach Pfosten oder Latte

So musste das letzte Drittel über den Sieger entscheiden. Und auch da sahen die sonst so starken Torhüter nicht gut aus. Erst wollte Haukeland einen Puck festmachen, bugsierte ihn dann aber selbst über die Linie – das zweite Eigentor des Tages. Danach ließ sich Joacim Eriksson die Scheibe von Kevin Clark zum 4:4 durch die Beine schieben. So schien es zu bleiben. Aber die beiden besten Düsseldorfer auf einem Eis hatten etwas dagegen: Erst holte Varone nach feinem Solo eine Strafzeit heraus, in Überzahl traf O‘Donnell dann acht Sekunden vor dem Ende zum 5:4. Danach wurde gefeiert. Fast wie zu Valentines Zeiten.

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