0:1 nach Penaltyschießen DEG verliert bei Agostino-Debüt gegen Augsburg

Düsseldorf · Beim Einstand von Neu-Stürmer Kenny Agostino liefert die DEG nur zu Beginn einen guten Auftritt hin. Der Rest ist viel Stückwerk. Am Ende heißt es 1:0 für die Augsburger Panther nach Penaltyschießen.

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Foto: RP/Birgit Haefner

Kenny Agostino hat in seiner Karriere als Eishockeyprofi schon so einiges erlebt. Doch die zurückliegende Woche dürfte auch dem US-Amerikaner noch lange in Erinnerung bleiben. Rückblick: Am Sonntag unterschrieb der 31-Jährige seinen Vertrag bei der Düsseldorfer EG, wenige Stunden später saß er bereits im Flieger Richtung Deutschland, während der Klub seine Verpflichtung offiziell publik machte. In Düsseldorf angekommen stand am Dienstag direkt das erste Training mit den neuen Mannschaftskollegen auf dem Programm, gefolgt von einer Autogrammstunde am frühen Abend im Rather Dome. Praktisch im Eilverfahren lernte Agostino die Abläufe bei der DEG kennen. Ein Speeddating der besonderen Art sozusagen.

Fünf Tage wie im Zeitraffer, die am Freitagabend auf ihren vorläufigen Höhepunkt zuliefen. Denn da feierte Agostino nach Stationen in Nordamerika und Russland sein Debüt in der DEL. Es wurde eines mit Makeln. Denn die DEG verlor im Kellerduell mit dem Tabellennachbarn nach einer über weite Strecken zähen Partie mit 0:1 nach Penaltyschießen.

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Foto: IMAGO/Eibner/IMAGO/Eibner-Pressefoto/Thomas Haesler

Dabei ließ sich der Beginn noch gut an für den Neuling. Bereits eine Stunde vor dem ersten Bully schlenderte der Linksschütze entspannt mit einer Wasserflasche in der Hand durch den Spielertunnel und begutachtete interessiert nicht nur den sich langsam füllenden Dome, sondern auch die im Vergleich zur AHL und KHL größere Eisfläche. Daran müsse er sich erst einmal gewöhnen, gab er am Mikrofon von Magentasport zu. Denn mehr Platz bedeutet im Umkehrschluss auch veränderte Laufwege sowie andere Winkel zum Tor. Doch davon ließ sich Agostino zunächst nicht groß beeindrucken – im Gegenteil.

Trainer Thomas Dolak stellte seinen neuen Angreifer bei seinem Einstand gleich mal in die zweite Reihe neben Phil Varone und Kevin Clark. Luis Üffing rotierte dafür in die vierte Reihe neben Alexander Blank und Jakub Borzecki. Und das neue amerikanisch-kanadische Offensivtrio legte gleich vielversprechend los. Vor allem Varone versprühte in den ersten zehn Minuten Spielfreude. Schnell setzte sich die DEG in der gegnerischen Zone fest, verpasste es aber, aus der optischen Dominanz Kapital zu schlagen. Weil sowohl Clark (2.), als auch Agostino (5.) und Sinan Akdag (7.) am Tor von Augsburgs Goalie Dennis Endras, der sein 600. DEL-Spiel absolvierte, vorbeischossen.

Anschließend häuften sich jedoch die Stockfehler, die Scheibe versprang öfter und die DEG leistete sich in der eigenen Zone die ein oder andere Unkonzentriertheit, die aber auch dank Goalie Henrik Haukeland folgenlos blieb. Und je länger das Drittel ging desto passiver wurden die Rot-Gelben. Das setzte sich auch nach der Pause fort. Nun waren die Augsburger kurzeitig am Drücker, ließen durch Matthew Puempel (23.) und Jere Karjalainen (24.) jedoch zwei gute Gelegenheiten liegen. Der Rest war ein zäher Kampf mit vielen Unterbrechungen und wenig Spielfluss. Auch Agostino tauchte im Vergleich zur Anfangsphase immer mehr ab.

 Allein unter Augsburgern: DEG-Neuzugang Kenny Agostino (Mitte) vor dem Tor der Gäste.

Allein unter Augsburgern: DEG-Neuzugang Kenny Agostino (Mitte) vor dem Tor der Gäste.

Foto: Ja/Ralph-Derek Schröder

Es brauchte also dringend ein Zeichen, um diesem so ruckelig wirkenden Kellerduell zwischen Tabellenletzten und Vorletzten neuen Schwung zu verleihen. Nur eines setzen, das wollten oder konnten beide Teams nicht so wirklich. Zu lethargisch und fehlerhaft war das Dargebotene. Und wenn es für DEG die mal vors Tor ging, dann war spätestens bei Endras Endstation. Entsprechend ging es in die Verlängerung – und die wurde zur Haukeland-Show. Der Norweger bewahrte seine Farben – gerade in Unterzahl – mit mehreren Glanzparaden vor der vierten Saisonniederlage. Auch im anschließenden Penaltyschießen war der 28-Jährige bärenstark, erst Otso Rantakari konnte ihn im sechsten Versuch überwinden. Nun lag der Druck bei Alexander Blank, doch der Youngster vergab gegen den ebenfalls stark aufgelegten Endras. Dann war das Spiel zu Ende. Für Agostino eine Niederlage beim Debüt. Und eine Partie, an die er sich wohl nie mehr zurückerinnern wird. Nach einer wahrlich denkwürdigen Woche.