Düsseldorfer EG will 1:7-Klatsche in Augsburg schnell vergessen

Play-off-Fehlstart: Die DEG will einfach nur ganz schnell vergessen

Der Start ins Play-off-Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga hätte für die Düsseldorfer EG nicht schlechter laufen können. Ein Grund waren unnötige Strafzeiten. Am Freitag geht es mit dem ersten Heimspiel weiter.

„Gedächtnisschwund ist in den Play-offs eine gute Eigenschaft“: Dieser etwas seltsam anmutende Satz kam DEG-Cheftrainer Harold Kreis am späten Dienstagabend nach dem Play-off-Auftakt seines Teams beim Augsburger EV über die Lippen. Nicht ohne Grund. Denn soeben war seine Mannschaft mit 1:7 kräftig unter die Räder gekommen.

Wahrlich kein Ergebnis, dass sonderlich lange in Erinnerung bleiben sollte. Der Gegner hatte deutlich mehr Schüsse, bessere Checks und war zudem deutlich schneller auf dem Eis unterwegs. Anders ausgedrückt: Zeigen die Rot-Gelben am Freitag (19.30 Uhr, Rather Dome) im ersten Heimspiel der Best-of-seven-Serie keine deutliche Reaktion dürfte es eine kurze Serie werden.

Um ins Halbfinale vorzustoßen benötigt ein Team vier Siege aus den maximal sieben Aufeinandertreffen. Der erste ging an Augsburg. Deutlich. Was genau macht den Rheinländern nun Hoffnung? „Das gute an den Play-offs ist, dass das nur ein Spiel war, das wir abhaken können. Und im nächsten werfen wir wieder alles in die Waagschale, um zu gewinnen“, erklärt etwa Lukas Laub, der in Augsburg nach überstandener Verletzung erstmals wieder im Kader stand. Die Höhe der Niederlage spiele keine Rolle: „In den Play-offs hat man ein kurzes Gedächtnis.“

Wie sein Trainer Kreis möchte also auch Laub das Erlebte möglichst schnell aus dem Kopf bringen. Doch natürlich erst nach der Analyse, warum die Düsseldorfer chancenlos blieben und warum sie laut Laub „von vorne bis hinten nicht dazu bereit waren, um über 60 Minuten so zu spielen, wie wir es uns vorgenommen haben.“

Ein sehr offensichtliches Problem waren die vielen Strafzeiten. „Die Unterzahlsituation haben uns gekillt. Das raubt Energie“, sagte Laub. Auch Kreis ärgerte sich über die unnötigen Fouls zu Beginn der Partie, klammerte aber die Strafzeitenflut im letzten Drittel explizit aus. Zu diesem Zeitpunkt, als das Spiel längst entschieden war, wurde es auf dem Eis zunächst ruppiger, ehe sich einige Emotionen in Faustkämpfen entluden. Die Folge waren insgesamt 150 Strafminuten. „Ich kann unsere Reaktion nachvollziehen“, sagte Kreis. „Die Mannschaft hat zusammengehalten und sich nichts mehr gefallen lassen.“ Auslöser seien „frühe Duftmarken“ des Gegners gewesen. Allerdings, und das betonte Kreis, habe seine Mannschaft, die nach der Vorrunde noch als fairstes Team der DEL ausgezeichnet worden war, zunächst falsch auf die Härte des AEV reagiert. Gemeint waren die bereits erwähnten unnötigen Strafzeiten.

Doch natürlich waren es nicht nur die Unter- und Überzahlsituation, die das einseitige Spiel ermöglichten. Vielmehr waren die Panther einfach besser. Kreis spricht von Kleinigkeiten, die ausschlaggebend waren: „Wir waren zu spät in den Zweikämpfen, hätten konsequenter in der Defensive arbeiten müssen. Wir reden hier von einem Schritt dort, einer Körperposition hier. Aber das hat uns das Momentum genommen und Augsburg gegeben.“ Und das über 60 Minuten, wie auch Trainerkollege Mike Stewart resümierte: „Ein 7:1 habe ich aber nicht erwartet.“

Trotz des herben Rückschlags glaubt Kreis, dass sich die DEG-Fans dennoch auf das erste Heimspiel freuen sollten: „Das Ergebnis ist Kosmetik. Wir haben ein Spiel verloren. Mehr nicht. Am Freitag geht’s weiter.“

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