DEG-Fan Andreas Menzel : Drei unvergessene Derby-Momente gegen die Kölner Haie

Rund 140 Duelle zwischen der DEG und dem Rivalen aus Köln hat Andreas Menzel bisher gesehen. Das sind seine schönsten Erinnerungen.

Andreas Menzel muss nur kurz nachdenken, um sich auf die schönsten Derbys festzulegen. Dabei hat der DEG-Fan, der 1982 sein erstes Spiel und seitdem etwa 140 der ewig jungen Duelle zwischen den Eishockeycracks der DEG und den Kölner Haien gesehen hat, theoretisch allen Grund, um viel nachzudenken. Ganz besonders, wenn nicht nur die Derbys, sondern seit 37 Jahren alle DEG-Heimspiele, jahrzehntelang auch die Auswärtspartien, einige Weltmeisterschaften und diverse weitere Spiele in Solingen, Ratingen oder Essen mit unvergesslichen Erinnerungen hinzukommen. „Ich habe bestimmt 1600 Eishockeyspiele gesehen“, sagt Menzel. „Dabei waren die Derbys immer das Salz in der Suppe, obwohl sie sportlich nicht immer das gehalten haben, was sie versprachen.“

Seine drei DEG-„Hai-Lights“ liegen schon ein paar Jährchen zurück, sind aber besonders schön. In der Saison 1990/91 muss die DEG im fünften Finalspiel auswärts an der Kölner Lentstraße antreten und gewinnt mit 4:0. „Eine DEG-Meisterfeier in der verbotenen Stadt abzuhalten, mehr geht nicht“, erzählt Menzel.

In der Spielzeit 1992/93 stehen sich Düsseldorfer und Kölner erneut im Finale gegenüber. Diesmal findet das entscheidende fünfte Spiel im Eistempel an der Brehmstraße statt. „Ben Doucet schießt in der Verlängerung den Sieg- und damit den Meisterschaftstreffer zum 6:5“, erinnert sich Menzel. „Danach gab es für ihn kein Halten mehr. Er stürmte sofort in die Zuschauerränge und feierte noch mit den Schlittschuhen an den Füßen mit uns.“

Und dann sorgt DEG-Trainer Don Jackson in einem Halbfinalspiel der Saison 2005/06 an der Brehmstraße für beschleunigten Puls und erhöhte Adrenalinzufuhr. „Es waren 49 Minuten gespielt, die DEG lag 2:3 hinten und Köln kassierte eine Strafzeit. Da nimmt Jackson auch noch den Torwart raus. Ich dachte, Jackson ist völlig verrückt geworden. Ich habe mich tierisch aufgeregt“, gesteht der 52 Jahre alte DEG-Fan. „Am Ende haben wir mit 5:3 gewonnen und Jackson hatte alles richtig gemacht.“

Allerdings hat Menzel auch nicht die wohl schwärzeste Derby-Stunde vergessen. „In der Saison 1985/86 lagen wir im zweiten Finalspiel zehn Minuten vor Ende mit 5:1 in Führung. Am Ende haben wir noch 5:6 verloren. Ich habe noch nie so viele schockiert-versteinerte Gesichter gesehen, viele haben geweint“, berichtet er.

Menzel kann jedoch nicht nur eine Liste der schönsten Derbys aufstellen, sondern auch eine mit seinen DEG-Lieblingsspielern. Ganz vorne dabei ist Otto Schneitberger. „Ich habe ihn nie spielen sehen, aber er war immer für die DEG da. Er hat bei seinem Wechsel aus Bad Tölz ein Jahr Sperre in Kauf genommen, holte als Spieler drei Meistertitel nach Düsseldorf, war fünf Jahre lang Trainer und wurde von den Fans zum besten Spieler aller Zeiten gewählt. Wenn die DEG gerufen hat, war Otto bereit“, erläutert Menzel.

Deshalb findet er es besonders schön, dass Schneitberger vor dem Derby am Freitag (19.30 Uhr) im Dome geehrt wird. Ein Jersey mit seiner Nummer zwei wird unters Hallendach gezogen und hängt dann dort neben den Trikots von Peter John Lee, Chris Valentine, Walter Köberle und Daniel Kreutzer. Und Menzel hat noch einen weiteren Vorschlag für die DEG-Ehrengalerie unter dem Dome-Dach: „Petr Hejma hat es auch verdient, so geehrt zu werden.“

Für das anstehende Duell tippt Menzel auf einen 2:1-Sieg der DEG und hofft, nicht erneut viele versteinerte Gesichter zu sehen.

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