„Das habe ich bei der DEG noch nicht erlebt“ Düsseldorfer Silberhelden Ehl und Wunder erzählen ihre WM-Anekdoten

Düsseldorf · Nach einer kräftezehrenden Saison ging es für Stürmer Alexander Ehl und Betreuer Max Wunder von der Düsseldorfer EG in die Overtime. Von der WM in Finnland brachten sie eine Silbermedaille mit nach Hause. Im DEG-Podcast „(Im Zweifel) Rotgelb“ erzählten beide nun von einem Turnier wie im Rausch, Anekdoten und dem Umgang mit Kölner Spielern.

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Foto: Ralph-Derek Schröder

Alexander Ehl hat alle zehn Spiele für das DEB-Team bestritten - vom ersten Gruppenspiel bis zum Finale. Bis sich die Erinnerungen gesetzt hatten, dauerte es aber eine Weile. „Das geht immer alles so schnell bei der WM, man spielt jeden zweiten Tag. Man hat gar nicht so viel Zeit zu realisieren, was man da eigentlich gerade macht, gegen welche Leute man spielt, gegen welche Nationen“, berichtet der 23-Jährige im Podcast „(Im Zweifel) Rotgelb“.

Dabei verlief der Auftakt denkbar unglücklich. Nach drei Niederlagen zum Start sei nun jedes Spiel ein Spiel sieben, habe Bundestrainer Harold Kreis formuliert. Siegen oder fliegen hieß es nach den zunächst guten Leistungen und schlechten Ergebnissen. Deutschland entschied sich für die erste Variante, schlug Dänemark, Österreich, Ungarn und Frankreich und stand im Viertelfinale.

Im Duell mit der Schweiz wurde es auf und neben dem Eis hitzig. Ob Ehl den Zorn der Gegner gespürt habe? „Was heißt Zorn? Die waren einfach gebrochen. Wir haben die schon gut bearbeitet.“ Und 3:1 geschlagen. „Das heißt nicht, dass ich für die DEG in den Play-offs nicht alles gebe, aber das ist noch mal ein anderes Gefühl. Man spielt für Deutschland, man hat die ganze Nation hinter sich. Da kriege ich Gänsehaut, wenn ich dran denke“, sagt Ehl.

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Foto: dpa/Armin Weigel

Das folgende Halbfinale gegen die USA hätte schlimmer kaum beginnen und besser nicht enden können. Nach vier Minuten lag das DEB-Team mit 0:2 zurück - und gewann in der Overtime mit 4:3. Der aus deutscher Sicht emotionalste Moment dieses Turniers. „Anfangs hab ich nicht gedacht, dass wir das Spiel noch so drehen können. Das war krass. Das war eine Gefühlsexplosion, das habe ich in meinen Jahren bei der DEG so noch nicht gehabt. Weil's ja auch ein Sudden Death war. Wahnsinn“, sagt Wunder.

Den historischen Erfolg der ersten deutschen WM-Medaille nach 70 Jahren konnte auch die Finalniederlage gegen Kanada nur kurz trüben. „Ich war schon sehr traurig kurz danach, aber das hat gar nicht so lange gedauert“, versichert Ehl. Alleine daran, dass die Mannschaft schon um drei Uhr zum Rückflug aufbrechen musste, lässt sich ablesen, wie unerwartet der Erfolg für den DEB kam. „Das war schon ein bisschen nervig, das hätte man ein bisschen schöner gestalten können, dass man mit der Mannschaft noch mal zusammenkommt, zusammen feiert“, findet Ehl. Vielleicht ja ein nützlicher Erfahrungswert für kommende Turniere.

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Foto: Birgit Häfner

Schon jetzt hat Ehl nicht nur Silber und einige unvergessliche Erinnerungen gewonnen, sondern auch ein anderes Verhältnis zu manchen Spielern, die sonst auf der gegnerischen Seite stehen. Anders werde er deshalb aber fortan keine Zweikämpfe führen. Betreuer Wunder konnte indes einen alten Streit aufarbeiten: „Ich habe mich in den Play-offs mit Fabio Wagner (Verteidiger beim ERC Ingolstadt, d. Red.) mal ganz kurz in den Haaren gehabt. Ich hab den Schiedsrichter beschimpft und Fabio dachte, ich hätte ihn beschimpft und hat mich zurück angekeift. Ich weiß nicht, was er alles gesagt hat, aber da müssten wir einige Pieptöne drüberlegen. Das haben wir in Tampere beim Saunaabend geklärt.“ Einige Gegner werde er demnächst vielleicht anders begrüßen. Aber eins versichert Wunder glaubhaft: „Gegen Köln wird das so bleiben, wie es ist.“

(ako)