Düsseldorfer EG: Tobias Abstreiter möchte Trainer bleiben

Interimscoach des DEL-Klubs : Abstreiter möchte DEG-Trainer bleiben

Der Interimscoach des Eishockeyklubs will seine Chance nutzen und sich als Dauerlösung empfehlen. Zu Beginn seiner neuen Aufgabe muss er gleich eine harte Entscheidung fällen: Marcel Brandt wird das DEG-Trikot nicht mehr tragen.

Es sind turbulente Tage bei der DEG. Da wird zunächst Trainer Mike Pellegrims beurlaubt, weil die Klubverantwortlichen jeden Hebel umlegen möchten, um die Play-offs der Deutschen Eishockey Liga doch noch zu erreichen - und schon wenig später wird ausgerechnet Pellegrims' wohl größter Gegner in der Mannschaft suspendiert. Gestern teilte der Verein mit, dass der unter Interimstrainer Tobias Abstreiter eben erst in den Kader zurückgekehrte Marcel Brandt das DEG-Trikot nicht mehr tragen werde.

"Brandt hat seine eigenen Interessen wiederholt über die der Mannschaft und des Klubs gestellt", erklärte Geschäftsführer Stefan Adam und wies dem 25-Jährigen "teamschädigendes Verhalten" zu. Der sportliche Leiter Niki Mondt wurde noch deutlicher. "Marcel hatte die neue Chance nicht verdient", sagte er. "Wir waren schließlich alle der Überzeugung, dass Mike Pellegrims im Recht war, als er ihn auf die Tribüne setzte. Dennoch haben wir ihm zum Wolfsburg-Spiel die Chance gegeben. Umso enttäuschender und erschreckender, dass er sie nicht genutzt hat."

Deutliche Worte, die nach Informationen unserer Redaktion darauf fußen sollen, dass Brandt sich nach dem 4:7 am Sonntagabend negativ über Teamkollegen geäußert haben soll. Zudem war Abstreiter nicht mit Brandts Reaktion darauf zufrieden, dass er ihn nach Lukas Laubs Verletzung aus der Abwehr in den Sturm beordert habe. "Die Suspendierung war alternativlos", meint Abstreiter. "Marcels Verhalten im Umfeld der Spiele und gegenüber seinen Teamkameraden war in den vergangenen Wochen und insbesondere bei der Begegnung mit Wolfsburg unverständlich und enttäuschend. Wir brauchen in dieser Phase der Saison eine Mannschaft, in der alle an einem Strang ziehen.''

Nicht zuletzt deswegen, weil der Interimstrainer nach wie vor die Chance sieht, an den letzten vier Spieltagen auf einen der ersten zehn Plätze zu klettern und damit die Play-offs zu erreichen. "Natürlich wird das nicht einfach", betont Abstreiter. "Ich glaube schon, dass wir drei der ausstehenden vier Partien gewinnen müssen. Aber das ist zu schaffen, wenn wir auf die starke Leistung der ersten 30 Minuten gegen Wolfsburg aufbauen."

Zuversichtlich mache ihn, dass die DEG in der bisherigen Saison gerade gegen namhafte Kontrahenten ihre besten Spiele gemacht habe. "Da sind wir oft über uns hinausgewachsen", erinnert er und verweist darauf, dass die Düsseldorfer bis zum Ende der Hauptrunde noch gegen die Top-Teams Köln (Freitag, 19.30 Uhr, ISS Dome), Nürnberg und Berlin antreten müssen, ehe es zum Abschluss gegen Krefeld geht.

Wenn es nach ihm geht, sollen das allerdings noch nicht seine letzten Spiele als DEG-Cheftrainer sein. "Das ist jetzt eine sehr lehrreiche Zeit für mich, eine große Herausforderung", sagt Abstreiter, der für seinen Interimsjob sogar darauf verzichtet, als Assistent von Bundestrainer Marco Sturm zu den Olympischen Winterspielen zu reisen. "Da ist schon ein Traum zerplatzt", gibt der gebürtige Landshuter zu. "Man hat es schließlich nicht so oft, dass man an solch einem Turnier teilnehmen darf." Er sei jedoch stolz, die Chance bei der DEG bekommen zu haben, und die möchte er nutzen: "Ich möchte gern als Cheftrainer weiterarbeiten. Und wenn es so kommt, werde ich alles geben und versuchen, das Beste für den Verein herauszuholen."

(jol)
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