2:3 nach Verlängerung DEG verteilt in Straubing Geschenke

Straubing/Düsseldorf · Viertes Spiel gegen die Tigers, vierte Niederlage. Zwar holen die Düsseldorfer Eishockeyprofis beim 2:3 nach Verlängerung einen Punkt, leiten zwei Gegentore aber mit unnötigen Fehlpässen ein.

 Daniel Fischbuch vor dem Straubinger Tor.

Daniel Fischbuch vor dem Straubinger Tor.

Foto: RP/Birgit Haefner

Sie hatten extra ihre kleinen Fähnchen mitgebracht, die rund 300 DEG-Fans, die ihr Team am Sonntag in Straubing unterstützten. Am Freitag beim Derby gegen die Kölner Haie waren die verteilt worden, damit der ausverkaufte Dome noch etwas stimmungsvoller aussieht als ohnehin schon. Und weil die DEG das Derby gewann, versuchten es die Fans einfach noch mal, schwenkten die Fähnchen auch am Sonntag in Bayern. Helfen konnte das diesmal allerdings nur bedingt: Die DEG holte zwar einen Punkt, verlor ein merkwürdig zerfahrenes Spiel aber mit 2:3 nach Verlängerung. 14 Spiele vor dem Ende der Hauptrunde hat sie nun drei Punkte Rückstand auf einen direkten Viertelfinalplatz der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

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Foto: dpa/Sven Hoppe

„Wir haben nicht so gut gespielt, wie wir wollten“, sagte danach Victor Svensson, der für die entscheidenden Momente zuständig war: Erst glich der Schwede spät zum 2:2 aus, in der Verlängerung spielte er dann den entscheidenden Fehlpass. Nicht das einzige Geschenk, das die DEG verteilte. So stand am Ende die vierte Saisonniederlage gegen die Tigers. Obwohl die DEG ja gehofft hatte, den Schwung des Derbysieges mit in den Süden nehmen zu können. Hatte sie gegen die Haie zwar keine Gala gezeigt, aber zwei Sachen besser gemacht als zuletzt: „Der Einsatz war immer da“, lobte Trainer Roger Hansson, dessen Team zudem zwei Powerplaytore erzielte. Einerseits, weil die Düsseldorfer in der vergangenen Trainingswoche noch mal speziell am Powerplay gearbeitet hatten. Andererseits sei auch „ein bisschen Zufall“ dabei gewesen, sagte Hansson: „Wir haben eigentlich nicht so viele Chancen kreiert, wir hatten nur zwei hochwertige, und die waren drin.“

Nun in Straubing sollte das so weitergehen: viel Einsatz und ein erfolgreiches Überzahlspiel. Doch zumindest das zweite Unterfangen ging gleich mal mächtig schief: Zwar hatte die DEG früh zwei Powerplays und dabei auch ein paar Schüsse, doch nach einem schlimmen Scheibenverlust von Mikko Kousa im eigenen Drittel fing sich die DEG in Überzahl den ersten Treffer des Tages. Was umso bitterer war, weil die Düsseldorfer bis dahin auch bei Fünf-gegen-Fünf die besseren Chancen hatten, die größte durch Stephen MacAulay. Insgesamt war das ein ordentlicher Start, dem besten Heimteam der Liga nur vier Torschüsse zu erlauben, konnte sich sehen lassen. Nur was bringt es einem, wenn man trotzdem mit einem Rückstand in die Pause geht?

Der war nach 40 Minuten allerdings egalisiert. Was wieder nicht wirklich zum Spiel passen wollte. „Wir spielen einen absoluten Mist zusammen“, fasste Tobias Eder die Lage in der zweiten Pause am TV-Mikrofon treffend zusammen. Zunächst galt das sogar für das ganze Spiel. Hier ein Fehlpass, da ein verspringender Puck, hier ein Icing, da ein Abseits – da war lange Zeit nichts fürs Auge. Es waren dann die Straubinger, die sich nach und nach ein Übergewicht erspielten. Weil die DEG nun größere Probleme hatte, aus dem eigenen Drittel zu kommen. Henrik Haukeland musste immer häufiger eingreifen. Doch als es so aussah, als sei er nun bald zum zweiten Mal geschlagen, schnappte sich Eder in Unterzahl den Puck, um eigentlich nur etwas Zeit von der Uhr zu nehmen. Aber als er vorne angekommen war, schoss er die Scheibe aus spitzem Winkel zum 1:1 unter die Latte. Ein Tor aus dem Nichts. Wieder eins in Unterzahl. Und für Eder selbst nach seinen zwei Treffern gegen Köln bereits das dritte des Wochenendes. Danach schaute er erst etwas verduzt drein, ehe er unweigerlich anfangen musste zu lachen.

Die gute Laune hielt aber nicht lange, weil die DEG durch den Ausgleich nicht etwa neue Sicherheit gewann, sondern auf einmal gehörig schwamm. Bis zum Drittelende hatten die Tigers plötzlich Chance um Chance, unter anderem einen Penalty – aber der erneut überragende Haukeland war bis zur Sirene nicht mehr zu bezwingen.

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Foto: Birgit Häfner

Das passierte aber gleich zu Beginn des Schlussabschnitts durch den Ex-Düsseldorfer Marcel Brandt in Überzahl. Also musste die DEG wieder kommen, doch es dauerte wieder sehr lange, bis etwas passierte. Wieder war es zerfahren ohne echte Chancen. Bis eben Svensson die Hauptrolle übernahm. Dreieienhalb Minuten vor dem Ende jagte er einen Schlagschuss zum 2:2 ins Tor. In der Verlängerung spielte er dann einen ungenauen Rückpass, JC Lippon ging dazwischen, rannte allein auf das DEG-Tor zu und schoss in den Winkel.

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