Interview: „Ich will noch Deutscher Meister werden“

Interview : „Ich will noch Deutscher Meister werden“

Der Ur-Düsseldorfer Daniel Kreutzer erklärt, warum er das Angebot der DEG zur Vertragsverlängerung noch nicht angenommen hat.

Die DEG treibt die Kaderplanung für die kommende Saison nach Sicherstellung des Etats voran, doch Ihre Zukunft bleibt bisher noch offen. Wie ist der Stand der Dinge?

Kreutzer Ich habe bis Ende April Zeit, mich zu entscheiden, und diese werde ich nutzen. Die DEG hat mir ein Angebot vorgelegt, das ich so aber nicht direkt unterschreiben wollte. Dabei mache ich Walter Köberle (sportlicher Leiter der DEG, Anm. d. Red.) keinen Vorwurf, denn er muss stark auf das Geld achten. Gleichzeitig ist mein Berater derzeit mit verschiedenen Vereinen in Kontakt. Aber allein ich werde entscheiden, wo ich nächste Saison spiele.

Sind ihre Überlegungen denn rein finanzieller Natur oder spielen auch andere Umstände bei Ihrer Entscheidung eine Rolle?

Kreutzer Wenn ich wechseln sollte, dann geht es nicht um ein paar Euro. Das würde keinen Sinn machen, denn die DEG ist mein Verein und Düsseldorf meine Heimat. Mein Traum war es immer, hier meine Karriere zu beenden und anschließend im Verein eingebunden zu sein. Daher würde ich am liebsten bleiben. Aber natürlich muss ich Geld verdienen und mache mir auch Gedanken, was etwa die mannschaftlichen Erfolgsaussichten angeht. Es gibt also auch Punkte, warum ein Wechsel und nochmal etwas Neues sinnvoll erscheint.

Weil Sie in Düsseldorf keine sportliche Perspektive sehen und der Kader bisher nicht entscheidend verbessert wurde?

Kreutzer Die Zusammensetzung der Mannschaft haben andere zu verantworten, da fehlt mir der Einblick, und das Budget ist wie gesagt weiter beschränkt. Aber vor allem die Abgänge von Travis Turnbull und wahrscheinlich auch Calle Ridderwall müssen kompensiert werden. So oder so wird die DEG wohl wieder nicht um die ersten sechs Plätze mitspielen. Das soll nicht heißen, dass ich nicht auch alles geben würde im Kampf um die Pre-Play-off-Plätze mit unseren Jungs, die sich toll weiterentwickelt haben. Aber ich bin Sportler und habe gemerkt, dass ich gerne um den Titel mitspiele. Das ist eine sehr schwierige Situation für mich.

Bei solchen Anforderungen an einen neuen Verein fällt Iserlohn ja raus. Die Kölner Haie stehen dagegen im Finale, die Krefeld Pinguine waren im Halbfinale. Bei beiden könnten sie in Düsseldorf wohnen bleiben.

Kreutzer Iserlohn war ohnehin nur ein Gerücht, das irgendwo mal aufkam. Auch Köln oder Krefeld spielen absolut keine Rolle. Dafür bin ich zu sehr Düsseldorfer, und ich möchte es mir auch nicht mit unseren Fans versauen. Wenn ich wechseln sollte, dann muss es absolut nachvollziehbar sein. Dafür bräuchte es ein richtig gutes Angebot oder die realistische Chance, doch noch Deutscher Meister zu werden. Denn dieser Titel fehlt mir einfach.

R. Grombach führte das Gespräch.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Daniel Kreutzer - der Düsseldorfer Jong

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