Entscheidung in der Verlängerung DEG lässt trotz guter Leistung Punkte in Straubing liegen

Straubing · Defensiv stabil, ab dem zweiten Drittel auch mit Zug zum Tor: Die Düsseldorfer EG zeigt bei den Straubing Tigers eine ihrer besseren Saisonleistungen, holt beim 1:2 nach Verlängerung aber nur einen Punkt.

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DEG bei den Grizzlys Wolfsburg: die Statistiken zum Spiel

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Foto: dpa/Sven Hoppe

Nach einer alten Weisheit aus der Immobilienbranche sind für die Attraktivität eines Gebäudes drei Dinge entscheidend: die Lage, die Lage, die Lage. Und so ist das auch mit der Eishalle am Pulverturm in Straubing. Die Heimat der Tigers mag nicht die spektakulärste Arena der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) sein, aber sie liegt halt ideal, fußläufig von der Altstadt zu erreichen. Entsprechend voll ist die Halle jede Woche, mehr als 85 Prozent der Plätze sind im Schnitt besetzt. Und meist ist die Stimmung ausgelassen, denn in der Regel gewinnen die Tigers ihre Heimspiele.

Das war auch am Freitagabend so. Da war die Düsseldorfer EG zu Gast. Zwar war das Spiel deutlich enger, als es der Tabellenstand der beiden Teams im Vorfeld vermuten ließ, schließlich traf hier der Vierte auf den Vorletzten, aber die Punkte blieben dann doch in Niederbayern, weil die Tigers mit 2:1 nach Verlängerung gewannen. Zwar nicht wirklich verdient, aber den Fans war es einerlei, Hauptsache gewonnen. Die Düsseldorfer wiederum konnten sich kaum daran erfreuen, dass sie bei einem Topteam mitgehalten hatten. Am Sonntag, wenn sich die Adler Mannheim ab 15.15 Uhr (live bei Magentasport und im Free-TV bei Servus TV) im Rather Dome vorstellen, ist bereits ein Viertel der Hauptrunde vorbei. Da braucht es nun langsam mal einen Sieg, will die DEG den Tabellenkeller verlassen.

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Am Freitag in Straubing hatte das wieder nicht geklappt. Aber etwas war anders: Daniel Kreutzer stand nicht mehr hinter der Bande. Unter der Woche hatte sich der Klub von seinem Co-Trainer getrennt. Neu war dafür Mike Pellegrims, der als Experte für die Defensive und das Unterzahlspiel gilt. Zwei Bereiche, bei denen die DEG bislang nicht viel gelingen wollte. Mit dem erfahrenen Pellegrims soll das wieder anders werden. Und er selbst glaubt dran. „Die Jungs sind gut drauf, die Stimmung ist da, die Mannschaft ist intakt“, sagte Pellegrims vor dem Spiel am TV-Mikrofon. „Wir fangen an, und dann schauen wir mal, wo die Reise hingeht.“

Der erste Abschnitt dieser Reise war vor allem defensiv vielversprechend. Was umso bemerkenswerter war, weil ja gleich drei Verteidiger verletzt fehlten, während des Spiels fiel dann auch noch Luke Green aus. Ob die Verbesserung gleich mit Pellegrims zu tun hatte, das sei mal dahingestellt, aber die DEG ließ deutlich weniger zu als in den Spielen zuvor. Weil nicht nur die Verteidigung kompakt stand und ihre Beine bewegte, sondern auch die Stürmer konsequent nach hinten arbeiteten. Zudem leistete sich die DEG so gut wie keine unnötige Puckverluste an den blauen Linien oder Fouls. „Wir haben hinten einigermaßen stabil gestanden“, sagte Verteidiger Oliver Mebus schon in der ersten Drittelpause.

Der Fokus auf die Defensive ging zunächst aber zu Lasten des Spiels nach vorne. Es dauerte geschlagene acht Minuten, ehe die Düsseldorfer auch mal im gegnerischen Drittel auftauchten, aber echte Chancen erspielten sie sich nicht. In den ersten 20 Minuten brachten sie nur ganze zwei Schüsse aufs Tor. Das änderte sich ab dem zweiten Drittel. Mit zunehmender Sicherheit spielte nun auch die DEG mehr nach vorne, kam schneller hinten raus und durchs Mitteleis. Die Folge waren mehrere Chancen durch Kevin Clark, Philip Gogulla, Kohen Olischefski und Alexander Blank. Doch im Tor landete davon nichts.

Kurz vor Drittelende jubelten dann die Straubinger, weil ihr neuer Topverteidiger Nicolas Mattinen in Überzahl zum 1:0 traf. Da war zwar nicht völlig unverdient, weil auch die Gastgeber in einem wilder werdenden Spiel mehr Torszenen hatten. Aber bitter war es dennoch, weil die Strafe vor der Überzahl äußerst zweifelhaft war.

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Foto: IMAGO/Eibner/IMAGO/Eibner-Pressefoto/Thomas Haesler

Den Mut ließen sich die Düsseldorfer davon aber nicht nehmen. Im letzten Drittel drängten sie wütend auf den Ausgleich. Der gelang Victor Svensson dann auch nach vier Minuten: Im ersten Versuch traf er den Pfosten, den Nachschuss verwandelte er. Danach hatte die DEG sogar deutlich mehr vom Spiel, gewann nun fast jeden Zweikampf, setzte sich immer wieder vorne fest und kam zu Chancen. So ging das auch in der Verlängerung weiter, auch da war die DEG besser. Doch mit ihrem einzigen Angriff trafen die Tigers zum schmeichelhaften Sieg.