DEG: Jetzt übernimmt Lance Nethery

DEG: Jetzt übernimmt Lance Nethery

Düsseldorf (RP). Manager Nethery übernimmt das Amt beim Eishockey-Klub. Assistent Mike Schmidt folgt seinem bisherigen Chef-Coach wohl nach Mannheim. Zudem stehen in Reid, MacDonald und Traverse drei Spieler vor dem Absprung.

Die 0:1-Niederlage gegen Hannover am Mittwochabend in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) war zu viel: Gestern entließen die DEG Metro Stars ihren Trainer Harold Kreis, aus Loyalität legte dessen Assistent Mike Schmidt sein Amt mit nieder.

Manager Lance Nethery übernimmt den Trainerposten und installierte gestern seinen früheren Weggefährten aus Köln und Krefeld, Bob Leslie, als Assistenten. Das Duo steht bereits heute (19.30 Uhr, im Live-Ticker) gegen Straubing hinter der Bande.

Im Vorjahr, seiner ersten Saison am Rhein, hatte Kreis die DEG zur Vizemeisterschaft geführt, und auch aktuell steht der Tabellenvierte mit einem Bein in den Play-offs. Die Gefahr, noch von den ersten sechs Plätzen, die zur direkten Teilnahme an der Meisterrunde berechtigen, herauszufallen, ist zwei Spieltage vor dem Hauptrunden-Ende nur gering. Dennoch wurde Kreis, der am Donnerstag weder anwesend noch zu erreichen war, nun entlassen.

"Nur" 20 Punkte aus 18 Spielen

Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, er habe nur wenig Schlaf gefunden, betonte Nethery. "Harold Kreis ist ein sehr guter Freund von mir. Er war mein Spieler in Mannheim, danach mein Co-Trainer dort. Ich habe ihn als Assistent nach Köln geholt und als Trainer zur DEG."

Vor zehn Tagen war bekannt geworden, dass Kreis nach der Saison zum Liga-Konkurrenten Adler Mannheim wechseln würde, doch das führte der DEG-Manager nicht als Grund für die Trennung an: "Das war nicht entscheidend, sondern dass wir unserem sportlichen Anspruch nicht gerecht werden", sagte Nethery, der vorrechnete: "Wir haben nur drei der jüngsten acht Spiele gewonnen, nur 17 Punkte aus 18 Spielen geholt. Das ist ein Drittel der Saison. Hätten wir das die ganze Saison gemacht, wären wir jetzt mit 51 Punkten Letzter."

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Zwar waren es 20 Zähler aus 18 Partien, doch auch diese Bilanz führte zur Trennung: "Es war eine Maßnahme, die wir glaubten treffen zu müssen", erklärte Nethery stellvertretend für den gesamten Klub. "So fangen wir alle wieder bei Null an. Das hört sich nach 54 Spieltagen natürlich komisch an, aber wir haben jetzt einen Neuanfang. Wir hatten zuletzt keinen Aufwärtstrend gesehen, obwohl die Mannschaft mehr Potenzial hat."

Dass sie das zuletzt nicht abgerufen habe, wollte Nethery nicht Kreis anlasten: "Der Trainer ist sehr selten schuld. Harry hat alles gegeben: Herz und Leidenschaft. Er hat gute Arbeit geleistet. Der Trainer kann das Spiel nicht entscheiden. Das müssen die Spieler machen." Da sie das nicht taten, musste Kreis gehen.

Ausverkauf?

Und er wird wohl nicht der letzte sein, der die DEG verlässt: Die Stürmer Craig MacDonald und Brandon Reid werden folgen. Das bestätigte Nethery indirekt: "Beide sind frustriert und rufen nicht ihr ganzes Potenzial ab. Aber: Augsburg verliert die halbe Mannschaft und gewinnt trotzdem Spiele. Überall verlassen Spieler ihre Klubs, aber die bringen trotzdem ihre Leistung."

Publikumsliebling Reid wird mit seinem Ex-Klub Raperswil-Jona Lakers in Verbindung gebracht, falls dieser die Schweizer Nationalliga A halten kann. MacDonald soll Kreis wie Co-Trainer Schmidt angeblich nach Mannheim folgen. Zudem könnte Verteidiger Patrick Traverse nach Hamburg wechseln — der DEG droht ein Ausverkauf.

(RP)