4:3 nach Verlängerung O'Donnell schießt die DEG zum Auftaktsieg

Düsseldorf · Am ersten Spieltag erzielt der Torjäger zwei Treffer. Am Ende siegt die Düsseldorfer EG gegen den ERC Ingolstadt mit 4:3 nach Verlängerung – was nach einer 3:0-Führung vielleicht sogar zu wenig war.

Düsseldorfs Alexander Ehl im Zweikampf an der Bande mit dem Ingolstädter Tye McGinn (rechts).

Düsseldorfs Alexander Ehl im Zweikampf an der Bande mit dem Ingolstädter Tye McGinn (rechts).

Foto: RP/Ralph-Derek Schröder

Der Eishockeyabend in Rath hatte schon emotional begonnen. Kurz vor dem ersten Bully der neuen Saison blendete die Hallenregie auf dem Videowürfel ein Bild von Freddy Hemelik ein. Der langjährige Masseur der DEG-Profis war im August verstorben. Also erwiesen ihm die Teams aus Düsseldorf und Ingolstadt sowie die Zuschauer nun die letzte Ehre. Allerdings nicht mit einer Schweigeminute, sondern mit einem langen Applaus. Und das passte zu diesem Abend, der für die DEG knapp zweieinhalb Stunden später mit ähnlich viel Applaus und einer Ehrenrunde endete. Gewann sie doch mit 4:3 (0:0, 3:0, 0:3, 1:0) nach Verlängerung gegen den hoch gehandelten ERC Ingolstadt und feierte damit einen gelungenen Auftakt in die 29. Spielzeit der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

In der soll es ja weiter bergauf gehen mit der Düsseldorfer EG. Manche im Umfeld des Klubs träumen schon von einem Platz unter den ersten Sechs. Anderen ist das etwas viel, Manager Niki Mondt und Kapitän Alexander Barta warnten dieser Tage vor zu hohen Erwartungen. Was die Optimisten kaum von ihren Ambitionen abbringen wird. Erst recht nicht, wenn es so läuft wie an diesem Freitag. Wenn der neue Torhüter Henrik Haukeland wieder solche Paraden zeigt. Und wenn Torjäger Brendan O'Donnell wieder doppelt trifft. Zum ersten Mal gleich zum 1:0 – der Auftakt zu einer ganz starken Phase im zweiten Drittel, in dem Tobias Eder und Stephen MacAulay noch die Treffer zum 2:0 und 3:0 nachlegten.

Da war die Laune natürlich bestens. Vor allem in der neuen Fankurve auf der Westtribüne des Domes. Monatelang wurde darüber debattiert und geplant, zuletzt bekam die Wand zwischen Unter- und Mittelrang noch einen neuen Anstrich. Am Freitag nun waren erstmals in 87 Jahren Vereinsgeschichte alle stehenden DEG-Fans beisammen. Und es machte einen gehörigen Unterschied zu den Vorjahren, in denen die Düsseldorfer immer wieder für ihr leises Publikum verspottet wurden. Schon das Altbierlied war lauter als zuletzt, danach war fast durchgängig Stimmung.

Da konnte man fast vergessen, dass insgesamt nur knapp 6200 Zuschauer zum Saisonauftakt gekommen waren. Nun ist es keine neue Entwicklung, dass viele DEG-Fans erst später in der Saison regelmäßig kommen. Zudem merken viele Menschen die steigenden Preise, andere trauen sich noch nicht wieder in eine Halle oder haben sich in der Corona-Zeit daran gewöhnt, die Spiele von zu Hause aus zu verfolgen. Trotzdem hätten es gern ein paar mehr Besucher sein dürfen. Gerade, wenn man bedenkt, dass die vergangenen Monate ja durchaus erfolgreich waren. Das Erreichen des Viertelfinals, die Vertragsverlängerungen mit Leistungsträgern wie O'Donnell, Verpflichtungen wie die von Torhüter Haukeland oder den Stürmern Philip Gogulla oder Alexander Blank.

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Foto: Ralph-Derek Schröder

Nun beim Saisonauftakt schien es mit den positiven Nachrichten so weiter zu gehen. Das 3:0 nach 40 Minuten war vielleicht etwas viel den Guten, aber dass die DEG führte, ging absolut in Ordnung. Doch dann kam ein Bruch ins Spiel. Erst fälschte Kyle Cumiskey einen eigentlich harmlosen Ingolstädter Schuss unglücklich ins eigene Tor ab – und plötzlich ging kaum noch etwas. Sieben Minuten, ein verdeckter Schuss und ein erschreckender Fehlpass von Luca Zitterbart später stand es auf einmal 3:3, die schöne Führung war dahin. Und es hätte noch schlimmer kommen können, mit dem Unentschieden nach 60 Minuten waren die Düsseldorfer gut bedient.

200 DEG-Wappen in Düsseldorf gesprüht
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Foto: Düsseldorfer EG

So ging es in die Verlängerung, in der die Ingolstädter etwas versuchten, was zuletzt in der russischen Liga zu sehen war: Sie nahmen ihren Torwart raus, um in Überzahl spielen zu können. Doch dann erkämpfte der starke Bernhard Ebner (drei Vorlagen) den Puck, über Eder kam er zu O'Donnell, der aufs leere Tor zufuhr und zum Sieg einschoss. So gab es zumindest zwei Punkte, was vielleicht einer zu wenig war. Besser machen kann es die DEG gleich am Sonntag, dann geht es in Schwenningen weiter.

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